Fünf Fragen an Heinrich Simon

Heinrich Simon betreut ab 1. Juni für den BC Marburg unter anderem die Minis sowie das Schul- und Kitaprojekt des Vereins. Foto: Marcus Richter

Neuanfang als Deutscher Meister

Ab dem 1. Juni wird Heinrich Simon hauptamtlicher Jugendtrainer beim BC Marburg. Er übernimmt die Federführung für alle Altersklassen bis 12 Jahre sowie das des Grundschul- und Kitaprojekt. Die Fans des Marburger Erstliga-Teams kennen ihn als die Stimme vom Livestream aus Keltern.

Fünf Fragen an Heinrich Simon:

Du verlässt Keltern ausgerechnet, nachdem dein Verein, die Rutronik Stars, erstmals den höchsten nationalen Titel gewonnen hat. Fühlst du dich denn auch ein bisschen als Deutscher Meister?
Heinrich: Ich fühle mich schon mitverantwortlich für den Erfolg, kann mich aber einordnen. Das Gehen fällt so natürlich schwerer, wegen des großen Zuspruchs, den ich erfahren habe: Sprechchöre für mich uns so weiter.

Was zieht dich als alteingesessenen Badener nach Marburg?
Heinrich: Ich bin zwar 71 Jahre alt, aber fit und motiviert. Ich möchte mich noch einige Jahre geistig und körperlich bewegen und möchte nicht einen Vorgarten bearbeiten. Ich habe jetzt privat einen großen Umbruch, habe eine neue Partnerin, mit der ich in Marburg eine neue Wohnung beziehen werde. Ein Neuanfang mag so mit einem neuen Verein gelingen. Ich arbeite schon immer für Bildung und Erziehung der nächsten Generation, jetzt wird es eben die übernächste Generation sein. Seit der Pensionierung nach 35 Jahren als Lehrer habe ich dafür mehr Zeit und Muße. Und schließlich lerne ich immer noch dazu.

Unser Vorstandsmitglied Christine Hellkötter hat dich als eine Institution im Nachwuchsbasketball in Baden-Württemberg bezeichnet. Was meint sie damit?
Heinrich: 1981 gründete ich Basketball Grüner Stern Keltern als Alternativverein. Dort war ich Vizepräsident für Breitensport und Mini-Beauftragter. 1996 bis 2002 war ich Vorsitzender der Region Karlsruhe mit dem Gewinn der U16-Deutschen Meisterschaft als Teammanager und zwei Mal Leiter des All-Star-Games in Karlsruhe. Als Trainer war ich Deutscher Vizemeister bei „Jugend trainiert für Olympia“ mit dem Gymnasium Neuenbürg. Mit meiner ehemaligen U12 bin ich neun Jahre später in die 2. Damen-Bundesliga aufgestiegen.

Dann gab es in Keltern einen Umbruch …
Heinrich: Nach dem Wegfall des Hauptsponsors des Grünen Sterns war ich gezwungen, 2011 zum FC Nöttingen zu wechseln. Die neue Ausrichtung Richtung 1. Liga bewog mich, das Traineramt aufzugeben. Jetzt war ich Jugendkoordinator mit der Koordination zu Damen 3, Damen 2 und Damen 1. Außerdem trainierte ich die männliche und weibliche U12, die ich aus der Grundschulliga rekrutiert hatte.

Wie sehen nun deine Ambitionen in Marburg aus?
Heinrich: Ich möchte ein positiver Teil einer hervorragenden Jugendarbeit sein und dem Verein ein breites Fundament bauen. Ich habe keine Ambitionen in sonstigen Richtungen, kein Trainer und kein Kommentator hat etwas zu befürchten. Ich werde mich schnell einfinden müssen, da einige Arbeiten im Grundschulbereich warten. Im Juli fahre ich dann mit der weiblichen U14 nach Sibiu, der Partnerstadt von Marburg.

(von Marcus Richter)