Auswärtsspiel in Heidelberg

Kim Winterhoff (am Ball, hier gegen Chemnitz) bekam für ihren Auftritt im Europapokal-Spiel am Mittwoch von ihrem Trainer ein Sonderlob. Foto: Melanie Weiershäuser

Das nächste erste Mal

Planet-Photo-DBBL: AXSE Bascats USC Heidelberg – BC Pharmaserv Marburg (Samstag, 17.30 Uhr, ISSW 700).

Nach Europa-Euphorie nun Liga-Langeweile? Keineswegs. Ein erstes Mal ist immer irgendwie aufregend. Dazu erwartet der Trainer des Pharmaserv-Teams einen „sehr schnellen und aggressiven“ Gegner.

Am Mittwoch feierte der BC Marburg seinen allerersten Sieg in einem europäischen Wettbewerb. Am Samstag gibt es, unabhängig vom Ausgang, eine weitere Premiere. Denn gegen die Bascats des USC Heidelberg hat Hessens einziger Erstligist im Damenbasketball noch nie ein (Pflicht-)Spiel bestritten.

Der Aufsteiger hat nach fünf Spieltagen zwar erst einen Erfolg eingefahren. Doch auch in den verlorenen Spielen gab das Team vom Neckar meist eine gute Figur ab. Drei Mal unterlagen die Bascats nur ganz knapp, zum Beispiel gegen Meister und Tabellenführer Wasserburg.

Die höchste Saisonniederlage setzte es – überraschenderweise – gegen einen Zweitligisten: Am Mittwoch gabs im Pokalspiel beim Erstliga-Absteiger in Freiburg mit 46:66 auf den Deckel. Vermutlich stachelt das die Schützlinge von Dennis Cygan aber nur noch mehr an.

Der erfolgreiche Dreitages-Trip nach Ostrava hat zwar dem Bundesliga-Fünften (3:2 Siege) aus Marburg keine neuen Verletzten beschert. Doch Alex Wilke fällt mit ihrem Bänderriss im Knöchel weiterhin aus.

 

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Wie läuft eure Vorbereitung auf Heidelberg?
Patrick: Am Donnerstagabend sind wir zurückgekommen. Freitag haben wir zwei Einheiten Training und eine Video-Analyse. Am Samstag dann vor der Abfahrt noch eine leichte Einheit. Die Reiserei ist schon etwas anstrengend. Wie anstrengend, werden wir Samstag sehen.

Du hast gesagt, ihr spielt auch Europapokal, um zu lernen. Was habt ihr am Mittwoch gelernt?
Patrick: Dass wir besser im Eins-gegen-ein verteidigen müssen. Wir brauchen 40 Minuten lang Aggressivität und gutes Reboundverhalten. Als wir das in Ostrava gezeigt haben, haben wir das Spiel gedreht. Daran wollen wir in Heidelberg anknüpfen.

Heidelberg hat erst einen Sieg auf dem Konto und ist gegen einen – wenn auch guten – Zweitligisten aus dem Pokal geflogen …
Patrick: Dennoch sind sie ein gutes Team, was auch locker mit nur einer Niederlage in der Tabelle stehen könnte. Man darf sie nie abschreiben und muss bis zum Schluss alles geben. Ich denke, sie werden auch anfangen, die knappen Spielen zu gewinnen und am Ende der Saison im Mittelfeld landen.

Drei Heidelbergerinnen punkten zweistellig. Eine davon holt im Schnitt neun Rebounds. Reicht es, wenn ihr euch auf dieses Trio konzentriert?
Patrick: Das glaube ich nicht. Man muss natürlich über Young, Arthur und Jones-Smith sprechen. Und natürlich nicht nur sprechen, sondern zum Beispiel ausboxen, um die Rebounds in den Griff zu bekommen. Aber sie haben außer diesen dreien auch noch andere starke Spielerinnen. Sie sind tief besetzt mit allen Spielertypen dabei. Sie sind also schwer zu spielen.

Wenn jemand sagt: Wer, wie ihr, um die Meisterschaft mitspielen will, der muss gegen einen Aufsteiger gewinnen. Was antwortest du?
Patrick: Recht hat er. Allerdings gewinnt man die Meisterschaft am Ende der Saison und nicht am sechsten Spieltag.

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(von Marcus Richter)

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