Heimsieg gegen Donau-Ries

Tonisha Baker (am Ball gegen Samantha Hill, Nummer 11) hatte in der Schlussminute zwei wichtige Aktionen. Die letzte des Spiels hatte Svenja Greunke (von rechts, 13), die Jennifer Schlotts Wurf blockte. Foto: Peter Voeth

„Mega geil!“

Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – TH Wohnbau Angels Donau-Ries 75:73.

Erster Heimsieg für das Pharmaserv-Team nach sieben Wochen. Durch eine kämpferische und über weite Strecken auch spielerisch gute Leitung gehen die Lahnstädterinnen mit einer positiven Bilanz (6-5) in die Rückrunde.

Die Partie gegen den Tabellendritten aus Nördlingen schien zwei Mal zu Gunsten des BC entschieden, wurde in der Schlussminute aber nochmal spannend. Bei 44 Sekunden auf der Uhr erzielte Diana Voynova nach überragendem Pass von Tonisha Baker das 75:71. Doch die Gäste kamen auf zwei Punkte heran und hatten 15 Sekunden für den letzten Angriff. Jennifer Schlott versuchte vier Sekunden vor dem Ende einen Unterhandkorbleger. Den blockte Svenja Greunke ab und hielt Ball und Sieg fest.

Nach ausgeglichenem Auftaktabschnitt (20:20), setzten sich die Gastgeberinnen zwischen der 14. und 16. Minute auf 39:28 ab. In die Kabine gingen aber die Nördlingerinnen mit 42:39, vor allem wegen bis dahin 16 Punkten von Kimberley Pierre-Louis. Der dritte Durchgang lief diesmal ausnahmsweise gut für den BC. In der 31. Minute führte Marburg mit 63:53.

Doch auch dieser Vorsprung reichte nicht: 2:33 Minuten vor dem Ende war wieder alles offen (71:71). Dusel beim Offense-Rebound, Bakers Übersicht und Greunkes rechte Hand sorgten bei den meisten der rund 400 Zuschauern für Jubel.

Das nächste Spiel steht für das Pharmaserv-Team schon am Mittwoch an. Am Nikolaustag, 6. Dezember, empfangen die Marburgerinnen im CEWL-Europapokal die tschechische Mannschaft aus Ostrava (20 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle). Das Hinspiel gewann Marburg mit 71:67.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Es war gut, dass wir mal wieder elf Spielerinnen dabei hatten. Wir haben über weite Strecken mit viel Intensität gespielt. Aber nicht als Nördlingen vor der Halbzeitpause den Lauf hatte. Die sind gerannt ohne Ende und wir konnten es nicht unter Kontrolle bringen. Dann sind wir nervös geworden. Im letzten Viertel hatte ich das Gefühl, wir wollten die Führung verwalten. Wir haben uns auf eine bestimmte Sache so fokussiert, dass wir die anderen Optionen nicht mehr gesehen haben. Aber wir haben in der entscheidenden Phase die Ruhe bewahrt. Es ist nicht einfach, so enge Spiele zu gewinnen, besonders gegen so gute Teams, wie Nördlingen eins ist. Deshalb bin ich besonders glücklich, dass es geklappt hat.“

Alex Wilke (Spielerin Marburg):
„Es hat sehr viel Spaß gemacht, nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder auf dem Feld zu stehen. Vor allem in so einem intensiven, spannenden Spiel. Als wir uns im zweiten Viertel abgesetzt hatten, haben wir zu viele Schnellangriffe und einfache Korbleger zugelassen. In der Halbzeitpause hat uns der Trainer gesagt, was unsere Fehler waren, und uns wieder motiviert und nach vorne geschrien [lacht]. Wir sind froh, dass wir heute mal das dritte Viertel gewonnen haben. Das ist immer unser Ziel, hat zuletzt aber nicht geklappt. Der Block von Svenja [Greunke] am Ende war einfach nur mega geil! Ich konnte mich nicht mehr auf dem Stuhl halten und bin direkt aufs Feld gerannt. Das war krass!“

Patrick Bär (Trainer Donau-Ries):
„Marburg hat die Intensität bestimmt. Sie hatten nur zwei Ausreißer nach unten, wir nur zwei nach oben. Die Schiris haben sehr viel zugelassen, was okay ist. Aber wenn du dann diese Intensität nicht mitgehst, dann verlierst du. Aber es waren alle die ganze Woche über ein bisschen krank. Zum Ende war auch die Kraft nicht mehr da. Marburg hat sensationell gekämpft und uns am Korb nichts Einfaches gegeben, was andere Mannschaften durchaus zulassen, und da hat uns einfach eine Option gefehlt. Die Niederlage ist kein Beinbruch, wir wissen, wo wir ansetzen müssen. Und ich würde mich mehr ärgern, woanders zu verlieren. Ich freu mich für Patti [Unger], das ist schon verdient für Marburg.“

 

Statistik
Viertel: 20:20, 19:22, 22:11, 14:20.
Marburg: Baker 13 Punkte (3 Assists), Bertholdt 8/1 Dreier (6 Rebounds), Bradley 2 (3 Ass.), Greunke 14/1 (6 Reb.), Kohl (n.e.), Schaake 11/1, Voynova 8, Wagner 3/1 (3 Ass.), Wilke, Winterhoff (n.e.), Yohn 16/4.
Donau-Ries: La.Geiselsöder 2, Lu.Geiselsöder 8, Hill 6 (4 Ass.), Högg 4, Mäkitalo, Pierre-Louis 28 (10 Reb.), Racic 16, Schlott 9.
Schiedsrichter: Behm, Saeidi. Zuschauer: 400.

 

Fun Facts: Mit Patrick Unger als Trainer zu Hause gegen Donau-Ries unbesiegt (5-0). – In allen elf Spielen gegen Donau-Ries unter Unger erzielte der Sieger mindestens 70 Punkte, Donau-Ries reichten aber zum zweiten Mal in Folge in Marburg 73 oder mehr Punkte nicht. – Zum zweiten Mal in dieser Saison gewinnt Marburg ein Spiel mit nur einem gewonnenen und zwei verlorenen Vierteln – ebenfalls mit zwei Punkten Differenz (08.10. in Saarlouis, 78:76). – Katie Yohn überholt in der Team-Rangliste mit 148 Dreiern (Hauptrunde seit 1992) Hicran Özen auf Platz 5.

Fail Fact: 21 Fehlversuche von der Dreierlinie sind die meisten seit 23.10.2016 (21) in Donau-Ries (68:78 verloren).

(von Marcus Richter)