Blue Dolphins Marburg schlagen Syntainics MBC aus Halle und spielen um Meisterschaft

Blue Dolphins Marburg schlagen Syntainics MBC aus Halle und spielen um Meisterschaft
Riesenjubel bei den Blue Dolphins! Erstmals seit 2003 steht die Marburger Mannschaft wieder im Meisterschaftsfinale. Foto: Stefan Tschersich
Riesenjubel bei den Blue Dolphins! Erstmals seit 2003 steht die Marburger Mannschaft wieder im Meisterschaftsfinale. Foto: Stefan Tschersich

BC Marburg nach 23 Jahren zurück im Finale

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga,
Playoff-Halbfinale (best of five), Spiel 4:
BC Marburg – Syntainics MBC 65:59 (30:32 / Serie 3:1).

Der BC Marburg hat es tatsächlich geschafft! Die Basketballerinnen des BC Marburg stehen im Finale um die Deutsche Meisterschaft! Als Tabellensiebter in die Playoffs der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga gestartet, schlugen die Hessinnen am Freitagabend, 17. April, vor heimischer Kulisse den Syntainics MBC aus Halle an der Saale mit 65:59 (30:32). Damit holten sich die Gastgeberinnen in der Halbfinal-Playoff-Serie im „Best of five“-Format den entscheidenden dritten Sieg. Erfolgreichste Punktesammlerinnen der Partie waren Liz Smith (16 Punkte / 4 Dreier) und Katelyn Shumate (14/3) von den Gästen, Topscorerin für Marburg war Lea Debeljak (14/2), die auch zur „ETL ADVISA Mittelhessen“-Spielerin des Tages gewählt wurde.

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Historischer Abend in der Georg-Gaßmann-Halle! Volles Haus. Spannender Sport. Große Gefühle. Und zwei Glücksbringerinnen. 850 Zuschauer – wieder ausverkauft. Von minus neun auf plus neun und bis 25 Sekunden vor Schluss alles offen. Die Gewinnerinnen feiern eine Basketballlegende. Und mitten drin: Zwei Marburger Meisterinnen von 2003.

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Der MBC holt sich mit einem 13:2-Lauf eine 17:9-Führung nach 9 Minuten. Marburg kämpft sich Punkt um Punkt heran, führt zweimal kurz. Unterstützt von ihrem Wahnsinns-Publikum ziehen die Gastgeberinnen Mitte des dritten Durchgangs vorbei: Mia Heide per And-one zum 41:39 (27. Minute). 47:39 in der 29. Minute. 56:47 in der 36. Minute.

Die Gäste sind 41 Sekunden vor dem Ende beim 59:61 wieder dran. Allyson Fertig und Sara Guerreiro holen zwei wichtige Rebounds. Debeljak macht zwei von zwei von der Freiwurflinie, Guerreiro zwei von vier. Halles Romy Bär holt den letzten Rebound. Und dann ist es aus. Das Spiel. Die Serie. Eine Karriere. Die Marburger Spielerinnen fallen im Freudentaumel übereinander her. Physio Andreas Allmeroth verteilt die „FINALE“-Shirts.

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Wenige Meter entfernt wird Bär von Mitspielerinnen getröstet. In der 105-fachen Nationalspielerin und Olympia- und EM-Teilnehmerin verlässt eine der ganz Großen deutschen Basketballerinnen die Bühne. Nach dem Empfang der Bronzemedaille wurde die 38-Jährige von ihren Gegnerinnen mit „Romy, Romy“-Rufen gefeiert.

Dann feierten die Blue Dolphins mit Trainern, Betreuern, Fans weiter. Ihren historischen Erfolg. Mit Umarmungen, Selfies, Freudentränen und einem einstudierten Tanz zu „Cotton Eye Joe“. Unter den Augen von Yvonne Weber und Jenny Unger, zwei Marburger Meisterinnen aus dem Jahr 2003.

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Die Finalspiele gegen den Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern beginnen mit zwei Auswärtsspielen: am Freitag und Sonntag, 24. und 26. April. Am Mittwoch, 29. April, wird in Marburg gespielt. Und dann schaun mer mal.

Riesenjubel bei den Blue Dolphins! Erstmals seit 2003 steht die Marburger Mannschaft wieder im Meisterschaftsfinale. Foto: Stefan Tschersich

José Araújo (Trainer Marburg):

„Meine ersten Worte gelten dem MBC. Auch sie haben eine großartige Saison gespielt. Herzlichen Glückwunsch an den Trainerstab um Timur Topal, an Andrea Heise und an die Mannschaft, die immer als Team auftritt. Vielen Dank an Romy Bär für alles, was sie dem Basketball gegeben hat, sie hatte eine großartige Karriere in ganz Europa. Es war eine Ehre, ihren Weg zu verfolgen und mit ihr das Feld zu teilen. – Halle ist heute wieder besser gestartet als wir. Aber wir waren wieder in der Lage, zurückzukommen, wir hatten einige Probleme, und Halle hat uns einen großen Kampf geliefert. Als wir dann auf neun Punkte weg waren, waren wir nicht ganz in der Lage, den Vorsprung zu halten. Es war heute der am wenigsten schöne Basketball dieser Serie, aber es ging nur darum, unsere Arbeit zu erledigen. Ich freue mich extrem für die Marburger Basketball-Familie. Das war wieder eine wahnsinnige Atmosphäre mit unseren tollen Fans. Meine letzten Worte heute gehen an diese wundervolle Gruppe junger Frauen, die mir vertrauen und so hart arbeiten. Jetzt genießen wir das ein bisschen – und dann geht es wieder an die Arbeit.“

Martin Geissler (Geschäftsführer MBC):

„Es ist ein bittersüßes Ende einer super Saison, die wir auf einem guten dritten Platz beenden. Als wir mit sechs Niederlagen gestartet sind, kamen von außen Fragen nach dem Trainer auf. Aber unser Vertrauen in Timur Topal hat sich ausgezahlt, er hat einen tollen Job gemacht. Was unser Team in der zweiten Saisonhälfte geleistet hat, war super. Jetzt haben wir das Finale nur knapp verpasst. Riesengratulation an Marburg, es ist toll, dass es eins der beiden Überraschungsteams ins Finale geschafft hat.“

 

Statistik:

VIERTEL: 11:17, 19:15, 17:11, 18:16.

MARBURG: Marianna Byvatov (6 Punkte / 1 Dreier), Lea Debeljak (14/2), Allyson Fertig (11/1), Lena Graf (n. e.), Sara Guerreiro (13/1), Nafi Harz (n. e.), Mia Heide (7), Caitlyn Jones (4), Greta Kampschroeder (2), Lia Kentzler (2), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (6/1).

MBC/HALLE: Anna Alborova (6/1), Alexia Allesch (8/2), Romy Bär (2), Khalis Cain (5), Nicole Brochlitz (4), Katelyn Shumate (14/3), Sona Svetlikova (4), Liz Smith (16/4).

SR: Tobias Kazda, Dietmar Damm, Anne Sofie Englisch; TK: Carolin Hauke-Paskuy. Z: 850 (ausverkauft).

 

Fun Facts:

Es war Marburgs 75. Post-Season-Spiel (Abstiegsrunde plus Playoffs) seit dem Wiederaufstieg 1992 (51 Siege, 1 Unentschieden, 23 Niederlagen). / Marburg gewinnt sein fünftes Playoff-Heimspiel in Folge seit 22.04.2021 (82:41 gegen Herne, Spiel um Platz 3), nur zwei Serien dauerten mit sechs Spielen länger (1999 bis 2000 und 2016 bis 2018). / Marburg kommt im 13. Anlauf zum ersten Mal als das niedriger gesetzte Team im Halbfinale weiter. / Seit Marburgs Wiederaufstieg 1992 gab es im Playoff-Halbfinale die Konstellation Sechster gegen Siebter nun zum dritten Mal: 2012 und 2014 kam der Siebtplatzierte ins Finale, und nach ’12 und ’14 nun auch in ’26. / Marburg behält seine perfekte Playoff-Heimbilanz gegen Halle/MBC mit 6 Siegen aus 6 Spielen. / Marburg gewinnt ein Playoff-Heimspiel mit 65 oder weniger erzielten Punkten erstmals seit 26.03.2005 (54:52 gegen Saarlouis, Viertelfinale).

Fail Facts:

Mit (65+59=) insgesamt 124 Zählern punktärmste Marburger Playoff-Partie dieser Saison.

 

(von Marcus Richter)

 

Playoff-Halbfinale (best of five):

(Platz 6 – 7) Syntainics MBC (Halle) – 78:89 / 81:71 / 70:84 / 59:65 – BC Marburg (Serie 1:3, Marburg im Finale)

/ Spiel 1 / Spiel 2 / Spiel 3 / Spiel 4.

 

(Platz 1 – 4) Rutronik Stars Keltern – 62:46 / 68:48 / 54:51 – Alba Berlin (Serie 3:0, Keltern im Finale)

/ Spiel 1 / Spiel 2 / Spiel 3.

 

Nächste Spiele:

Playoff-Finale (best of five):

(Platz 1 – 7) Rutronik Stars Keltern – BC Marburg:

Spiel 1: Freitag, 24. April, 18.30 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern

Spiel 2: Sonntag, 26. April, 16 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern

Spiel 3: Mittwoch, 29. April, 20 Uhr: Heimspiel in Marburg

* Spiel 4: Freitag, 1. Mai, 16 Uhr: Heimspiel in Marburg

* Spiel 5: Sonntag, 3. Mai, 16 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern.

*) falls nötig.