Auswärtsniederlage in Herne

Bedrängt von Courtney Range (links) und Alecia Cooley: In Herne hatte Marburg um Diana Voynova einen schweren Stand. Foto: Heinrich Podobienski / Podofoto

„Nicht viel richtig gemacht“

Planet-Photo-DBBL: Herner TC – BC Pharmaserv Marburg 68:53.

Fünf Siege, fünf Niederlagen: Das Pharmaserv steht vor dem vorletzten Spieltag der Hinrunde in der 1. Liga auf Platz sieben. Über weite Strecken der Partie liefen die Marburgerinnen der Musik hinterher. Probleme in der Abstimmung und schwache Chancenverwertung verhinderten eine bessere Punktausbeute. Auch in der Verteidigung agierten die Hessinnen oft nicht konsequent genug.

Nett war der Beginn. Nicht nur, dass Marburgers Langzeitverletzte, Mali Sola, vor der Partie von ihrem ehemaligen Verein blumige Genesungswünsche erhielt. 3:0 und 9:8 für den BC ließen das böse Erwachen nicht erahnen.

Herne ging mit 20:9 in die erste Viertelpause. Vom 17:27 (14. Minute) erholten sich die Gäste noch einmal (24:27). Doch der HTC ging mit 38:30 in die Kabine. Dass das dritte Viertel in dieser Spielzeit nicht zu den Marburger Stärken gehört, ist nicht neu. So ging es mit 20 Punkten Rückstand in den Schlussakt. Der wurde zwar gewonnen, aber nach vielen ausgelassenen Möglichkeiten nicht hoch genug.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir spielen ohne Selbstvertrauen. Mit 2 von 18 von der Dreipunktelinie ist es für uns schwer, ein Spiel zu gewinnen. Und wir müssen die Korbleger reinschießen. Herne ist ein Shooting-Team, aber wir haben sie auch starkgemacht und offen werfen lassen. Wir waren in der Verteidigung zu weich, da müssen wir auch mal dagegenhalten. Wir haben Probleme im Eins-gegen-eins, deswegen müssen wir mehr Team-Basketball spielen. Wenn wir den Ball wieder mehr teilen, kriegen wir mehr offene Würfe, dann fällt auch der eine oder andere Wurf rein, und dann haben wir auch wieder mehr Selbstvertrauen. Trotzdem sind wir ein gutes Team, wir müssen nur ein paar Kleinigkeiten in den Griff kriegen. Wir haben gut auf den Ball aufgepasst und hatten wenige Ballverluste. Wir haben gut ausgeboxt und nur vier Offensivrebounds zugelassen, Das war positiv. Dass Baker und Voynova nicht richtig fit waren und Wilke nicht dabei, war nicht das Problem, der Kopf war’s.“

Katie Yohn (Kapitänin Marburg):
„Wir haben heute nicht viel richtig gemacht. Okay, wir haben kaum Offenivrebounds zugelassen. Hier und da hatten wir auch gute Phasen, aber insgesamt haben wir als Mannschaft nicht gut gespielt. Das ist doch klar: Wir haben zu viele Punkte zugelassen und zu wenige gemacht. Wir haben unsere offenen Würfe nicht getroffen und Herne das Spiel diktieren lassen. Du gewinnst kein Spiel, wenn du keine Verteidigung spielst. Herne hat gut verteidigt, sie haben hart gespielt, auch mal geschoben oder gehalten, und wir haben da nicht gut drauf reagiert. Dass man mal ein paar Korbleger nicht macht, kann passieren, aber wir müssen besser verteidigen.“

Marek Piotrowski (Trainer Herne):
„Wir waren gut eingestellt und haben Marburg viele Optionen weggenommen. Marburg musste für seine Würfe arbeiten, vor allem von der Dreierlinie. Da wir die Quote unterirdisch. Auch haben wir Druck auf den Aufbau gemacht, weil wir wussten, dass sie durch Wilkes Ausfall irgendwann Probleme bekommen würden. Auch, dass Baker angeschlagen war, haben wir versucht, auszunutzen. Wir haben viele gute Entscheidungen in der Offense getroffen und davon profitiert, dass Yohn früh drei Fouls hatte. Unsere Mannschaft hat über 30 Minuten gut funktioniert. Das letzte Viertel vergessen wir, da war das Spiel gelaufen. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir versuchen, uns mit dem neuen Team von Spiel zu Spiel zu entwickeln und haben wieder einen wichtigen Schritt gemacht. Marburg hat es uns nicht leicht gemacht, hat als Team sehr gut gefightet. Und es gibt Tage, da klappt es besser. So einen hatten wir. Wenn bei Marburg ein paar Dreier reinfallen, hätte es vielleicht anders ausgesehen. Viele Mannschaften sind eng beieinander. Es ist nur eine Momentaufnahme, aber wir sind froh heute.“

 

Statistik
Viertel: 20:9, 18:21, 25:13, 5:10.
Herne: B.Attura 6 Punkte / 2 Dreier, J.Bettonvil 5/1 (6 Rebounds), L.Bettonvil 3/1, K.Bussey 2, A.Cooley 8, E.Karic 9/1 (3 Assists), N.Krizanovic, K.Kujit 15/1 (3 Ass.), C.Range 15/1 (6 Reb.), I.Slim 5, C.Stockhorst.
Marburg: Baker 6, Bertholdt 5, Bradley 2, Greunke 8 (6 Reb.), Schaake 10/1, Wagner 4, Winterhoff 2, Voynova 6 (6 Reb.), Yohn 10/1.
Schiedsrichter: Nicolas Brendel, Christina Möhn.

 

Fun Facts: 5 Gegenpunkte im letzten Viertel ist sind die wenigsten in allen 337 Bundesliga-Auswärtsspielen seit 1992 (weniger gab es auch in anderen Pflichtspielen nicht: 5 im Pokal in Halle, 13.12.2015). – Katie Yohn holt mit 142 Dreiern (Bundesliga-Hauptrunde) Maggie Skuballa auf Platz 6 der Team-Historie ein.

Fail Facts: 2 Dreier sind die wenigsten seit 06.11.2016 (1, ebenfalls in Herne). – 31,6 Prozent Feldtrefferquote ist die niedrigste seit 27.11.2016, (28,1 in Wasserburg).

(von Marcus Richter)

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