
Blue Dolphins schnuppern an Sensation – und wollen jetzt Bronze
Toyota Damen Basketball Bundesliga, Pokal-Top-4:
Halbfinals: Saarlouis Royals – Alba Berlin 67:71 (58:58) n. V.
BC Marburg – Rutronik Stars Keltern 74:79 (30:48).
Der Halbfinaltag beim Top-4 um den Pokal der Toyota Damen Basketball Bundesligen war nichts für schwache Nerven. Im ersten Semifinale schlug Gastgeber Alba Berlin den Pokalverteidiger Saarlouis Royals nach deutlichem Vorsprung erst in der Verlängerung mit 71:67 (58:58). Danach hatten die Blue Dolphins des BC Marburg den Meister und Bundesliga-Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern nach 21-Punkte-Rückstand sensationell am Rande einer Niederlage. Doch der haushohe Favorit setzte sich schließlich mit 79:74 durch. Erfolgreichste Punktesammlerin für Marburg war Caitie Jones (23 Punkte / 4 Dreier), für Keltern war Ex-Marburgerin Alex Kiss-Rusk die Topscorerin (15/1).
Hätte, wenn und aber … Was wäre möglich gewesen, wenn die Hessinnen nicht – zum zweiten Mal in Folge nach der 70:76-Heimniederlage gegen Osnabrück – das erste Viertel komplett in den Sand gesetzt hätten … ?! Mit 0:13 starteten die Blue Dolphins. Der Korb schien wie zubetoniert. Und der körperlichen Härte der Sterne aus dem Enzkreis hatten die Marburgerinnen zunächst nichts entgegenzusetzen. Sieben Ballverluste und nur vier Feldtreffer, dazu drei von der Freiwurflinie – so lautet die ernüchternde Bilanz des BC nach dem ersten Viertel. Beim 12:26 war das Finalticket eigentlich schon vergeben.
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Im zweiten Abschnitt kamen die Blauen Delfine langsam in Tritt. Zumindest offensiv. Dennoch lag der Deutsche Meister eine Sekunde vor der Halbzeitsirene mit 21 Punkten in Front. Lucy Michels Buzzerbeater für drei zum 30:48 war ein schöner Ausklang, aber nur Ergebniskosmetik. Von wegen!
Was die Marburgerinnen – seit 7 Jahren und 18 Spielen gegen Keltern sieglos – im dritten Durchgang aufs Feld brachten, war … der Wahnsinn! Die Defense aggressiv und aufmerksam mit so viel Leidenschaft und Herz. Und vorne flutschen die Dinger endlich rein. Dreier Ana Raimundo: 35:50, nur noch 15 (23. Minute). Dreier Jones: 47:56, nur noch 9 (27.). Nochmal Dreier Jones: 59:61, nur noch 2 (29.). Mit 60:61 ging’s ins letzte Viertel.
Von -21 auf +3 binnen 12 Minuten
Dreier Sara Guerreiro: 63:62, erste Führung (32.). Zweier Lea Debeljak: 67:65 (35.). Zweier Marianna Byvatov: 69:66 (36.). Mia Heide (71:68) und Guerreiro (73:70 bei noch 2:48 Minuten). Wer war hier der Meister, der Tabellenführer, die Mannschaft, die seit fünf Monaten in 21 nationalen Pflichtspielen ungeschlagen ist?! Doch Ball und Ring verschworen sich nun gegen die Lahnstädterinnen. Auf der anderen Seite donnerte Keltern nun gnadenlos 2 ihrer 12 Dreier rein, und Ex-Marburgerin Alex Wilke machte mit zwei Freiwürfen 15 Sekunden vor Schluss den Finaleinzug der Sterne perfekt.
Was bleibt, ist der Stolz auf die grandiose Leistung in der zweiten Halbzeit. Und immer noch die Chance auf eine Medaille. Gegner im Spiel um Platz 3 ist am Sonntag, 13 Uhr, der Noch-Pokalsieger und Bundesliga-Zweite Saarlouis Royals.
Marianna Byvatov (Co-Kapitänin Marburg):
„Die Energie, die wir in der Halbzeitbesprechung bekommen haben, haben wir richtig gut aufs Feld gebracht. Man hat gemerkt, wir haben Bock, wir lassen uns nicht einfach so unterkriegen, wir machen weiter. Alle waren auf einmal auf 200 Prozent, wir haben Vollgas gegeben, wir haben alles auf dem Feld gelassen. Und dann haben wir fast die Sensation geschafft. Aber am Ende hat’s dann leider nicht gereicht. Es ist frustrierend. Es wäre wirklich schön gewesen, nach diesem großen Fight dann auch ins Finale zu kommen. Für die Fans und für uns wäre es echt verdient gewesen. Aber wir dürfen uns nicht zu sehr davon beeinflussen lassen, müssen das abhaken und dann wieder bereit sein, denn wir wollen uns auf jeden Fall den dritten Platz holen.“
Ergebnisse
Samstag, 28. Februar:
Halbfinale 1: Saarlouis Royals – 67:71 (58:58) n. V. – Alba Berlin (Re-Live / kompl. Statistik)
Halbfinale 2: BC Marburg – 74:79 – Rutronik Stars Keltern (Re-Live / kompl. Statistik)
Sonntag, 1. März:
Spiel um Bronze: Saarlouis Royals – BC Marburg (Stream / Statistik)
Pokalfinale: Alba Berlin – Rutronik Stars Keltern (Stream / Statistik)
Statistik Halbfinale Marburg – Keltern:
VIERTEL: 12:26, 18:22, 30:13, 14:18.
MARBURG: Marianna Byvatov (5 Punkte), Lea Debeljak (10/1 Dreier), Allyson Fertig (6), Lena Graf (n. e.), Sara Guerreiro (10/2), Nafi Harz (n. e.), Mia Heide (4), Caitlyn Jones (23/4), Greta Kampschroeder (0), Lia Kentzler (6), Lucy Michel (3/1), Ana Raimundo (7).
KELTERN: Kilyn McGuff (0), Maud Huijbens (4/1), Alex Kiss-Rusk (15/1), Karina Konstantinova (13/1), Stephanie Kostowicz (6), Ana Mandic (5/1), Makenna Marisa (13/3), Nevena Rosic (5/1), Ysaline Saulnier (3/1), Anastasia Schlipf (3/1), Alexandra Wilke (12/2).
SR: Sven Rosenbaum, Milutin Jelenic, Luisa Schumacher; TK: Ute Bender.
Fun Facts:
-5 ist Marburgs knappste Niederlage gegen Keltern fern der Heimat seit 02.02.2020 (-5; 66:71)- / 74 Marburger Punkte gegen Keltern sind nicht in einem Heimspiel die meisten seit 23.04.2017 (74:88). / Mit 30:13 und +17 bestes Marburger Viertel gegen Keltern jemals in 36 Spielen seit der Saison 2015.
Fail Facts:
19. Marburger Niederlage gegen Keltern in Folge (nach 06.01.2019). / Marburger Bilanz im Pokal-Top-4: 6:9. / Marburgs Bilanz im Top-4-Halbfinale als tabellenmäßig schlechteres Team ist nun 0:4.
(von Marcus Richter)
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