WU16 mit starker Hinrunde in der Oberliga

Die weibliche U15 des BC Marburg aus dem vorigen Jahr spielt mit Trainer Mo Diar Bakerli (hinten rechts) in nahezu unveränderter Formation in dieser Saison als U16. Und ebenso erfolgreich. Foto: Peter Voeth

Sieben Spiele und sieben Siege – eigentlich

Im Frühjahr schafften es unsere U15-Mädchen bis ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft. Auch in der laufenden Oberliga-Saison ist die Mannschaft von Mohamad Diar Bakerli auf einem guten Weg.

Die (wohl) erfolgreichste Jugendmannschaft in der Geschichte des BC Marburg ist nahezu komplett zusammengeblieben. Möglich machte dies die Umstellung aller Jugendaltersklassen. So wurde aus der U15 die U16. Der ältere Jahrgang darf so noch ein Jahr mit den jüngeren Team-Kameradinnen zusammenspielen.

Das sieht der Trainer des BC-Teams als Vorteil. „Wir mussten nicht von vorne anfangen, sondern können auf Arbeit der vorigen Saison aufbauen“, sagt Mo. „Die Mädels spielen gut als Team zusammen, und machen weniger Einzelaktionen. Sie haben sich auch vom Kopf her weiterentwickelt, so können wir an Technik und Taktik arbeiten und ein paar neue Sachen machen.“ Ein Stärke seiner Mannschaft sieht Mo darin, dass die Spielerinnen flexibel einsetzbar sind. „Wir haben kaum feste Positionen, jede kann fast überall spielen“, sagt der Übungsleiter.

Nach gutem Start in die neue Spielzeit, wären seine Schützlinge allerdings manchmal unter ihrem Niveau geblieben. „Wenn der Gegner mal nicht so stark war, sind wir manchmal ein bisschen eingeschlafen“, sagt der Trainer. Dennoch reichte es in allen sieben Spielen der Hinrunde zum Sieg. Zumindest auf dem Feld.

Denn im Nachgang wurde der klare Erfolg bei Eintracht Frankfurt vom Staffelleiter in eine Niederlage umgewandelt. Mo hatte einige U14-Spielerinnen eingesetzt, obwohl diese nicht für die U16 gemeldet waren. „Das war ein Kommunikationsproblem. Ich dachte, sie wären gemeldet, habe es aber nicht kontrolliert“, sagt der Trainer. „Das darf nicht passieren. Es tut mir Leid für die Mädels, denn das haben sie nicht verdient.“

Dass talentierte Spielerinnen auch in höheren Altersklassen früh Erfahrung sammeln, ist Mo wichtig. Daher legt er Wert darauf, dass einige der U14-Mädels schon bei den zwei Jahre Älteren hineinschnuppern. Ebenso trainieren einige seiner U16-Spielerinnen in der U18-Oberliga, dem WNBL-Team Mittelhessen oder der Damen 3 mit.

„Die Mädels sind mega in Ordnung“

Und wie ist das, mit einem Haufen weiblicher Teenager zusammenzuarbeiten? „Die Mädels sind mega in Ordnung, da gibt es kaum Stress. Und wenn mal eine nicht ansprechbar ist, ist das auch okay“, sagt Mo. „Sie zeigen die Bereitschaft zu arbeiten und aus Fehlern zu lernen. Das motiviert auch mich, mein Bestes für sie zu geben.“

Auch auf die Eltern „seiner“ Mädchen hält der Coach große Stücke. „Wie auch vorige Saison sind sie immer dabei und unterstützen uns“, sagt Mo. Besonders heraus hebt er dabei Markus Stengel. „Er steht uns immer als Physiotherapeut zur Verfügung. Er kommt schon anderthalb Stunden vor dem Spiel in die Halle und tapt und behandelt die Mädels – alles ehrenamtlich“, lobt der Trainer.

Wegen des Punktabzugs liegt das BC-Team vor Beginn der Rückrunde (Sonntag, 3. Dezember, GGH) auf Rang drei der Tabelle. Dennoch wünscht sich Mo, die Hauptrunde als Tabellenführer zu beenden. Dann dürfte Marburg wieder das Finalturnier um die Hessenmeisterschaft ausrichten.

Hoffnung auf eine gute zweite Halbserie macht dem Coach vor allem die jüngste Partie. Beim TV Hofheim lagen die Marburgerinnen zur Halbzeit mit 30:40 zurück. „Danach haben die Mädels wieder gezeigt, was sie können“, lobt Mo. „Sie haben ihren Rhythmus gefunden, in der Defense hart gearbeitet und gutes Zusammenspiel gezeigt.“ Und sich mit einem 72:64-Sieg belohnt. „Das mag ich an den Mädels“, sagt der Trainer, „obwohl sie voriges Jahr schon viel erreicht haben, wollen sie immer mehr.“

(von Marcus Richter)