
Blue Dolphins kämpfen sich ins Meisterschafts-Semifinale
Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga,
Playoff-Viertelfinale (best of three), Spiel 3:
Saarlouis Royals – BC Marburg 63:68 (38:28).
Der BC Marburg steht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga. Die Blue Dolphins setzten sich im dritten und entscheidenden Playoff-Viertelfinalspiel bei den favorisierten Saarlouis Royals mit 68:63 durch. Dabei machten die von Platz 7 in die Endrunde gestarteten Hessinnen bei den an Nummer 2 gesetzten Saarländerinnen einen 16-Punkte-Rückstand aus der 18. Minute wett.
Topscorerinnen waren die Royals-Spielerinnen Jordyn Jenkins (16 Punkte / 16 Rebounds) und Roosa Lehtoranta (16 / 2 Dreier). Erfolgreichste Punktesammlerin für Marburg war Sara Guerreiro (14 / 2 Dreier). Marburgs Gegner im Halbfinale, das im Modus „best of five“ ausgetragen wird, ist der Syntainics MBC aus Halle. Die erste Partie bestreiten die Lahnstädterinnen [editiert] am Samstag, 11. April, 19 Uhr, auswärts.
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Irre! Unfassbar! Wahnsinn! Sie haben’s schon wieder getan! Und das im Zwei-Tage-Takt! Was die Marburgerinnen in dieser Playoff-Serie geleistet haben, da gehen einem die Superlative aus. Nach bravourösem Kampf im verlorenen Auftaktspiel (66:79), rangen die Blue Dolphins am Karsamstag in eigener Halle den Gegner nach 14-Punkte-Rückstand in der Schlussphase nieder (84:80), und am Ostermontag im Entscheidungsspiel drehten sie einen 16-Punkte-Rückstand noch in einen Erfolg. Was eine intensive, spannende, mitreißende und emotionale Serie!
Damit ziehen die Hessinnen zum ersten Mal seit 2021 wieder ins Playoff-Halbfinale ein und haben erstmals seit 2019 das Semifinale sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft erreicht. Und das haben sie unter anderem einem unbändigen Team- und Kampfgeist zu verdanken. Und ihren tollen Fans. Rund 50 von ihnen unterstützten die Blue Dolphins in der Stadtgartenhalle lautstark und ausdauernd.
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Nach ausgeglichener Anfangsphase (12:12, 7. Minute) setzten sich die Gastgeberinnen langsam stetig ab. Vor allem, weil sie sicherer trafen, es den Marburgerinnen in der Zone schwer machten, und die Royals-Airforce unter den Körben für Lufthoheit sorgte. Über 27:17 (13.) zogen die Königlichen auf 38:22 davon (18.). Dass die Blue Dolphins nicht kampflos ausscheiden würden, war klar. Oft schon hatten sie in dieser Spielzeit zweistellige Rückstände aufgeholt, zuletzt zwei Tage zuvor. Aber im Entscheidungsspiel? Beim Tabellenzweiten mit einem ausgeglichen starken Kader? Wo man seit mehr als vier Jahren nicht mehr gewonnen hat?!
Kurz nach dem Seitenwechsel lag Saarlouis mit 40:28 vorn. Es folgte der erste Zwischenspurt der Gäste, nur noch 35:40 (23.). Marburgs angeschlagene Kapitänin Mia Heide gab ihrem Team nach drei Spielen Pause wieder Stabilität in der Verteidigung, sammelte 8 Punkte und 3 Rebounds. Die Blue Dolphins knabberten Pünktchen um Pünktchen vom Rückstand ab. Greta Kampschroeder besorgte schließlich die erste Führung (43:42, 26.). Und nun ließen die Hessinnen nicht mehr locker.
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Zwar glichen die Saarländerinnen ihren 48:54-Rückstand nach drei Vierteln nochmal aus (54:54, 33.). Doch drei verwandelte Freiwürfe in Folge von Caitie Jones zum 57:54 sorgten genau sechs Minuten vor Schluss für den letzten Führungswechsel. Es blieb spannend: 57:56 (35.). Allyson Fertig sorgte nach Offensivrebound mit dem 63:56 für den größten Marburger Vorsprung, dreieinhalb Minuten vor Ende. Zwei Freiwürfe brachten die Royals 43 Sekunden vor der Sirene nochmal auf 63:66 heran, aber die mit 74 Punkten im Schnitt zweitbeste Offense der Liga hatte nun Lieferschwierigkeiten. Und dann war’s geschafft. Jubel, Umarmungen, Kopfschütteln, Tränen. Und die Fans skandierten „Halbfinale, Halbfinale, hey, hey!“ – mit Marianna Byvatov an der Trommel.
José Araújo (Trainer Marburg):
„Ich könnte nicht glücklicher sein für den Verein und für alle, die Anteil an dem Erfolg haben. Wir bauen hier ein gutes Image und eine Identität des Clubs auf, und wir haben so positiv verrückte und leidenschaftliche Fans. In der Halbzeitpause haben wir ein paar kleine Details verändert, denn wir haben einige Dinge nicht so ausgeführt, wie wir geplant hatten. Wir wollten die Bewegung des Balles einfach halten und im Rebound besser spielen. Das waren die Schlüssel. Nach dem hohen Rückstand haben wir uns Ballbesitz für Ballbesitz zurückgekämpft, und das wollten wir tun, bis zum Ende – und dann sehen, was auf der Anzeigetafel steht. Als wir dann in Führung gegangen sind, haben wir gewusst, dass wir gewinnen können. Und in den letzten Minuten haben wir das Spiel weitgehend kontrolliert und nur einen einzigen großen Fehler gemacht.“
Statistik:
VIERTEL: 20:15, 18:13, 10:26, 15:14.
SAARLOUIS: Hannah Biwersi (n. e.), Martha Burse (14 Punkte / 1 Dreier), Emma Eichmeyer (4), Jordyn Jenkins (16), Elina Koskimies (10/2), Roosa Lehtoranta (16/2), Nogaye Lo Sylla (n. e.), Magaly Meynadier (0), Jessika Schiffer (0), Brynn Shoup-Hill (0), Marie Simon (n. e.), Egle Zabotkaite (3/1).
MARBURG: Marianna Byvatov (8/1), Lea Debeljak (6), Allyson Fertig (9), Lena Graf (n. e.), Sara Guerreiro (14/2), Nafi Harz (n. e.), Mia Heide (8), Caitlyn Jones (11/2), Greta Kampschroeder (6), Lia Kentzler (0), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (6).
SR: Edris Naim, Michael Oesterle, Nemanja Damjanivic; TK: Carolin Hauke-Paskuy. Z: 812.
Fun Facts:
125. Marburger Playoff-Spiel seit dem Wiederaufstieg 1992 (60 Siege, 1 Unentschieden, 64 Niederlagen). / Marburg spielt zum zweiten Mal seit dem Wiederaufstieg 1992 in einer Spielzeit sieben Pflichtspiele gegen den selben Gegner: 2003 war es Wasserburg (2 Liga- und 5 Finalspiele um die Meisterschaft): Gegen Saarlouis gingen vier dieser sieben Spielen verloren, die drei wichtigsten wurden gewonnen: das Pokalspiel um Bronze und beide K.o.-Spiele in den Playoffs. / Erster Marburger Auswärtssieg in den Playoffs seit 03.04.2021 (79:55 in Göttingen, Sieg in Spiel 2 zum Weiterkommen) und damit das erste Erreichen des Halbfinales seitdem. / Erster Marburger Sieg in Saarlouis nach fünf Niederlagen hintereinander nach dem 16.01.2022 (71:65). / Marburg gewinnt zum ersten Mal gegen Saarlouis zwei bzw. drei Mal in einer Saison seit 2020/21 (2 Siege in der Hauptrunde, 1 im Pokal). / Marburg kommt gegen Saarlouis in den Playoffs in Viertel- oder Halbfinale zum ersten Mal nach drei verlorenen Serien (2006, 2008, 2010) seit 2005 weiter (2:0 im Viertelfinale). / Marburg gewinnt in den letzten beiden Playoff-Spielen jeweils nur ein Viertel (in Spiel 2 das letzte, in Spiel 3 das dritte), und das reicht für zwei Siege. / Marburg kommt im Playoff-Viertelfinale als schlechter gesetztes Team erst zum dritten Mal (nach 2016 und 2018) weiter und zum ersten Mal als schlechter als Fünftplatzierter. / Marburg erreicht zum ersten Mal seit 2019 das Halbfinale in Pokal und Meisterschaft.
Fail Facts:
Marburg gewinnt in den drei Viertelfinalspielen gegen Saarlouis jeweils nur ein Viertel pro Spiel – aber gewinnt zwei Partien.
(von Marcus Richter)
Nächste Spiele:
Playoff-Halbfinale (best of five):
Spiel 1: Samstag, 11. April, 19 Uhr: Auswärtsspiel bei Syntainics MBC (Halle)
Spiel 2: Montag, 13. April, 19 Uhr: Auswärtsspiel bei Syntainics MBC (Halle)
Spiel 3: Mittwoch, 15. April, 20 Uhr: Heimspiel gegen Syntainics MBC (Halle)
Spiel 4 – falls nötig: Freitag, 20 Uhr, 17. April: Heimspiel gegen Syntainics MBC (Halle)
Spiel 5 – falls nötig: Sonntag, 19. April, 16 Uhr: Auswärtsspiel in Syntainics MBC (Halle).
Playoffs:
Viertelfinale (best of three, 1./2. April, 4. April, 6. April):
(Plätze 1 – 8): Rutronik Stars Keltern – 72:42 / 78:79 / 67:60 – Herner TC (Serie 2:1)
(2 – 7) Saarlouis Royals – 79:66 / 80:84 / 63:68 – BC Marburg (Serie 1:2)
(3 – 6) TK Hannover Luchse – 56:76 / 65:76 – Syntainics MBC (Serie 0:2)
(4 – 5) Alba Berlin – 56:40 / 74:47 – Giro-Live Panthers Osnabrück (Serie 2:0).
Halbfinale (best of five, ab 10. April):
(1 – 4) Rutronik Stars Keltern – Alba Berlin
(6 – 7) Syntainics MBC (Halle) – BC Marburg.
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