
Abgezockter Spitzenreiter stoppt Marburger Aufholjagd
Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – Saarlouis Royals 57:61 (25:39).
Der BC Pharmaserv Marburg (Bilanz jetzt 4:3) hat gegen den weiter ungeschlagenen Tabellenführer Saarlouis Royals mit 57:61 verloren. Ausschlaggebend war am 7. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga das zweite Viertel, das die Gäste mit 24:11 für sich entschieden. Erfolgreichste Punktesammlerin der Partie war die Saarlouiserin Martha Burse (22 Punkte / 1 Dreier). Marburgs Topscorerin war Sara Guerreiro (12), die zum zweiten Mal zur „ETL ADVISA Spielerin des Tages“ wurde gewählt wurde.
Die Überraschung lag in der Luft. Doch am Ende fehlten Kraft und Ruhe. Dennoch verließen die Blue Dolphins nach 40 aufregenden Minuten erhobenen Hauptes und unter großem Applaus das Parkett. Vor 807 Zuschauern erwischten die Favoritinnen aus dem Saarland am Sparkassen-Spieltag den besseren Start. Der Pokalsieger um Ex-Marburgerin und Geburtstagskind Maggy Meynadier enteilte auf 13:4 (6. Minute), weil gegen ihre robuste Verteidigung zunächst kein Durchkommen war. Dann fand der BC seinen Rhythmus und verkürzte bis zur ersten kleinen Pause auf 14:15.
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Die Royals starteten in den zweiten Durchgang mit zwei Dreiern und legten einen 10:0-Lauf zum 31:16 (16. Minute) nach. Erst dann fiel im zehnten Versuch der erste Marburger Dreier. Mit einem 25:39-Rückstand ging es für die Delfine in die Kabine. Das Pharmaserv-Team hatte bis dahin schon 40 Würfe aus dem Feld genommen, nur 9 fanden ihr Ziel. Einige Versuche verfehlten knapp, andere waren schlampig ausgeführt. Zielwasser und Wurfglück hatten dagegen die Gäste: 13 Treffer bei nur 27 Versuchen.
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Als kurz nach dem Seitenwechsel Saarlouis per Dreier auf 42:25 erhöhte (21.) schien die Partie gelaufen. Aber es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison, dass die Blue Dolphins einen zweistelligen Rückstand noch aufholen. Marianna Byvatov übernahm Verantwortung und setzte sich zweimal energisch durch. Caitie Jones und Lea Debeljak folgten, und nach zwei BC-Dreiern war der Rückstand beim 43:51 (fast) halbiert (29.).
Mit 43:54 ging’s ins Schlussviertel. Vielleicht steckte den Gästen das Eurocup-Match vom Mittwoch noch in den Knochen? Zumindest fehlte in der Rotation eine ihrer Besten: Elina Koskimies saß mit einer Beinschiene offensichtlich verletzt nur auf der Bank. Die Show, die die Marburgerinnen aber nun ablieferten, riss die Fans von ihren Sitzen. Die Dolphins ackerten, klauten Bälle, versuchten alles. Der Lohn: Zehn Punkte in Folge. 55:56 mit noch gut fünf Minuten auf der Uhr. Alles schien möglich. Und die Blue Dolphins waren am Drücker. Doch die Führung wollte nicht gelingen.
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Und die Royals sind nicht ohne Grund ungeschlagen. In dieser Phase reichten zwei Treffer von Martha Burse und Roosa Lehrtoranta (55:61, 37.), insgesamt sieben mickrige Pünktchen im letzten Viertel, um die Partie nach Hause zu bringen. Die Royals trafen aus dem Feld 21 ihrer 51 Versuche. Das Pharmaserv-Team verbuchte 2 Treffer weniger bei 18 Würfen mehr.
Am Freitag war das Pokal-Achtelfinale ausgelost worden. Erstmals steigen die Erstligisten erst in dieser Runde ein. Das Pharmaserv-Team muss auswärts bei den Eigner Angels in Nördlingen antreten. Die acht Partien werden um den 3. Dezember herum ausgetragen, die genauen Termine noch bekanntgegeben. Das erste Ligaspiel gegen das allerdings ersatzgeschwächte Nördlinger Team gewannen die Blue Dolphins mit 67:44.
José Araújo (Trainer Marburg):
„Saarlouis macht nur 61 Punkte, wir haben also in der Verteidigung gute Arbeit geleistet. Wir haben 8 Ballverluste weniger als der Gegner [13:21] und 18 Offensivrevounds [gesamt 42 / Saarlouis 10 offensiv; gesamt 41]. Das sind gut Werte, aber unser Problem war unsere Wurfquote. Wir haben ein bisschen gebraucht, um uns an die körperliche Härte des Gegners zu gewöhnen und dann im zweiten Viertel vier, fünf Minuten nicht gut gespielt. Als wir 17 Punkte hinten waren, hat wahrscheinlich jeder gedacht, das Spiel ist gelaufen. Und wenn du gegen so ein Top-Team so hoch zurückliegst, ist es schwierig zurückzukommen. Das kostet viel Kraft. Aber wir haben uns zurückgekämpft. Da bin ich sehr zufrieden mit den Spielerinnen. Leider wollten wir es dann zu gut machen, waren ein bisschen naiv und haben schlechte Würfe genommen. Da müssen wir ruhiger und geduldiger werden. – Anders als Sara, werde ich nicht zum portugiesischen Nationalteam fahren. Ich hatte eine Einladung als Co-Trainer. Es war ein harte Entscheidung, aber mein Team is hier in Marburg. Das kann ich nicht für zwei Wochen allein lassen.“
Michael Bellmann (Co-Trainer Saarlouis):
„Schon vor dem Spiel war klar, dass es eine schwere Partie werden würde. Nach der Niederlage im Vorbereitungsspiel zeigten wir in der ersten Halbzeit eine starke Leistung und setzten unseren Gameplan konsequent um. Nach der Pause fand Marburg jedoch besser und stärker ins Spiel und ließ immer weniger freie Würfe zu.
Statistik:
VIERTEL: 14:15, 11:24, 18:15, 14:7.
MARBURG: Hanna Adaszeswka (n.e.), Marianna Byvatov (10 Punkte / 1 Dreier), Lea Debeljak (10/1), Allyson Fertig (5), Lena Graf (n.e.), Sara Guerreiro (12/1), Mia Heide (1), Caitlyn Jones (11/1), Greta Kampschroeder (0), Lia Kentzler (2), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (6).
SAARLOUIS: Hannah Biwersi (n.e.), Martha Burse (22/1), Emma Eichmeyer (8), Roosa Lehtoranta (12/3), Nogaye Lo Sylla (8/2), Magaly Meynadier (5/1), Jessika Schiffer (4), Brynn Shoup-Hill (2), Luize Sila (0), Marie Simon (n.e.).
SR: Milutin Jelenic, Eva Bohn, Benis Cehic. Z: 807.
Fun Facts:
Im zweiten Viertel haben (bei beiden Teams) nur Spielerinnen mit ungerader Trikotnummer gepunktet.
Fail Facts:
Marburgs achte Niederlage gegen Saarlouis in Folge und die erste Niederlage gegen diesen Gegner überhaupt mit nur 61 Gegenpunkte. / Mit 25 Punkten Marburgs offensiv schwächste erste Halbzeit (25:39) seit 25.11.2023 (23:30; 70:63-Heimsieg gegen Herne). Marburgs Feldtrefferquote von 27,5 Prozent (19/69) ist die schwächste seit 03.11.2023 (25,8 %; 16/62; 52:75-Heimniederlage gegen Hannover). / Marburg lässt seit dem Wiederaufstieg 1992 in eigener Halle zum 116. Mal höchstens 61 Punkte zu – und verliert dabei erst zum sechsten Mal, zuletzt am 05.04.2014 gegen Oberhausen, mit dem exakt gleichen Ergebnis (57:61). / Seit zur Saison 2000/01 die Spielviertel eingeführt wurden, hat Marburg 131 Heimspiele verloren, davon nun erst zum dritten Mal, obwohl der Gegner in einem Viertel sieben oder weniger Punkte erzielt (diesmal 7 im Vierten). Die beiden anderen Male: 26.03.2004 (66:70 gegen Dorsten; 2/4: 10:6) und 05.04.2014 (57:61 gegen Oberhausen; 3/4: 13:7).
(von Marcus Richter)
Nächste Spiele:
– Nationalmannschaftspause –
Sonntag, 23.11.2025, 16 Uhr, Auswärtsspiel bei Rutronik Stars Keltern
Samstag, 29.11.2025, 19 Uhr, Heimspiel gegen TK Hannover Luchse (Tickets hier)
Um den 03.12.2025, Pokal-Achtelfinale, Auswärtsspiel bei Eigner Angels Nördlingen.
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