BC Marburg unterliegt im Heimspiel Saarlouis Royals – selbe Paarung in den Playoffs

BC Marburg unterliegt im Heimspiel Saarlouis Royals – selbe Paarung in den Playoffs
Topscorerinnen unter sich: Marburgs Allyson Fertig (rechts) gegen Saarlouis' Jordyn Jenkins. Foto: Stefan Tschersich
Topscorerinnen unter sich: Marburgs Allyson Fertig (rechts) gegen Saarlouis' Jordyn Jenkins. Foto: Stefan Tschersich
Topscorerinnen unter sich: Marburgs Allyson Fertig (rechts) gegen Saarlouis‘ Jordyn Jenkins. Foto: Stefan Tschersich

 

Blue Dolphins kassieren Klatsche gegen nächsten Gegner

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Marburg – Saarlouis Royals 62:95 (37:52).

Der BC Marburg geht von Startplatz 7 in die Playoffs. Am 22. Spieltag in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga unterlagen die Blue Dolphins (Abschlussbilanz 11:11) den schon vorher als Tabellenzweite feststehenden Saarlouis Royals (16:6) mit 62:95. Damit treffen sich beide Mannschaften im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft wieder. Die Serie im Modus „best of three“ beginnt am Gründonnerstag, 2. April, 19.30 Uhr, in Saarlouis. Spiel 2 steigt am Karsamstag, 4. April, in Marburg; ein mögliches Entscheidungsspiel würde am Ostermontag in Saarlouis ausgetragen.

Erfolgreichste Punktesammlerin der Begegnung am Samstag, 28. März, war die Saarlouiserin Jordyn Jenkins mit einem Double-Double (30 Punkte / 2 Dreier / 10 Rebounds). Auch Marburgs Topscorerin gelang dieses Kunststück, was für Allyson Fertig (17 Punkte / 1 Dreier / 11 Rebounds) mit der Wahl zur „ETL ADVISA Spielerin des Tages“ belohnt wurde. Präsentiert wurde die Partie von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und Hautsache Heimann.

Die Vorfreude war groß. Schließlich hatten die Marburgerinnen die Gäste beim bislang letzten Aufeinandertreffen geschlagen, das war im Pokalspiel um Platz 3 vor vier Wochen. Und mit einem erneuten Sieg hätte man nicht nur ein Viertelfinal-Duell mit dem Tabellenzweiten vermieden, sondern sich noch den vierten Platz und damit den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde sichern können. Doch daraus wurde nichts. Nur einmal lagen die Blue Dolphins vorne, nachdem Sara Guerreiro per Dreier das 3:2 erzielt hatte.

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Die Gäste waren das bessere Team, obwohl sich die Hessinnen redlich mühten. An Einsatz fehlte es nicht. Ein bisschen am Wurfglück. Und Saarlouis spielte einfach wie ein Meisterschaftsanwärter. Physisch, flink, präzise – und mit einer Jordyn Jenkins, die vermutlich auch mit geschlossenen Augen getroffen hätte.

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Ähnlich wie beim Auswärtsspiel Mitte Januar an der Saar (76:91-Niederlage), war es für die Marburger Fans einer dieser Tage, die der Donaldist wohl mit einem „Seufz!“ kommentieren würde. Damals donnerten die Royals den Delfinen 15 Dreier in die Reuse, diesmal schenkte Saarlouis Marburg immerhin 12 Distanzwürfe ein. Die Gäste trafen aus dem Feld überdurchnittliche 49 Prozent ihrer Würfe (35/71), die Hessinnen maue 31 Prozent (20/65), und auch bei den Rebounds lag Saarlouis mit 46:36 klar vorne.

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Den Blue Dolphins fehlte ihre angeschlagene Kapitänin Mia Heide an allen Ecken und Enden. Nach einem noch „okayen“ 16:24 nach zehn Minuten war das Ding zum Seitenwechsel beim 37:52 eigentlich schon gelaufen. Spätestens aber, nachdem Martha Burse mit sieben Zählern in Serie zum 62:40 die Führung auf 20+ stellte (23. Minute). Mit einem königlichen 13:0-Lauf zu Beginn des Schlussabschnitts auf 85:52 (33.) wurde es aus Sicht der Gastgeberinnen richtig hässlich. Und so kassierten die Marburgerinnen in allen vier Spielabschnitten 20 oder mehr Punkte.

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Der Schlusspunkt war Marburgs Ersatz-Kapitänin vorbehalten, ein historischer: Marianna Byvatov erzielte mit dem 62:95 ihren 500. Punkt in der 1. Liga – als jüngste Marburgerin seit dem Wiederaufstieg 1992. Vor der Partie war die 20-Jährige durch Toyota-DBBL-Geschäftsführer Anton Hefele als „Young Player of the Year“ ausgezeichnet worden – und José Araújo zum „Coach of the Year“. In der Halbzeitpause wurden die U18-Jungs des BC Marburg vom Verein für ihre Hessenmeisterschaft geehrt. „Leider war es unser schlechtestes Saisonspiel“, sagte Araújo nach der Partie, aber „das Gute ist: Am Donnerstag geht es bei Null los.“

Ehrung von dem Spiel: Toyota-DBBL-Geschäftsführer Anton Hefele, „Young Player of the Year“ Marianna Byvatov, „Coach of the Year“ José Araújo und BC-Präsidentin Christina Scholz. Foto: Stefan Tschersich

José Araújo (Trainer Marburg):

„Saarlouis hat das Spiel komplett dominiert, sie waren in allem besser als wir. Sie wollten nicht nur gewinnen, sondern ein Statement setzen. Das ist ihnen mit diesem hohen Sieg auch gelungen. Also Gratulation an Saarlouis. Anders als zuletzt waren wir heute nicht in der Lage, physisch mitzuhalten und sind mit der Aggressivität von Saarlouis nicht zurechtgekommen. Auch haben wir ein paar freie Würfe nicht getroffen und dann den Faden verloren. Wir hatten uns vorgenommen, in unserer Halle unseren Fans guten Basketball zu zeigen. Aber leider war es unser schlechtestes Saisonspiel. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Saarlouis eins der besten Teams der Liga ist und um die Meisterschaft mitspielt. Dieses Spiel spiegelt auch nicht unsere Saison wider und nimmt auch nichts von dem weg, wie wir uns entwickelt und was wir erreicht haben. Und das Gute ist: Am Donnerstag geht es bei Null los.“

Matīss Rožlapa (Trainer Saarlouis):

„Wir haben heute viele offene Würfe getroffen, das war heute der Schlüssel. Marburg hat dagegen einige gute Würfe nicht getroffen. Am Ende ist der Abstand groß, aber das spiegelt nicht das Spiel wider, es hat sich viel schwieriger angefühlt. Jordyn Jenkins hat heute ihre Chancen genutzt, wurde aber auch in gute Positionen gebracht, daher war es auf jeden Fall eine Team-Leistung. Am Donnerstag wird es aber ein komplett neues Spiel, wir müssen das Ergebnis von heute vergessen und uns konzentriert vorbereiten.“

 

Statistik:

VIERTEL: 16:24, 21:28, 15:20, 10:23.

MARBURG: Marianna Byvatov (9 Punkte / 1 Dreier), Lea Debeljak (5/1), Allyson Fertig (17/1), Lena Graf (3/1), Sara Guerreiro (9/2), Nafi Harz (0), Caitlyn Jones (8/1), Greta Kampschroeder (4), Lia Kentzler (4), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (3).

SAARLOUIS: Martha Burse (15/1), Emma Eichmeyer (6), Jordyn Jenkins (30/2), Elina Koskimies (14/4), Roosa Lehtoranta (6), Nogaye Lo Sylla (n. e.), Magaly Meynadier (5/1), Jessika Schiffer (2), Brynn Shoup-Hill (9/2), Marie Simon (n. e.), Egle Zabotkaite (8/2).

SR: Ehsan Saeidi, Luisa Schumacher, Marco Behm. Z: 684.

 

Fun Facts:

Marianna Byvatov knackt als jüngste Marburgerin seit dem Wiederaufstieg 1992 die 500-Punkte Marke in der Bundesliga, sowohl nur mit Hauptrunden- als auch inklusive Playoff-Spielen (20 Jahre, 186 Tage; bislang Margret Skuballa: inklusive Playoffs: 21 Jahre, 173 Tage / nur Hauptrunde: 21 Jahre, 361 Tage). / Lena Graf erzielt ihren ersten Feldkorb in der Bundesliga für Marburg, einen Dreier. / Marburgs Abschlussbilanz von 11 Siegen und 11 Niederlagen nach der Hauptrunde ist die beste seit 2022 (14:10, Platz 4). Im Jahr 2001 reichte 11:11 dem BC für Platz 4. / Marburg und Saarlouis treffen nun zum siebten Mal in einer Playoff-Runde aufeinander (2005, 2006, 2008, 2010, 2011, 2017), zum ersten Mal seit 2017, im Viertelfinale zum ersten Mal seit 2008.

Fail Facts:

Marburgs 10. Bundesliga-Niederlage gegen Saarlouis in Folge nach dem 16.01.2022 (71:65-Heimspiel). / 95 kassierte Punkte zu Hause sind für Marburg die meisten seit 10.12.2022 (74:96-Niederlage gegen Freiburg). / Mit -33 höchste Marburger Niederlage seit 28.02.2016 (67:104; -37; in Wasserburg) und höchste Heimniederlage seit 13.12.2003 Saarlouis (51:87; -36). / Marburg verliert in eigener Halle alle vier Viertel zum ersten Mal seit 03.11.2023 (52:75 gegen Hannover). / Marburg kassiert in eigener Halle in allen vier Vierteln mindestens jeweils 20 Punkte zum ersten Mal seit 09.12.2006 (75:86-Niederlage gegen Schwabing) und zum ersten Mal überhaupt zwei Mal in einer Saison gegen dieselbe Mannschaft (auch: 18.01.2026; 76:91-Niederlage in Saarlouis). / 52 kassierte Punkte zur Halbzeit in eigener Halle sind die meisten seit 23.04.2005 (36:53; 73:103-Heimniederlage gegen Dorsten).

 

(von Marcus Richter)

 

 

Playoffs:

Viertelfinale (best of three):

1./2. April, 4. April, 6. April

Rutronik Stars Keltern (Platz 1) – Herner TC (8)

Saarlouis Royals (2) – BC Marburg (7)

TK Hannover Luchse (3) – Syntainics MBC (6)

Alba Berlin (4) – Giro-Live Panthers Osnabrück (5).

 

Nächste Spiele (Playoff-Viertelfinale):

Spiel 1: Gründonnerstag, 2. April, 19.30 Uhr: Auswärtsspiel in Saarlouis (Tickets hier)

Spiel 2: Karsamstag, 4. April, __ Uhr: Heimspiel gegen Saarlouis

Spiel 3 – falls nötig: Ostermontag, 6. April, 17 Uhr: Auswärtsspiel in Saarlouis (Tickets hier)