Heimspiel gegen Heidelberg

Paige Bradley (am Ball, hier gegen Arad) empfängt mit dem Pharmaserv-Team diesen Samstag Aufsteiger Heidelberg. Foto: Melanie Weiershäuser

Lieber in der Halle als vor dem Fernseher

Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – AXSE Bascats USC Heidelberg (Samstag, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Mit einem Heimspiel gegen Heidelberg geht eine ereignisreiche Basketball-Woche für das Pharmaserv-Team zu Ende. Sie begann mit einer Niederlage in Bad Aibling, ging mit zwei erfolgreichen Europapokal Heimspielen (87:79, 73:69) weiter und endet in jedem Fall mit einer Premiere.

Der BC Marburg steht nach 16 Spieltagen mit neun Erfolgen auf Rang fünf der Tabelle. Aufsteiger Heidelberg hat sich langsam aus dem Tabellenkeller herausgekämpft und klopft als Zehnter sogar an die Tür zu den Playoffs.

Vier Spielerinnen der Gäste punkten im Schnitt zweistellig. Veshaundra Young liegt damit in der Liga-Rangliste auf Platz neun. Tiffany Jones steht bei den Rebounds auf Rang drei. Auf Marburger Seite ist der Einsatz von Katie Yohn fraglich, die am Mittwoch gegen Arad wegen ihrer Fußverletzung nur wenige Minuten eingesetzt werden konnte.

Die Bascats treten zum allerersten Mal seit Marburgs Wiederaufstieg 1992 in der Stadt an der Lahn an. War das Hinspiel (88:59) noch eine klare Angelegenheit für den BC, sollten die Fans diesmal keinen Selbstläufer erwarten. Die Heidelbergerinnen raufen sich von Woche zu Woche mehr zusammen und gewinnen auf einmal. Bisher allerdings nur in eigener Halle. Die Verantwortlichen von Hessens einzigem Erstligisten im Damenbasketball hoffen, dass die Mannschaft von Dennis Czygan nicht ausgerechnet in Marburg ihren allerersten Auswärtssieg feiern.

 

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Ihr wolltet euch gegen im Europapokal gegen Arad Selbstvertrauen holen, hattest du gesagt. Wie ist das gelungen?
Patrick: Wir haben jeweils in den zweiten Halbzeiten vieles richtig gemacht. Im Rückspiel haben wir mal ein paar Sachen probiert, die wir schon lange nicht mehr gespielt haben, und das unter realen Bedingungen. Das gibt dann auch Selbstvertrauen, wenn das klappt. Dass wir auch Fehler gemacht haben, ist normal, wenn man Dinge ausprobiert. Und im letzten Viertel des zweiten Spiels hat man dann auch gesehen, dass bei beiden Mannschaften die Luft raus war.

Heidelberg hat sich vom Tabellenschlusslicht zum Playoff-Kandidaten gemaustert. Wie schätzt du das ein?
Patrick: Das habe ich schon geahnt, dass sie da unten noch rauskommen. Durch die Rückkehr von Brooke Le Mar nach ihrer Verletzung haben sie etwas mehr Struktur in ihrem Spiel. So gewinnen sie und das gibt Selbstvertrauen.

Wie Bad Aibling, verteilt sich bei Heidelberg die Punktelast auf viele Schultern. Siehst du bei beiden Mannschaften Parallelen?
Patrick: Der Spielstil ist ähnlich: viel Eins-gegen-eins. Das müssen wir besser verteidigen. Aber beide Mannschaften haben ganz unterschiedliches Personal, das man auch anders verteidigen muss. Heidelberg wird kämpfen bis zum umfallen. Wir müssen genau das gleiche tun.

Wäre es provokant zu sagen: Wer fürs Viertelfinale aufs Heimrecht spekuliert, muss das Spiel gewinnen?
Patrick: Solche Aussagen sind immer provokant. Wir wollen Heimrecht, dazu müssen wir Spiele gewinnen. Das wird aber schwierig. Viele Mannschaften haben nachverpflichtet. Besonders die Mannschaften, die ja angeblich so wenig Geld haben. Die werden sicherlich noch ein Wörtchen mitreden, was das Heimrecht für die Playoffs angeht. Ich glaube, Mannschaften wie Bad Aibling, Nördlingen und wir viel bekommen zu wenig Respekt dafür, dass wir mit dem gleichen Personal über eine ganze Saison gut spielen und versuchen, Spielerinnen und Mannschaft zu entwickeln. Unser erstes Ziel ist es, in die Playoffs zu kommen, das sieht momentan gut aus. Dann beginnt eh wieder alles von vorn. Wenn man Heimrecht hat, dann umso besser.

Heidelberg hat auswärts eine Bilanz von 0:8. Ihr habt sechs Heimspiele hintereinander gewonnen. Da darf man doch jetzt eigentlich nicht verlieren, oder?
Patrick: Wir wollen aber natürlich gewinnen. Wenn wir negativ in Spiele reingehen würden, dann könnten wir uns auch vor den Fernseher setzen und uns andere Teams anschauen. Nur wer Positives denkt, kann auch Positives bewirken.

Spielverlegung:
Um dem BC die Teilnahme am CEWL-Final-Turnier zu ermöglichen, hat Bundesliga-Konkurrent TSV Wasserburg dankenswerter Weise kurzfristig einer Verlegung des für den 3. März in der Stadt am Inn geplanten Liga-Spiels auf Dienstag, 6. März, zugestimmt.

(von Marcus Richter)