Heimniederlage gegen Herne

Im Rebound-Duell hatte Herne mit 42:41 die Nase vorn. Hier: Marburgs Steffi Wagner (55) gegen Hernes Courtney Range. Foto: Peter Voeth

„Herne hat viel besser gespielt als wir“

Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Herner TC 62:65.

Das war’s mit dem Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde. Durch die Niederlage gegen Herne und den gleichzeitigen Sieg Bad Aiblings, streitet sich das Pharmaserv-Team am letzten Spieltag im direkten Duell mit Donau-Ries nur noch darum, wer Fünfter und wer Sechster wird. Das nächste Heimspiel, im Playoff-Viertelfinale, bestreitet der BC am Freitag, 6. April.

Mitte des ersten Durchgangs übernahm der Tabellendritte aus dem Ruhrpott das Kommando, auch weil die Marburgerinnen schwach trafen (13:21 nach dem 1. Viertel). Bis auf 21:23 kam der BC heran (14. Minute). Nach zwei starken Minuten führte Herne aber erstmals zweistellig (34:23, 16.). Nach einer Zehn-Punkte-Serie gingen die Hessinnen aber mit nur noch 33:34 und einem guten Gefühl in die Kabine.

Dort kamen die Gäste wacher heraus und bauten die Fühung auf 47:37 aus (24.). Ein energisches Solo von Alex Wilke und zehn Zähler in Folge durch Finja Schaake brachten das 49:49 – und endlich Leben in die Bunde (28.).

Herne legte wieder vor (61:55, 34.), doch der Tabellenfünfte blieb dran und kämpfte. Tonisha Baker rettete einen Ball vor dem Aus zu Marie Bertholdt, die zu Paige Bradley und die aus sieben Metern durch die Reuse: 60:61 bei zwei Minuten. Nochmal Bradley zum 62:63 und noch 37 Sekunden. 14 Sekunden vor Schluss zauberte Beatrice Attura einen bedrängten Wurf irgendwie für Herne in den Korb. Den nötigen Dreier zur Verlängerung konnte der BC nicht mehr ansetzen.

Bildergalerie (Peter Voeth)

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Ich bin enttäuscht über unsere Leistung. Herne hat viel besser gespielt als wir. Wir hatten in einigen Phasen keine Energie. Herne hat uns mit seiner Physis aus dem Konzept gebracht. Offensiv hatten wir zu viele Einzelaktionen. Wenn wir als Team gespielt haben, sah es gut aus. Und erfolgreich verteidigen kann man auch nur im Kollektiv. Natürlich war es eine anstrengende Woche mit den drei Spielen, der 25-Jahr-Feier und der Sportlerehrung, aber das ist keine Ausrede. Es war ja auch eine schöne Woche für uns alle. Das habe ich eben in der Kabine bei der Mannschaft auch nochmal betont. Und wir haben heute teilweise auch gut gespielt. Insgesamt sehe ich eine stetige Steigerung. Und wir haben wieder Charakter gezeigt und mehrere große Rückstände aufgeholt. Jetzt müssen wir sehen, dass wir den Kopf frei und die Beine locker bekommen.“

Katie Yohn (Kapitänin Marburg):
„Die drei Spiele in der vergangenen Woche stecken uns definitiv in den Knochen. Auch mental wird man da müde. Aber wir müssen trotzdem besser beim Rebound arbeiten und mehr Gas geben. Herne hat gut verteidigt, dagegen haben wir phasenweise kein Mittel gefunden. Offensiv hatten wir dadurch viele Einzelaktionen, das müssen wir besser als Team lösen. Und defensiv haben wir oft auch nicht das gemacht, was besprochen war. Aber wir nehmen auch Positives mit: Wir haben gezeigt, dass wir in Wasserburg mehr als mithalten können und heute haben wir uns nach großen Rückständen mehrmals zurückgekämpft. In den Playoffs wird es auf die Tagesform ankommen. Jeder kann jeden schlagen, das wird bestimmt spannend.“

Marek Piotrowski (Trainer Herne):
„Wir haben verdient gewonnen. Wir waren zwei Mal schon mit zehn Punkten vorne, haben durch Marburgs aggressivere Verteidigung ein bisschen die Ruhe verloren und es so unnötig spannend gemacht. Wir machen nie viele Punkte, daher müssen wir gut verteidigen. Das ist gegen Marburg schwierig, weil sie so ausgeglichen besetzt sind. Aber wir haben unseren Plan sehr gut umgesetzt. Meine Mannschaft arbeitet toll und hat schon mehr erreicht, als uns viele zugetraut haben. Alles, was noch kommt, ist Zugabe. Wir haben keinen Druck und gehen mit Selbstvertrauen und Heimvorteil in die Playoffs. Hoffentlich sind dann unsere Verletzten wieder dabei. Marburg kommt immer besser ins Laufen. Es ist ein tolles Team mit jungen, ehrgeizigen Trainern, die kontinuierlich hier etwas aufbauen. Ich wünsche Marburg alles Gute, und vielleicht sehen wir uns ja noch in den Playoffs.“

 

Statistik
Viertel: 13:21, 20:13, 18:21, 11:10.
Marburg: Baker 12 Punkte (7 Rebounds), Bertholdt 7 (7 Reb.), Bradley 9/1 Dreier (3 Assists), Greunke 8, Schaake 10/2, Voynova 6, Wagner 3, Wilke 2, Yohn 5/1 (7 Reb., 4 Ass.).
Herne: Attura 8, L.Bettonvil, Burton 6 (14 Reb.), Bussey 13/1, Karic 4, Lukovic 2, Polleros (n.e.), Range 17/1 (10 Reb.), Slim 15/1.
SR: K.Kammann, C.Möhn. Z: 650.

 

Fun Fact: Zwei zweistellige Rückstände (fast) aufgeholt: 23:34 (16.) auf 33:34 (20.) und 37:47 (24.) auf 49:49 (28.).

Fail Facts: Erste Heimniederlage nach acht Spielen (vier davon Bundesliga) und seit dem 19.11.2017 (52:76 gegen Wasserburg). – Dreier (4) und Quote (22 Prozent) sind in der Bundesliga die schwächsten Werte seit dem Hinspiel (2 / 11).

 

Nachtrag zum Wasserburg-Spiel am vorigen Dienstag:
Das zunächst gemeldete Spielergebnis von 65:60 für Wasserburg wurde nun von der Spielleitung auf 65:58 korrigiert. So steht es auf dem offiziellen Spielberichtsbogen.

(von Marcus Richter)