Pokal-Aus in Göttingen

Während die Göttingerinnen (rechts) den Einzug ins Pokalhalbfinale feiern, analysieren Marburgs Trainer (links) schon das Spiel. Foto: Marcus Richter

Ein bisschen doof

Deutscher Pokal, Viertelfinale: BG 74 Veilchen Ladies Göttingen – BC Pharmaserv Marburg 63:56.

Die Endrunde der besten vier Pokal-Mannschaft findet ohne das Pharmaserv-Team statt. Durch ein schwaches letztes Viertel und eine historische Fehlwurforgie von der Dreierlinie unterlagen die Marburgerinnen beim Erstliga-Schlusslicht Göttingen.

Der BC schien die Partie mit fortlaufender Spielzeit in den Griff zu bekommen (35:28, 19. Minute; 46:37, 28.). Doch die Göttingerinnen kamen wieder zurück. Viertelübergreifend legten sie einen 15:0-Lauf hin (52:46, 34.) und gaben die zurückeroberte Führung nicht mehr ab.

In der Schlussphase stand die Marburger Verteidigung wieder sicher: In drei aufeinanderfolgenden Veilchen-Angriffen wurden die Würfe geblockt. Doch bei einem 54:57-Rückstand verpassten die Lahnstädterinnen es jeweils, weiter zu verkürzen. Zwei Freiwürfe zum 56:57 ließen 70 Sekunden vor Ende die rund 50 mitgereisten BC-Anhängern noch einmal hoffen. Doch der gegnerische Korb war wie vernagelt. Göttingen nutzte vier seiner sechs Freiwürfe nach taktischen Fouls.

Die Gastgeberinnen mussten ohne zwei ihrer Impulsgeberinnen auskommen: Die Ex-Marburgerinnen Jennifer Crowder und Alissa Pierce fielen verletzt aus. Dafür drückten die beiden Zugänge Francis Donders und Katarina Flasarova dem Spiel der Veilchen ihren Stempel auf. Beide, wie Marissa Janning und Verdine Warner, punkteten zweistellig. Beim BC schafften dies nur Svenja Greunke und Finja Schaake.

  • Außer Göttingen stehen im Top-Four: TSV Wasserburg (78:77 gegen Herner TC), Rutronik Stars Keltern (80:52 beim Zweitligisten USC Freiburg) sowie Chemcats Chemnitz (77:42 beim Zweitligisten BG Rotenburg/S.).

 

Am Mittwoch, 19 Uhr, treten die Marburgerinnen zum nächsten Bundesligaspiel beim Tabellenzweiten Keltern am.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Eigentlich hatten wir das Spiel bis kurz vor Ende des dritten Viertels im Griff, haben es aber dann selbst aus der Hand gegeben. Unterschätzt haben wir Göttingen aber nicht. Wir halten sie bei 63 Punkten, aber sind teilweise ein bisschen doof und haben Göttingens Spielweise, dieses hoch und runter, mitgemacht. Dazu haben ein paar offene Korbleger nicht gemacht und wenn wir dann nur 3 von 31 von der Dreierlinie schießen, wird es schwer. Dabei waren die meisten Würfe genau so frei herausgespielt, wie wir sie haben wollten. Und normalerweise gehen die auch rein. Aber es gibt so Tage. Schade, dass das passiert, wenn es ums Top-Four geht. Wir haben unser ersten Ziel nicht erreicht und das ist schwer zu akzeptieren.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Unser Ziel war, Göttingen müde zu spielen. Vielleicht haben wir gedacht: Das wird schön irgendwie. Aber am Ende hatten sie mehr Energie. Nach ihren Ausfällen hatten sie nichts zu verlieren, und da ist es manchmal einfacher, als wenn man sich selbst unter Druck setzt. Aber wie haben zu viele Fehler gemacht, und wenn die Dreier nicht fallen, haben wir natürlich ein Problem. Wenn wir in der Schlussphase nach einem der drei Blocks selbst getroffen hätten, wäre die Energie bei uns wieder da gewesen.“

Giannis Koukos (Trainer Göttingen):
„Vielleicht hat uns Marburg ein bisschen unterschätzt. Wir hatten Verletzungsprobleme, aber alle anderen haben ein bisschen mehr Verantwortung übernommen und kleine Teile beigetragen. Wir haben gut gespielt und gekämpft wie die Löwen. Unsere beiden Neuen haben auch sehr gut gespielt, aber Basketball ist ein Mannschaftssportund ohne die anderen hätten wir es nicht geschafft. Gratulation an meine Mannschaft. Wenn sie an sich glaubt, kann sie vieles möglich machen.“

 

Statistik
Viertel: 18:17, 13:18, 11:11, 21:10.
Marburg: Baker 6 Punkte, Bertholdt 3, Bradley 5/1 Dreier, Greunke 12 (9 Rebounds), Schaake 11/1, Voynova 4 (7 Reb.), Wagner 9/1, Wilke 2, Winterhoff, Yohn 4 (6 Reb.).
Göttingen: Dobroniak, Donders 14/4 (4 Assists), Flasarova 13/1 (7 Reb., 5 Ass., 3 Steals), Janning 20/2 (7 Reb.), Karambatsa 1, Lücken 3/1, Nguyen Manh, Smith, Warner 12 (18 Reb.).
SR: Sascha Alan Gilbert, Anton Kotlyar. Z: 300.

 

Fun Fact: Svenja Greunke erreicht im siebten Pokalspiel hintereinander eine zweistellige Punkteausbeute.

Fail Facts: Erste Niederlage im Pokal gegen Göttingen überhaupt (3-1). – 0 von 16 Dreierversuchen in der zweiten Halbzeit und ingesamt 28 Fehlversuche (3/31).

(von Marcus Richter)