Wiedersehen mit Ex-Marburgerinnen

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Lisa Koop (rechts) bestitt in der vorigen Saison ihr 200. Bundesliga-Spiel für den BC Marburg. Diesen Samstag tritt sie mit Chemnitz gegen ihre ehemalige Mannschaft an. (Foto: Melanie Schneider)

Fünf Fragen an Lisa Koop

Am Samstag empfängt der BC Pharmaserv Marburg um 19 Uhr in der Georg-Gaßmann-Halle die Chemcats aus Chemnitz. Die stehen vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde mit vier Siegen auf Rang elf, einem Abstiegsplatz.

In den Reihen der Chemcats stehen in Lisa Koop, Tina Menz und Amanda Davidson drei frühere BC-Spielerinnen. Hier erfahrt ihr, wie unsere Ehemaligen über ihre jetzige Mannschaft, über Marburg und das Thema Klassenerhalt denken.


Lisa, wie wohl fühlst du dich in Chemnitz?

Lisa: Ich muss gestehen, dass ich etwas Vorbehalte hatte, aber es gefällt mir total gut! Ich habe eine tolle Wohnung, direkt in der Stadt, und kann alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Die Innenstadt ist auch total neu und ich finde es super, mal in einer größeren Stadt zu wohnen. Bezüglich des Vereins merkt man, dass im Osten Sport einen wirklich größeren Stellenwert hat. Wir haben morgens und abends die besten Trainingszeiten und sind durch die Kooperation mit der Sportschule morgens und abends immer mindestens zehn Leute im Training. Das kannte ich so aus meinen bisherigen Vereinen nicht.


Wie ist es für dich unter Amanda zu spielen, mit der du lange Zeit zusammengespielt hast?

Lisa: Das ist auf jeden Fall hilfreich! Wir kennen uns sehr gut und sie ist jemand, der immer die richtigen Worte findet, wenn es mal nicht so läuft. Ich wusste natürlich schon vorher um ihren riesigen Basketball-IQ, habe das Zusammenspielen damals mit ihr sehr geschätzt. Als Trainerin ist sie sehr anspruchsvoll und eine Perfektionistin, aber man lernt sehr viel bei ihr. Ich finde, dass ich durch sie wieder zu alter Stärke zurückgefunden habe, dafür bin ich ihr sehr dankbar.

 

Ihr habt echt komische Ergebnisse. Gegen Wasserburg nur mit drei verloren. In Freiburg mit 19 verloren und das Rückspiel mit 21 gewonnen. Wie kommt sowas?

Lisa: Ich denke, die Ergebnisse geben auch das wider, was während eines Spiels bei uns so abläuft: So spielen wir phasenweise richtig toll, führen lange gegen Top-Teams und haben dann wieder minutenlange Aussetzer, in denen Sachen forciert werden und wir nicht mehr das machen, was vorher erfolgreich war. Das führt dann dazu, dass die Gegner zurückkommen und im Endeffekt das Spiel gewinnen. Das ist wirklich frustrierend, besonders, weil wir so hart arbeiten und „auf dem Papier“ individuell echt gut sind.

 

Der Blick auf die Tabelle zeigt für euch eine kritische Situation. Warum bist du dennoch optimistisch, dass ihr den Klassenerhalt schafft?

Lisa: Eben weil wir individuell wirklich stark sind und phasenweise schon oft gezeigt haben, wie gut wir sein können, wenn wir als Team fungieren. Jetzt muss es nur einmal „klick“ machen und wir uns selbst beweisen, dass wir knappe Spiele auch gewinnen können. Dann bin ich optimistisch, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen können.

 

Macht die Rückkehr nach Marburg es für dich zu einem besonderen Spiel?

Lisa: Marburg ist meine Heimat, es wird immer etwas Besonderes sein, dort zu spielen! Marburg hat eine tolle Fankultur und ich freue mich auf die Stimmung in der Halle – auch wenn die ganze Halle gegen uns sein wird 🙂 Und die Fans, die sich wirklich stundenlang ins Auto setzen, um ihr Marburger Team bei Auswärtsspielen zu unterstützen – ihr seid wirklich großartig. Das haben wir in Chemnitz leider nicht.

 

(von Marcus Richter)