BC Marburg reist zum Deutschen Meister Rutronik Stars Keltern

BC Marburg reist zum Deutschen Meister Rutronik Stars Keltern
Die Marburgerin Sara Guerreiro (am Ball im Pokalhalbfinale gegen Keltern um Ex-Marburgerin Alex Kiss-Rusk) hat mit Portugal die nächste Runde in der EM-Qualifikation erreicht. Am Sonntag, 22. März, treten die Marburgerinnen in Keltern an. Foto: Stefan Tschersich
Die Marburgerin Sara Guerreiro (am Ball im Pokalhalbfinale gegen Keltern um Ex-Marburgerin Alex Kiss-Rusk) hat mit Portugal die nächste Runde in der EM-Qualifikation erreicht. Am Sonntag, 22. März, treten die Marburgerinnen in Keltern an. Foto: Stefan Tschersich

 

Blue Dolphins fahren zum letzten Auswärtsspiel vor den Playoffs

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
Rutronik Stars Keltern – BC Marburg
(Sonntag, 22.03.2026, 16 Uhr, Schulzentrum Dietlingen).

Die Hauptrunde in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga biegt auf die Zielgerade ein. Vor dem 21. Spieltag steht der BC Marburg (Bilanz 11:9) auf dem fünften Platz, von den Rängen 3 bis 7 ist noch alles drin. Allerdings: Die Blue Dolphins haben im Rennen um die besten Ausgangspositionen für die Playoffs das denkbar schwierigste Restprogramm: Es geht noch gegen den Spitzenreiter und den Tabellenzweiten. Was Mut macht: die beiden jüngsten Auftritte gegen eben diese Gegner beim Pokal-Top-4 vor drei Wochen. Alle Partien des vorletzten Spieltags beginnen am Sonntag, 22. März, um 16 Uhr. Die Marburgerinnen gastieren beim Titelverteidiger und frischgebackenen Vize-Pokalsieger Rutronik Stars Keltern (19:1).

Die beiden letzten Spieltage der Bundesliga-Hauptrunde versprechen Spannung pur. Nur die beiden Erstplatzierten haben ihre Position in der Setzliste sicher, und nur Schlusslicht Freiburg ist raus aus dem Playoff-Rennen. Die Marburgerinnen haben sich seit vier Jahren zum ersten Mal wieder für die Meisterschaftsrunde qualifiziert. Mit der Bronzemedaille im Pokal haben die Blue Dolphins ihr Soll jetzt schon übererfüllt. Jetzt noch den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale zu holen, wäre ein schöner Bonus. Dazu müssen die Hessinnen ihren aktuell fünften Rang um mindestens einen Platz verbessern.

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Doch dazwischen stehen zwei Spiele gegen die beiden besten Teams der Tabelle, Keltern und Saarlouis (14:6) – und gegen die haben die Marburgerinnen, auch in dieser Reihenfolge, gerade erst gespielt. Wobei gerade erst … Das Pokal-Top-4 in Berlin ist (am Spieltag) drei Wochen her. Es folgte eine Länderspielpause. Aus Marburg vertraten Lea Debeljak (Slowenien) und Sara Guerreiro (Portugal) ihre Heimatländer in der ersten Runde der EM-Qualifikation. Beide erreichten mit ihren Teams die nächste Runde und waren erst am Donnerstag wieder in Marburg.

Der kommende Gegner aus Keltern hatte gleich sechs Akteurinnen zu ihren jeweiligen Nationalmannschaften entsandt: Maud Huijbens (Niederlande), Ana Mandic (Kroatien), Nevena Rosic (Serbien), Karina Konstantinova und Trainerin Matea Tavic (Bulgarien) sowie Alex Wilke, die in Lyon mit Deutschland außer Konkurrenz an einem WM-Qualifikationsturnier teilnahm. Die Vorbereitung auf den Neustart der Liga war für beide Teams also nicht einfach, am vorigen Dienstag waren noch Länderspiele. Am vorigen Samstag gewannen die Blue Dolphins – ohne ihre Nationalspielerinnen – ein Testspiel gegen den Tabellenzweiten der 2.DBBL-Süd, USC Bascats Heidelberg, knapp mit 64:62.

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Zurück zum Top-4 Ende Februar/Anfang März: Damals verloren die Marburgerinnen im Halbfinale seit Januar 2019 zum 19. Mal in Folge gegen die Sterne aus dem Enzkreis. Zwischenzeitlich mit 21 Punkten in Rückstand, drehten die Blue Dolphins nach der Halbzeitpause auf, führten knapp drei Minuten vor dem Ende mit 3 Punkten und hielten 43 Sekunden vor Ende noch ein Unentschieden. Die Schützlinge von José Araújo wissen also jetzt, was sie zu leisten imstande sind. Wie man als Mannschaft gegen die individuelle Klasse eines haushohen Favoriten bestehen kann.

Allerdings wird Keltern nicht nochmal nach einer 21-Punkte-Führung den Gegner zurück ins Spiel kommen lassen wollen. Auch wird das verlorene Pokalfinale dem amtierenden Champion zusätzliche Motivation sein, in der Meisterschaft nichts anbrennen zu lassen. Doch wie im Pokal-Halbfinale, so haben die Marburgerinnen auch diesmal gegen den Deutschen Meister nichts zu verlieren und können die Partie in dem Wissen angehen, in dieser Saison schon mehr erreicht zu haben, als ihnen viele zugetraut hatten. Sich durch beherzte Auftritte – nicht nur beim Top-4 – viel Respekt erarbeitet zu haben. Und ihren Anhängern so viel Freude bereitet haben, wie ein Blue-Dolphins-Team lange nicht mehr.

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Restprogramm der Teams auf den Plätzen 3 bis 7:

3) Hannover (12 Siege): in Mitteldt. (10), in Osnabrück (11) / Gegner gesamt (21).

4) Osnabrück (11): in Herne (5), gg. Hannover (12) / Gegner (17).

5) Marburg (11): in Keltern (19), gg. Saarlouis (14) / Gegner (33).

6) Berlin (11 / Punktabzug): in Freiburg (2), gg. Herne (5) / Gegner (7).

7) Mitteldt. (10): gg. Hannover (12), in Keltern (19) / Gegner (31).

 

José Araújo (Trainer Marburg):

„Wir haben die Zeit genutzt, um an ein paar Details zu feilen. Unser Testspiel war dafür eine sehr gute Übung. Da haben wir verschiedene Dinge ausprobiert, auch ein paar neue Setplays und defensive Formationen. Wir hatten ja nur neun Spielerinnen zur Verfügung, und haben versucht, mit hohem Tempo zu spielen. Die Anzeigetafel war da nicht das allerwichtigste. Am Sonntag in Keltern wird das nicht leicht. Der Pokal mit einer ungewohnten Umgebung und einer besonderen Motivation ist etwas anderes als die reguläre Saison. Und die ist etwas anderes als die Playoffs. Aber natürlich wollen wir die guten Dinge aus dem Spiel von damals mitnehmen, auch das Selbstvertrauen. Denn wir haben endlich bewiesen, dass wir mit allen Mannschaften mithalten können. Ob wir am Ende gewinnen oder nicht. Aber wir haben noch zwei Spiele vor den Playoffs, und die wollen wir natürlich gewinnen.“

(von Marcus Richter)