CEWL: Auswärtssieg in Ostrava

Marburgs Finja Schaake (8), hier gegen DʻAsia Chambers, war beim Spiel in Ostrava beste Punkesammlerin der Partie. Foto: Pavel Netolička

Furiose Aufholjagd wird belohnt

Europapokal CEWL: SBŠ Ostrava – BC Pharmaserv Marburg 67:71.

Der erste Sieg im Europapokal für den BC Marburg überhaupt ist perfekt. Nach starker Aufholjagd gewann das Unger-Team in Tschechien bei SBŠ Ostrava mit 71:67.

„Meine Mannschaft hat Charakter gezeigt“, freute sich Patrick Unger. Der Trainer des BC lobte die Leistungsssteigerung seiner Schützlinge nach dem Seitenwechsel. „Als wir angefangen haben, die gegnerischen Würfe zu verteidigen, haben wir auch im Rebound Oberwasser bekommen und konnten viele Fastbreaks laufen“, erklärte der 34-Jährige den Umschwung.

Mitte des zweiten Viertels hatten die Gäste bei der ersten Teilnahme des BC an einem europäischen Wettbewerb seit 2003 schon mit 23:37 zurückgelegen. Beim 41:31 für SBS Ostrava ging es in die Kabine. Nach 30 Minuten lagen die Lahnstädterinnen immer noch hinten (47:52). Doch die Leistungskurve zeigte steil nach oben. Stephanie Wagner traf per Dreier (53:52, 32. Minute) zur ersten Marburger Führung seit der Anfangsphase. Nach einem Zwischenspurt des BC zeigte die Anzeigetafel in der „Hala Tatran“ 109 Sekunden vor Ende 67:63 für das Team aus Nemecko, wie Deutschland auf Tschechisch heißt.

Finja Schaake machte nach einem Ballgewinn mit einem Korbleger plus Bonusfreiwurf 16 Sekunden vor der Sirene mit dem 71:64 alles klar.

Seine Mannschaft habe sich zu Beginn „von der Physis des Gegners ein bisschen beeindrucken lassen“, erklärte Unger den Fehlstart. In der Halbzeit sei „an ein paar Stellschrauben gedreht“ worden. „Da sind wir aggressiver nachgegangen und haben selbstbewusster gespielt“, sagte der BC-Coach und sprach seiner Mannschaft „ein ganz großes Kompliment“ aus.

Auch wenn Finja Schaake 20 Punkte erzielt und Führungsqualitäten gezeigt habe, sei es ein Team-Erfolg. „Diana Voynova zum Beispiel hat vielleicht nicht gepunktet, aber wichtige Rebounds geholt“, sagte der 34-Jährige. „Kim Winterhoff macht – in Anführungsstrichen – nur zwei Punkte, trägt aber durch ihre 8,5 Minuten Spielzeit erheblich zum Erfolg bei, weil sie den anderen wichtige Pausen verschafft“, hob der BC-Übungsleiter hervor.

Am Ende hatte Marburg nicht nur die tiefere, sondern auch die bessere Bank: 31 Punkte erzielte die erste fünf des BC. Die des Gastgebers 54.

Schon während der Rückreise beginnt die Vorbereitung auf das nächste Spiel. Am Samstag steht die Bundesliga-Partie beim Aufsteiger Heidelberg an.

 

Statistik
Viertel: 20:17, 21:14, 11:16, 15:24.
Ostrava: Brigs 3 Punkte / 1 Dreier, Chambers 11, Kopecka 11/1 (10 Rebounds, 3 Blocks), Kubickova 12 (4 Assists, 3 Blocks), Miklikova 14/4 (3 Ass.), Raskova (6 Ass.), Smutna 10/1 (3 Ass.), Thompson 6/1 (3 Ass., 3 St.).
Marburg: Baker 8 (3 Ass.), Bradley 4, Bertholdt 10, Greunke 4, Schaake 20/2 (7 Reb., 3 Ass.), Voynova (7 Reb.), Wagner 8/1, Winterhoff 2, Yohn 15/3 (7 Reb.).
SR: V.Kurz, M.Komprs, T.Holubek. Z: 100.

Fun Facts (bezogen auf Europapokal): Erster Sieg des BC (1-10). – Erster Sieg Marburgs seit 06.10.1993 (81:48 als VfL gegen BBC Bertrange/LUX) und erster Auswärtssieg seit 29.09.1993 (76:51 als VfL bei BBC Bertrange). – Finja Schaakes 20 Punkte in einem Spiel sind die meisten einer deutschen Spielerin für Marburg, die drittmeisten überhaupt (28: Michelle Hendry, 24: Catherine Lahanas) und die meisten auswärts. Katie Yohns 3 Dreier in einem Spiel sind die meisten einer Marburgerin überhaupt (gemeinsam mit Jacqueline Lavallee). – Der BC führte nur 8:40 Minuten lang, davon aber die letzten 4 durchgehend, höchste Führung 16 Sekunden vor Schluss (71:64).

Fail Fact: 22 Prozent ist die schlechteste Dreierquote dieser Saison (23 Prozent, 3/13: 24.09. in Hannover).

(von Marcus Richter)

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