Duell um Platz 3: Entscheidung in Herne

Das letzte Heimspiel des BC Pharmaserv Marburg in dieser Saison endete 77:77. Foto: Peter Voeth

Unentschieden!

Planet-Photo-DBBL: Hinspiel um Bronze: BC Pharmaserv Marburg – Herner TC 77:77.

Das Rennen um den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft ist völlig offen. Im ersten der beiden Partien trennten sich der Tabellenfünfte der Hauptrunde, Marburg, und der Tabellendritte aus Herne unentschieden. Normalerweise gibt es im Basketball Verlängerung, wenn nach der regulären Spielzeit keine Entscheidung gefallen ist. Im Modus für das DBBL-Duell um Bronze ist aber das Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel entscheidend. Bedeutet: Der Sieger der Partie am Sonntag, 16.30 Uhr, in Herne beendet die Saison mit einer Plakette um den Hals.

Die Partie endete so kurios, wie sie begonnen hatte: mit einem Patt. Nach dem Sprungball kam es sofort zu einem Halteball zwischen Marburgs Finja Schaake und der Hernerin Beatrice Attura. Die Folge: erneuter Sprungball, diesmal mit Schaake und Attura.

Herne begann stark (17:6, 7. Minute / 22:12, 11.) und traf besser als das Pharmaserv-Team. Das kam bis zum Seitenwechsel leicht heran (33:40). Doch erst Mitte des dritten Durchgangs kamen die Gastgeberinnen richtig in Fahrt und der Funke sprang aufs Publikum über.

Diana Voynova wurde nach dem letzten Heimspiel ihrer Profi-Karriere durch BC-Präsident geehrt. Foto: Peter Voeth

Kurz vor Ende des Viertels brachte Steffi Wagner den BC erstmals in Führung (54:52) und Diana Voynova vollendete in ihrem vorletzten Spiel als Profi einen 12:0-Lauf zum 60:52 (32.). Die Lahnstädterinnen begeisterten in dieser Phase mit schönen Spielzügen und holten beim 63:54 (33.) ihren größten Vorsprung heraus.

Der Hauptrundendritte glich aus (67:67), Katie Yohn brachte Marburg per Dreier zwei Minuten vor Ende mit 75:70 nach vorn, doch 10,1 Sekunden vor dem Ende holte Emina Karic für Herne die Führung zurück (77:75). Zwei Marburger Auszeiten nacheinander brachten den richtigen Impuls: 4,6 Sekunden vor der Sirene glich Paige Bradley zum Endstand von 77:77 aus.

Bildergalerie (Fotos: Peter Voeth)

Duell um Bronze:
Hinspiel: Marburg – Herne 77:77
Rückspiel: Herne – Marburg: Sonntag, 16.30 Uhr, H2K-Arena (Mont-Cenis-Gesamtschule)

 


Finalserie (best of five):

Spiel 1: Keltern – Wasserburg 77:64.
Spiel 2: Wasserburg – Keltern: Sonntag, 16 Uhr
Spiel 3: Keltern – Wasserburg: Dienstag, 16 Uhr
Spiele 4 und 5 (falls nötig): 4. Mai und 6. Mai.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Das Unentschieden macht es leichter am Sonntag und man muss nicht groß rechnen. Als wir mehr Emotionen ins Spiel gebracht haben, hatten wir auch mehr Intensität. Das hat sich besser angefühlt als zuletzt. Es war teilweise ein Spiel auf Augenhöhe und es gehört auch Glück dazu. Wir haben in dieser Saison schon viele Körner gelassen und hatten Foultrouble. Wir machen Samstag Videoanalyse und gucken, was gut funktioniert hat. Herne ist heimstark und wird mit viel Selbstvertrauen und Leidenschaft ins Spiel gehen. Aber wir dürfen uns nicht verstecken, sondern so spielen wie heute drei Viertel lang. Die Tagesform wird entscheiden. Wir wollen noch einmal alles raushauen.“

Marek Piotrowski (Trainer Herne):
„Das Unentschieden ist schon komisch. Es sollte in diesem Fall wenigstens noch bis zum nächsten Korb gespielt werden. Es war ein tolles Spiel, nicht für die Coaches, aber für die Zuschauer. Nach dem guten Beginn hatten wir ein Kopfproblem, waren uns zu sicher. Wir hätten lieber mit zehn Punkten Unterschied gewonnen. Aber Respekt an meine Mannschaft, dass sie am Ende wieder zurückgekommen ist. So wird es am Sonntag ein komplett offenes Spiel. Wir hoffen auf unsere Zuschauer, so wie heute das Marburger Publikum die sechste Spielerin für seine Mannschaft war. Die glücklichere Mannschaft wird die Medaille holen. Die wäre ein schönes Andenken. Die Blumen für den Vierten verwelken so schnell.“

 

Statistik
Viertel: 12:19, 21:21, 21:12, 23:25.
Marburg: Baker 2 Punkte (3 Assists), Bertholdt 4, Bradley 5/1 (4 Ass.), Greunke 14/2 (6 Rebounds, 3 Ass., 3 Blocks), Schaake 17/1 (6 Ass.), Voynova 8 (6 Reb.), Wagner 6 (3 Ass.), Wilke 7/1, Winterhoff (n.e.), Yohn 14/2 (5 Ass.).
Herne: Attura 10 (5 Reb., 5 Ass.), J.Bettonvil 6 (5 Reb.), L.Bettonvil 2, Burton 2 (5 Reb.), Bussey 3/1, Karic 8 (4 Ass.), Kuijt 24/4, Lukovic, Polleros (n.e.), Range 16/2 (5 Reb., 3 Ass.), Slim 6.
SR: A.Pawlik, P.Sobieszuk; Z: 550.

 

Fun Facts: Erstes Unentschieden für Marburg im 793. Pflichtspiel. – Ein Unentschieden im Hinspiel um Platz 3 gab es schon einmal: 2013, auch in der Konstellation Fünfter gegen Dritter. Das Auftaktspiel in Freiburg endete 62:62, in Osnabrück stand es nach 40 Minuten 65:65, die Heimmannschaft gewann die Verlängerung mit 7:6 (hoffentlich kein schlechtes Omen!). – Marburg erzielte in dieser Partie mehr Dreier (7) als in den beiden Hauptrundenspielen gegen Herne zusammen (6).

Fail Fact: Das offizielle Scouting-Programm akzeptierte das Unentschieden nicht als Endergebnis. Dieses musste manuell eingestellt werden.

 

Während der Halbzeitpause ehrte der BC-Vorstand die U16-Mädchen (Hessenmeister und Qualifikant zur Süddeutschen Meisterschaft) und das Team Mittelhessen (DM-Bronze). Foto: Peter Voeth

(von Marcus Richter)

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