Playoffs: Niederlage im ersten Halbfinale

Alex Wilke erzielte für das Pharmaserv-Team bei der Niederlage im ersten Halbfinale in Keltern vier Punkte. Foto: Peter Voeth

Zu viel Respekt

Planet-Photo-DBBL: Playoff-Halbfinale, Spiel 1: Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg 76:61 (Serie 1:0).

Das Pharmaserv-Team ist mit einer Auswärtsniederlage ins Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gestartet. Bei der besten Mannschaft der Bundesliga-Hauptrunde erwischten die Marburgerinnen in beiden Halbzeiten einen lausigen Start. Das zweite Spiel der Serie im Modus „best of three“ müssen die Lahnstädterinnen zu Hause am Freitag gewinnen, wollen sie die Chance aufs Finale wahren.

Beide Spielhälften verliefen ähnlich: Im ersten und im dritten Viertel überzeugte der Favorit mit schönem Passspiel. Freie Wurfpositionen und eine hohe Trefferquote aus allen Lagen waren die Folge. In der Verteidigung ließ Keltern den Tabellenfünften kaum zur Entfaltung kommen. Der BC leistete sich zu viele Ballverluste und kam überwiegend durch Einzelaktionen zum Erfolg. So zogen die Badenerinnen zwischenzeitlich auf 30:13 (12. Minute) und 70:42 (32.) davon.

Im zweiten und vierten Durchgang zeigten die Hessinnen, dass sie sich auch vor dem Spitzenreiter nicht verstecken müssen. Kämpferisch hielten sie dagegen, schöne Kombinationen wurden mit massig Punkten belohnt. Und das nicht erst, als Keltern durch Auswechslungen zu klar machte, dass die Partie entschieden war: Im zweiten Abschnitt kam der BC von -17 auf -8 heran (18.), was besonders den gut 35 mitgereisten Marburg-Anhängern gefiel.

Insgesamt holte Keltern 20 Rebounds mehr als Marburg (26) und sogar unter dem gegnerischen Korb mehr (23) als die Gäste (21) und kam so 19 Mal öfter zum Wurf als der BC (56).

Bildergalerie (Fotos: Peter Voeth)

Playoff-Halbfinale (best of three):
Spiel 1: Keltern – Marburg 76:61
Spiel 2: Marburg – Keltern: Freitag, 20.04., 19 Uhr (GGH)
Spiel 3: Keltern – Marburg: (falls nötig) Sonntag, 22.04., 17.30 Uhr

Das erste Spiel in der anderen Semifinal-Serie gewann der TSV Wasserburg zu Hause gegen den Herner TC mit 79:59.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Glückwunsch an Keltern. Das war eine sehr aggressive Defensivleistung. Dass wir in den ersten drei Vierten nur 38 Punkte machen, spricht für sich. Wir haben im ersten und dritten Viertel nichts von dem umgesetzt, was wir wollten. Gegen Kelterns internationale Truppe hast du dann keine Chance. Sie haben uns ihr Spiel aufgedrängt und wir haben physisch nicht genug dagegengehalten. Wir haben beim Rebound nicht gut zugepackt und waren in der Defense insgesamt zu langsam. Das Ergebnis ist bitter. Ich bin weniger enttäuscht, sondern genervt, dass wir uns den Schneid haben abkaufen lassen. Aber wir haben im zweiten und letzten Viertel gesehen, dass wir gut mithalten können. Freitag haben wir ein Do-or-die-Spiel. Aber das sind wir ja gewohnt.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Wir sind mit zu viel Respekt gestartet und haben zu lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Da lagen wir schon weit zurück und dann ist es schwer, zurückzukommen. In einer Auszeit hat uns Patrick [Unger] lautstartk darauf hingewiesen, dass wir besser spielen können, als das, was wir gerade zeigen. Das hat uns aufgeweckt und dann wurde es auch bis zur Halbzeitpause besser. Insgesamt mussten wir unsere Punkte härter erarbeiten als Keltern. Von deren physischer Spielweise haben wir uns verunsichern lassen. Irgendwann haben wir nicht mehr auf das Ergebnis geguckt, und dann haben wir die freien Optionen wieder besser gefunden.“

Christian Hergenröther (Trainer Keltern):
„In der Halle war eine Atmosphäre, die ich mir öfter bei uns wünschen würde. Die Unterstützung der Fans hat uns getragen. Marburg und wir kennen uns gegenseitig gut, daher haben wir taktisch ein bisschen was geändert. Das zwang Marburg zu einer kleineren Aufstellung, was uns Vorteile im Rebound gebracht hat. Wir wissen, dass es in Marburg schwer wird. Sie sind sehr heimstark.“

 

Statistik
Viertel: 25:11, 19:20, 20:7, 12:23.
Marburg: Baker 17 Punkte / 1 Dreier, Bertholdt 2, Bradley 6, Greunke 7 (9 Rebounds), Schaake 5 (3 Assists), Voynova 4, Wagner 4, Wilke 4, Yohn 12/2 (3 Ass.).
Keltern: Barnert 6 (3 Ass.), Ciappina 11/2, DeVaughn 5, Elbert, Markovic 2 (6 Reb., 3 Ass.), Miloglav 6/1 (5 Reb.), Orrange 9, Pikciute 7 (8 Reb.), Pokk 14 (7 Reb.), Schüler, Thomas 16/1 (7 Reb.).
SR: H.Frölich, A.Bohn; TK: H.Molitor. Z: 500.
Stationen: 0:2 (2′), 8:2 (3′), 17:6 (6′), 25:11 [10′], 30:13 (12′), 37:23 (17′), 37:29 (18′), 44:31 [20′], 47:34 (22′), 54:37 (25′), 64:38 [30′], 70:42 (32′), 74:49 (35′), 74:57 (39′).

 

Fun Fact: Finja Schaake hat mit 226 Bundesliga-Spielen nun den zweiten Platz in der Team-Rangliste alleine inne (zu Platz 1 fehlen noch 5).

Fail Facts: zuletzt fünf Spiele hintereinander in Keltern verloren. – 0:18-Auswärtsbilanz im Playoff-Halbfinale.

(von Marcus Richter)