
Blue Dolphins drehen im dritten Durchgang auf
Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Marburg – Eisvögel USC Freiburg 88:68 (41:40).
Der BC Marburg hat seine Heimpremiere 2026 gewonnen. Am 14. Spieltag in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga schlugen die Blue Dolphins (Bilanz 7:7 / Platz 5) in der Georg-Gaßmann-Halle die Eisvögel USC Freiburg (1:13 / Platz 10) mit 88:68 (41:40). Erfolgreichste Punktesammlerin war Marburgs Lia Kentzler, die mit 20 Zählern einen persönlichen Rekord im BC-Trikot aufstellte und zur „ETL ADVISA Spielerin des Tages“ gewählt wurde. Topscorerin für die Gäste war Britta Daub mit 18 Punkten.
Die Gastgeberinnen agierten aggressiv und aufmerksam in der Abwehr, kreativ und treffsicher im Angriff. Co-Kapitänin Marianna Byvatov ging mit drei Ballgewinnen und sicheren Abschlüssen voran. Der Tabellenletzte hatte keine Chance. Die Hessinnen gaben auch eine sportliche Bewerbung für das Pokal-Top-4 ab. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Beschreiburg trifft so nur auf das Marburger Spiel in den ersten fünf Minuten nach dem Seitenwechsel zu.
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Freiburg war 20 Sekunden vor der Halbzeitsirene erst zum zweiten Mal seit dem 3:2 in Führung gegangen: Summah Evans traf per Dreier zum 40:38. Ab da blieben die Freiburgerinnen viertelübergreifend 4:50 Minuten ohne Treffer. Greta Kampschroeder holte Marburg per Dreier die 41:40-Halbzeit-Führung – und Mia Heide machte mit dem 56:40 in der 5. Minute des dritten Durchgangs das Schleifchen um einen 18:0-Lauf für Marburg. Die meisten der 598 Zuschauer am Samstagabend, 10. Januar, waren begeistert. Darunter die Golden-Goal-Schützin vom Fußball-WM-Finale 2003, Nia Künzer, und Olympia-Goldschmied im 3×3-Basketball von 2024, Samir Suliman.
Die meisten der ersten 20 Spielminuten waren allerdings eine zähe Angelegenheit gewesen. Ähnlich wie das Hinspiel, das die Blue Dolphins Ende September erst im Endspurt mit 78:70 für sich entschieden hatten. Freiburg trat diesmal nur mit einer Importspielerin – Evans (17 Punkte) – an. Abigail Prohaska war grippeerkrankt nicht mitgereist. 24 Ballverluste und 21 Fouls sammelten beide Teams in der ersten Halbzeit zusammen, dafür immerhin 81 Punkte.
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Die Lahnstädterinnen starteten okay in die Partie. Freiburg traf ein paar schwierige Würfe, ließ aber auch einige leichte liegen. Und so deutete das 21:14 nach neun Minuten auf einen entspannten Abend hin. Doch die Gäste ließen nicht locker. Und die Blue Dolphins machten nicht mehr als nötig – aus Sicht ihres Coaches José Araújo zu wenig.
In zwei Auszeiten kurz hintereinander teilte der Portugiese seinen Schützlingen höflich mit, dass die Leistung nicht seinen Erwartungen entsprach. Nur ein Pünktchen Vorsprung retteten die Blue Dolphins in die große Pause. Aber das Feuerwerk nach dem Seitenwechsel brachte das Team auf Kurs für den 200. Heimsieg in der Bundesliga-Hauptrunde als BC Marburg (seit der Saison 1997/98, vorher als VfL am Start).
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Die Hessinnen traten erneut ohne Caitie Jones an (sie weilt wegen einer privaten Angelegenheit in ihrem Heimatland Australien). Erstmals lief allerdings Nafi Harz auf (Shootingguard / 1,78 Meter) für Marburg auf. Die deutsche U20-Nationalspielerin wurde im Jahr 2024 mit Alba Berlin Deutsche Meisterin und kam erst am Donnerstag aus den USA in Marburg an. Dort hatte sie die letzten Monate am Northwest Florida State College gespielt. Harz hat bei den Blue Dolphins einen Vertrag bis Ende der Saison 2027/28 unterschrieben und ist mit Doppellizenz auch für den Kooperationspartner Bender Baskets Grünberg in der 2. Liga spielberechtigt.
Nächsten Sonntag, 18. Januar, treten die Marburgerinnen um 17 Uhr beim Tabellenzweiten und amtierenden Pokalsieger Saarlouis Royals an.
José Araújo (Trainer Marburg):
„Wir sind zwar nicht schlecht gestartet, haben uns aber dann zurückgelehnt, und das geht nicht. Freiburg hat dann viel Energie aufs Feld gebracht, und sie haben ohne zwei ihrer Ausländerinnen gespielt, das muss man dazusagen! In der Halbzeitpause habe ich den Spielerinnen drei Dinge gesagt, die ich ihnen vor dem Spiel gesagt hatte: Erstens, vergesst, dass wir das Hinspiel gewonnen haben. Zweitens, vergesst, dass Freiburg Tabellenletzter ist. Und drittens, in dieser Liga gibt es keine leichten Spiele. Dann haben wir ein paar Dinge korrigiert, die Sache ernstgenommen und 15 der zweiten 20 Minuten eine gute Qualität gezeigt. Es war gut zu sehen, dass Lia Kentzler heute ein Spiel hatte, das ihr Selbstvertrauen geben wird, denn sie arbeitet immer hart.“
Stefan Möller (Trainer Freiburg):
„Ich finde, wir hätten zur Halbzeit mit acht bis zehn Punkten führen müssen, aber wir haben ein paar Offense-Rebounds und leichte Punkte liegengelassen. Dann sind wir schlecht aus der Kabine gekommen und haben es nicht geschafft, das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Wir haben dann in der Offense zu wenig den Ball laufenlassen und zu viele Einzelaktionen gemacht. Und auch in der Defense haben wir es nicht geschafft, als Team zu verteidigen, da müssen wir bessere Lösungen haben. Aber es war ein tolles Auswärtsspiel, es ist immer schön in Marburg. Ich bin pro Tradition, es ist ein schönes Umfeld und ich finde den Umbruch gut. Jetzt freue ich mich auf unser nächstes Treffen in Freiburg.“
Statistik:
VIERTEL: 21:16, 20:24, 28:12, 19:16.
MARBURG: Marianna Byvatov (9 Punkte / 1 Dreier), Lea Debeljak (14/2), Allyson Fertig (11), Lena Graf (0), Sara Guerreiro (11/1), Nafi Harz (0), Mia Heide (2), Greta Kampschroeder (15/1), Lia Kentzler (20), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (6/1).
FREIBURG: Britta Daub (18), Xara Eich (0), Helena Englisch (3), Summah Evans (17/4), Elea Gaba (6), Paula Huber-Saffer (5/1), Antonia Kraushaar (6), Greta Kröger (6), Paula Paradzik (7).
SR: M.Jelenic, D.Damm, J.Bagley. Z: 598.
Fun Facts:
Lia Kentzler erzielt als 66. Marburgerin (von 176 seit dem Wiederaufstieg 1992 eingesetzten) in der Bundesliga 20+ Punkte. / 200. Heimsieg in der Bundesliga-Hauptrunde als BC Marburg (308 Spiele). / Mit 156 Zählern punktreichstes Marburger Heimspiel ohne Verlängerung seit 26.01.2025 (166; 92:74-Sieg gegen Leverkusen). / Mit 47 erzielten Punkten und einer Differenz vom +19 Marburgs beste zweite Halbzeit daheim seit 26.01.2025 (47:46; +21; -Sieg gegen Leverkusen). / Im zweiten Spiel hintereinander holt Marburg genau 43 Rebounds und lässt 33 zu. / Marburg trifft 22 Freiwürfe (27 Versuche) gegen einen Erstligisten zum ersten Mal seit 03.04.2022 (22/28; 68:82-Niederlage in Freiburg).
Fail Facts:
Marburg leistet sich im 16. Saisonspiel zum 7. Mal 20+ Ballverlusten – und gewinnt zum zweiten Mal in dieser Saison (01.11.2025; 27; 67:44 gegen Nördlingen).
(Text: Marcus Richter, Foto: Stefan Tscherisch)
Nächste Spiele:
Sonntag, 18.01.2026, 17 Uhr, Auswärtsspiel bei Saarlouis Royals
Sonntag, 25.01.2026, 16 Uhr, Auswärtsspiel bei TK Hannover Luchse.
Samstag, 31.01.2026, 19 Uhr, Heimspiel gegen Herner TC (Tickets hier).
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