BC Marburg besiegt im Pokalspiel um Platz 3 die Saarlouis Royals

BC Marburg besiegt im Pokalspiel um Platz 3 die Saarlouis Royals
Marianna Byvatov (von links) und Caitie Jones jubeln mit Lea Debeljak. Foto: Stefan Tschersich
Marianna Byvatov (von links) und Caitie Jones jubeln mit Lea Debeljak. Foto: Stefan Tschersich

Blue Dolphins holen Bronze im Top-4

Toyota Damen Basketball Bundesliga, Pokal-Top-4:
Spiel um Platz 3: Saarlouis Royals – BC Marburg 62:73 (29:34).
Pokalfinale: Alba Berlin – Rutronik Stars Keltern 67:62 (56:56, 28:28) n. V.

Der BC Marburg hat beim Top-4 um den Pokal der Toyota Damen Basketball Bundesligen die Bronzemedaille gewonnen. Einen Tag nach der dramatischen 74:79-Halbfinal-Niederlage gegen Meister und Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern gewannen die Blue Dolphins gegen den entthronten Pokalsieger und Bundesliga-Zweiten Saarlouis Royals mit 73:62.

Erfolgreichste Punktesammlerin für Saarlouis war Jordyn Jenkins (19 Punkte / 1 Dreier / 10 Rebounds), für Marburg Lea Debeljak (18 Punkte / 3 Dreier); ihre Teamkollegin Allyson Fertig sammelte, wie Jenkins, ein Double-Double (14 Pkte. / 11 Reb.). Pokalsieger wurde Gastgeber Alba Berlin mit einem 67:62 nach Verlängerung gegen Keltern.

Herzlichen Glückwunsch an den neuen (erstmaligen) Pokalsieger mit den Ex-Marburgerinnen Marie Bertholdt und Theresa Simon in seinen Reihen und vielen Dank für die tolle Ausrichtung des Turniers!

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Riesenfreude beim BC Marburg! Der Gewinn der Bronzemedaille ist der größte Erfolg seit Meisterschafts-Bronze im Jahr 2021. Es war vor allem ein Sieg des Willens. Bei den Blue Dolphins war vom Sprungball an jede Faser auf das Ziel Medaille eingestellt. Unermüdlich rackerten die fünf Hessinnen auf dem Feld, die Bank gab zusätzlich Energie und die mitgereisten Fans trieben ihr Team lautstark an. Der unbändige Kampfgeist der Marburgerinnen steckte auch manch neutralen Zuschauer an, sodass zumindest – bis auf die Royals-Sympathisanten – gefühlt die ganze Sömmeringhalle hinter den Blue Dolphins stand. So mancher wird am Montag heiser zur Arbeit erscheinen.

Wie das Team von der Lahn, so hatte auch Saarlouis im Halbfinale einen kräftezehrenden Fight gehabt und gegen den späteren Pokalsieger und Amtsnachfolger Berlin erst nach Verlängerung verloren. Doch die „Königlichen“ verpatzten den Start ins Bronze-Match und lagen nach fünf Minuten mit 5:14 zurück. Dann legte der Tabellenzweite eine Schippe drauf und lag beim 16:14 in der letzten Minute des ersten Viertels erstmals vorn, doch Lia Kentzler erzwang mit einem And-one das 17:16 für Marburg zum Viertelende. Caitie Jones besorgte per Dreier das 25:18 (13.) für die Blauen Delfine, und Lea Debeljak setzte mit einem Buzzerbeater aus der eigenen Spielhälfte einen ebenso spektakulären wie wichtigen Schlussstrich unter die erste Halbzeit: 34:29 für die Lahnstädterinnen.

Kampschroeder, Raimundo und Fertig!

Nach dem Seitenwechsel hatten die Saarländerinnen ihre beste Phase, erzielten in den ersten siebeneinhalb Minuten des dritten Durchgangs 16:10 Punkte und führten zwischenzeitlich mit 43:40 (27.). Doch nach einem 7:0-Schlussspurt in den letzten zwei Minuten gingen die Blue Dolphins mit 51:45 ins letzte Quarter. Dreier durch Debeljak und Sara Guerreiro sowie ein Zweier durch Debeljak machten den Vorsprung erstmals zweistellig (59:48, 34.).

Einzig Topscorerin Jenkins hielt die Royals im Spiel (54:63, knapp drei Minuten vor dem Ende). Ein Dreier von Greta Kampschroeder, zwei Freiwürfe von Ana Raimundo und ein Korbleger durch Fertig nach feinem Pass von Jones sorgten beim 70:54 und knapp zwei Minuten auf der Uhr für die Entscheidung. Mit der Sirene entlud sich die Anspannung, der Frust vom Halbfinale und die Freude über die erste Marburger Medaille seit fünf Jahren.

Es folgt nun eine Länderspielpause. Die deutsche Mannschaft tritt beim WM-Qualifikationsturnier in Lyon (Frankreich) außer Konkurrenz an. Die beiden letzten Spiele der Bundesliga-Hauptrunde stehen an den letzten beiden März-Wochenenden an. Die Playoffs beginnen in der ersten April-Woche.

 

José Araújo (Trainer Marburg):

„Im Halbfinale am Samstag waren wir sehr ängstlich gewesen; unsere Mannschaft ist es nicht gewohnt, auf so einer Bühne zu stehen. Darunter haben wir gelitten und sind nicht in den Flow gekommen. Aber das ist Teil des Prozesses. In der Halbzeitpause hatten wir zwei Möglichkeiten: Wir lassen das Spiel so weiterlaufen oder wir kämpfen. Und wir haben uns für das Zweite entschieden – und haben fast noch gewonnen. Das war eine großartige Leistung, denn es ist nicht leicht, von 21 Punkten Rückstand zurückzukommen, erst recht nicht in einem Pokal-Halbfinale, erst recht nicht gegen Keltern. Ich bin stolz auf die Mannschaft und das, was sie geleistet hat, auch wenn es leider nicht genug war. – Im Spiel um Platz drei ging es vor allem um Energie und Siegeswillen. Die Taktik konnte man sich schenken. Wir sind da rausgegangen, um zu kämpfen, und wir haben das ganze Spiel lang gekämpft. Wir wollten unbedingt diese Medaille für den Club gewinnen. Leider ist es keine Goldmedaille geworden, aber der Verein und die Fans hätten eine verdient. Wir haben ein gutes Bild davon abgegeben, was Marburg auszeichnet; wir haben uns Respekt verdient und, das Beste: Wir haben jede Sekunde genossen. Ich arbeite sehr gerne hier und habe meine Mannschaft sehr gern.“

 

Ergebnisse

Samstag, 28. Februar:

Halbfinale 1: Saarlouis Royals – 67:71 (58:58) n. V. – Alba Berlin (Re-Live / kompl. Statistik)

Halbfinale 2: BC Marburg – 74:79 – Rutronik Stars Keltern (Re-Live / kompl. Statistik)

 

Sonntag, 1. März:

Spiel um Bronze: Saarlouis Royals – 62:73 – BC Marburg (Re-Live / kompl. Statistik)

Pokalfinale: Alba Berlin – 67:62 (56:56) n. V. – Rutronik Stars Keltern (Re-Live / kompl. Statistik)

 

Statistik Spiel um Platz 3: Saarlouis – Marburg:

VIERTEL: 16:17, 13:17, 16:17, 17:22.

SAARLOUIS: Hannah Biwersi (0), Martha Burse (8 Punkte / 1 Dreier), Emma Eichmeyer (5), Monika Jasnowska (n. e.), Jordyn Jenkins (19/1), Elina Koskimies (3), Roosa Lehtoranta (0), Nogaye Lo Sylla (3/1), Magaly Meynadier (12/2), Jessika Schiffer (2), Brynn Shoup-Hill (4), Egle Zabotkaite (6).

MARBURG: Marianna Byvatov (1), Lea Debeljak (18/3), Allyson Fertig (14), Lena Graf (0), Sara Guerreiro (11/3), Nafi Harz (0), Mia Heide (2), Caitlyn Jones (8/1), Greta Kampschroeder (9/1), Lia Kentzler (3), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (7/1).

SR: Edris Naim, Sven Rosenbaum, Milutin Jelenic.

 

Fun Facts:

Marburgs erste Medaille seit 2021 (Bronze in der Meisterschaft) und die erste in Pokal seit 2019 (Bronze in Herne). / Fünf Jahre Wartezeit auf eine Medaille war für den BC Marburg die längste Zeitspanne, zusammen mit erste Saison 1997-98 bis Pokal-Bronze 2002 und Pokal-Bronze 2005 bis Meisterschafts-Bronze 2010. / Marburg gewinnt zum ersten mal beim Top-4 ein Spiel als tabellenmäßig schlechteres Team (Marburg 5, Saarlouis 2; Bilanz jetzt 1:5). / Marburgs erster Sieg gegen Saarlouis seit 16.01.2022 (71:65 auswärts) und 9 Niederlagen in Folge. / Marburg gewinnt alle vier Viertel fern der Heimat zum ersten Mal seit 19.11.2022 (70:52-Auswärtssieg in Herne). / Marburg gewinnt zum ersten Mal ein Spiel in Berlin seit 06.11.1999 (66:45 gegen City Basket Berlin, 1. DBBL).

Fail Facts:

Keine!

 

(von Marcus Richter)

Die BC Marburg Blue Dolphins freuen sich mit Trainern und Betreuern über die Bronzemedaille beim Top-4. Foto: Stefan Tschersich

 

Letzte Spiele in der Hauptrunde:

Länderspielpause (Link zur Website)

Sonntag, 22.03.2026, 16 Uhr, Auswärtsspiel bei Rutronik Stars Keltern

Samstag, 28.03.2026, 18 Uhr, Abschluss der Hauptrunde: Heimspiel gegen Saarlouis Royals (Tickets hier).