Pokal: Marburg erreicht Viertelfinale

Marburger Spielerinnen und Fans feierten in Nördlingen gemeinsam das Erreichen des Pokalviertelfinales. Foto: Marcus Richter

Drittes Lichtlein am zweiten Advent

Deutscher Pokal, Achtelfinale: TH Wohnbau Angels Donau-Ries – BC Pharmaserv Marburg 72:93.

Während an den Adventskränzen im verschneiten Nördlingen zwei Kerzen die Wohnstuben erhellten, zündeten die Marburgerinnen im Dezember schon ihr drittes Lichtlein an: dritter Sieg im dritten Spiel – in drei Wettbewerben. Nach dem 75:73 vor acht Tagen in der Liga gegen Donau-Ries und dem 89:42 im CEWL-Europapokal gegen Ostrava, erreichte das Pharmaserv-Team mit 93:72 nun das Viertelfinale um den Deutschen Pokal.

Am 7. Januar reisen die Marburgerinnen zum Bundesliga-Elften Göttingen. „Schon wieder kein Heimspiel“, kommentierte BC-Coach Patrick Unger das Los. „Wir werden uns gut vorbereiten, um es ins Top-Four zu schaffen.“ Gut vorbereitet waren seine Schützlinge schon zum zweiten Mal auf Donau-Ries. Nur im Eröffnungsdurchgang brachten die ersatzgeschwächten Angels den BC mehrfach und ernsthaft in Bedrängnis (24:18).

Mit sechs Punkten zu Beginn des zweiten Viertels glichen die Lahnstädterinnen aus und lagen beim 24:26 (14. Minute) letztmals zurück. Ein 24:8-Lauf sorgte bis zum Seitenwechsel (48:34) bei den 13 mitgereisten BC-Anhängern für Optimismus. Auch im dritten Durchgang hatten die Hessinnen im Angriff den Blick für die freie Mitspielerin. 51 Prozent seiner Würfe traf der BC aus dem Feld, die Nördlingerinnen immerhin 42 Prozent. Im letzten Viertel ließ das Pharmaserv-Team nichts mehr anbrennen und holten seinen höchsten Vorsprung beim 86:61 (35. Minute).

Am Dienstag, 17 Uhr MEZ, spielen die Marburgerinnen in der CEWL beim rumänischen CSM Satu Mare.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Dass wir eine größere Rotation als der Gegner hatten, war ein wichtiger Faktor. Und man hat gesehen, dass die Mädels Spaß am Spiel haben und unbedingt weiterkommen wollten. Dass wir die erste Mannschaft sind, die in dieser Saison in Nördlingen gewinnt, freut mich. Das zeigt, wie gut wir drauf sind, wenn wir vollzählig sind. Im ersten Viertel hat der Gegner stark verteidigt, da waren wir ein bisschen nervös. Aber insgesamt war das heute schon nahe an dem, was unser Ziel ist: 40 Minuten lang mit Intensität spielen. So brauchte ich auch keine Auszeit nehmen, weil die Mannschaft sich immer wieder selber gefangen hat. Und es war echt cool, dass trotz des Wetters so viele Fans hier waren.“

Diana Voynova (Spielerin Marburg):
„Wir haben uns auf das konzentriert, was wir kontrollieren können: Wenn wir mit Intensität und als Team zusammen spielen, sind wir schwer zu schlagen. 19 Assists und fünf Spielerinnen mit zweitselliger Punktzahl zeigen, dass wir den Ball gut verteilt haben. Und wir haben viele sehr gute Positionen rausgespielt und dazu oft einen freien Wurf für einen sehr freien Wurf getauscht.“

Patrick Bär (Trainer Donau-Ries):
„Marburg war klar die bessere Mannschaft, der Sieg ist zweifellos verdient. Wir hatten das Pech, dass sich Carina Högg unter der Woche den Daumen gebrochen hat, so hatten wir nur zwei Centerinnen. Das waren keine super guten Voraussetzungen. Verloren haben wir das Spiel in der Verteidigung. Da haben wir uns nicht an unser Konzept gehalten. Es ist schon frustrierend, wenn man sich zwei Wochen lang auf diese beiden Spiele gegen Marburg vorbereitet und dann beide verliert. Dann hätten wir auch Eis essen können und es wäre das gleiche rausgekommen. Aber es ist ja kein Abstieg. Nächste Woche geht es in der Liga weiter.“

 

Statistik
Viertel: 24:18, 10:30, 24:31, 14:14.
Donau-Ries: La.Geiselsöder 5 Punkte, Lu.Geiselsöder 8, Hill 5, Mäkitalo 4 / 1 Dreier, Obanor, Pierre-Louis 27 (13 Rebounds, 3 Steals), Racic 12 (3 Assists), Schenk, Schlott 11/1, Steinmeyer.
Marburg: Baker 16/2 (6 Reb., 6 Ass.), Bertholdt 7/1, Bradley, Greunke 11 (6 Reb., 4 Ass.), Schaake 13/3 (3 Blocks), Voynova 21, Wagner 6, Wilke 2, Winterhoff, Yohn 17/5 (5 Reb., 4 Ass., 3 St.).
SR: Dr. M. Aichele, S.Glosemeier. Z: 300.

 

Fun Facts: 93 erzielte Punkte sind die meisten in einem Auswärtsspiel unter Patrick Unger (vorher: 09.12.2012 bei Zweitligist Chemnitz, Pokal) und die meisten auswärts gegen einen Erstligsten seit 28.11.2009 (Rhein-Main, mit Svenja Greunke und Steffi Wagner, Pokal). – 31 erzielte Punkte im dritten Viertel sind die meisten in einem Auswärtsspiel (seit dem Wiederaufstieg 1992) gegen einen Erstligisten, 31 gab es vorher nur am 02.11.2008 (bei Zweitligist Rhein-Main, mit Svenja Greunke und Steffi Wagner, Pokal).

Fail Fact: Zum zweiten Mal binnen acht Tagen 72 oder mehr Punkte (gegen Donau-Ries) zugelassen – aber immerhin beide Spiele gewonnen.

(von Marcus Richter)