
Berliner Bollwerk besteht bei den Blue Dolphins
Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – Alba Berlin 50:68 (28:40).
Am 4. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga hat der BC Pharmaserv Marburg seine erste Saisonniederlage eingesteckt. Am Samstagabend behielt Alba Berlin (Bilanz jetzt 2:2) deutlich mit 68:50 die Oberhand. Bereits zur Halbzeitpause lagen die Gäste klar vorne (40:28). Anders als vor einer Woche in Herne, blieb diesmal die Wende für die Blue Dolphins aus. Erfolgreichste Punktesammlerinnen der Partie waren mit jeweils 17 Zählern die Marburgerin Allyson Fertig mit einem Double-Double (13 Rebounds), die auch zur „ETL ADVISA Spielerin des Tages“ gewählt wurde, und die Berlinerin Deeshyra Thomas (6 Rebounds).
Am „Hautsache Heimann“-Gameday gab’s drei gute Nachrichten für den BC: Der Livestream lief – unter der Woche war die notwendige Ausrüstung gekommen, um auf dem Youtube-Kanal von Dyn Basketball zu übertragen –, mit 812 Zuschauern war die Partie sehr gut besucht, und Caitie Jones lief nach Leisten-OP im August erstmals wieder auf. Die Australierin kam in ihrem Saisondebüt auf knapp elf Einsatzminuten und erzielte einen Dreier. Das war aber auch der einzige Distanzwurftreffer für die Gastgeberinnen. Zu wenig für ein Team, das seit mehr als einem Jahr mindestens fünf Dreier pro Partie versenkt und auf die Punkte von außen angewiesen ist. Bezeichnend: Für Berlin ging sogar ein bedrängter Dreierversuch mit Ablauf der 24 Sekunden Angriffszeit, abgedrückt von einem Meter hinter der Linie mit Brett rein: Lena Gohlisch anderthalb Minuten vor Ende zum 66:48.
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Weiterer Schwachpunkt des BC-Teams: die Rebounds. Am Ende hatten in dieser Kategorie die Berlinerinnen mit 39:34 die Nase vor. Nach den ersten 20 Minuten hatte die Bilanz allerdings schon 21:14 gelautet. Halber Fun Fact: So war auch das erste Viertel ausgegangen. Bis zum 12:12 nach gut sieben Minuten war für Marburg noch alles im Lot. Im Schlussspurt legten die Berlinerinnen einen 9:2-Lauf hin. Der erste Dämpfer für die erwartungsfrohe Zuschauerschaft.
Die Gäste, ohne ihre Topscorerin Tessa Stammberger angetreten, hatten im Vergleich zur Vorwoche wieder Deeshyra Thomas und Emily Kiser an Bord. Und die machten einen Riesenunterschied, erzielten zusammen 21 Punkte und holten 16 Rebounds plus 4 Assists und 2 Steals. Die beiden Ex-Marburgerinnen Marie Bertholdt (4 Punkte in 24 Minuten) und Theresa Simon (8 Punkte in 21 Minuten) hielten zwar vor und nach dem Match mit alten Bekannten freundliche Schwätzchen, während der 40 Spielminuten taten sie ihren Fans von früher aber richtig weh. Ebenfalls als Nervensäge fiel den Anhängern der Blue Dolphins Josephine Raflo mit ihren 16 Zählern negativ auf. Richtig stark auch bei den Gästen: die Defense. Mit welcher Intensität die Berlinerinnen das Heimteam fast ständig unter Druck setzten, war beeindruckend.
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Nach 28:40-Halbzeitrückstand aus Sicht der Hessinnen steigerten sich diese und gewannen den dritten Durchgang mit 13:11 (41:51-Rückstand). Den Schwung nahm das Pharmaserv-Team mit in den Schlussakt. Der Wille, die Partie zu drehen, war zu spüren. Allyson Fertig traf zwei mal hintereinander. Den zweiten Korb hatte sie sich durch einen geblockten gegnerischen Wurf selbst eingeleitet. Nur noch 47:53 bei knapp acht Minuten auf der Uhr. Die Blue Dolphins waren wieder da. Die Halle auch.
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Fünf Minuten später war das Ding dann gelaufen. Mit einem 15:1-Lauf hatten die Hauptstädterinnen für klare Verhältnisse gesorgt (68:48, 39.). Fünf Ballverluste und sechs Fehlwürfe leisteten sich die Marburgerinnen in dieser Phase. Und so geht ausgerechnet das Spiel verloren, in dem der BC in dieser noch jungen Saison mit 68 die wenigsten Gegenpunkte kassiert.
José Araújo (Trainer Marburg):
„Es ist ärgerlich, dass das Ergebnis am Ende so deutlich ist, wir waren zwischenzeitlich auf sechs Punkte ran gekommen. Das ist das, was wir Positives mitnehmen: Wir haben uns wieder zurück gekämpft. Dann spielen wir zwei schlechte Angriffe, lassen einen offenen Dreier zu, sind dann frustriert, und das Spiel ist gelaufen. Gratulation an Alba Berlin. Sie waren heute physisch deutlich stärker als wir und haben uns gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. In der ersten Halbzeit haben sie uns im Rebound zerstört [21:14], und mit insgesamt 25 Ballverluste kannst du kein Spiel gewinnen. In den bisherigen Spielen haben wir auch genügend Fehler gemacht, da sind wir aber noch damit durchgekommen. Gegen Berlin reicht es dann eben nicht. Die Spielerinnen haben aber nicht aufgegeben, es aber manchmal zu sehr gewollt und sind dann hektisch geworden, und wir Trainer konnten keine Lösungen vermitteln. Klar, ist es immer blöd zu verlieren, aber wir haben gegen ein starkes Berlin verloren und nicht gegen einen Gegner, der mit uns um die Playoffplätze spielt.“
Theresa Simon (Spielerin Berlin – 2019-23 in Marburg):
„Es ist immer schön, wieder hier in Marburg zu spielen. Es hat mich gefreut, dass so viele Fans in die Halle gekommen sind um anzufeuern. Wir wurden auch super herzlich empfangen, und generell ist die Atmosphäre in Marburg immer besonders. Ich finde, wir als Alba Berlin haben ein super Spiel gemacht und konnten mit Verbesserung im Vergleich zu der Niederlage letzter Woche stärker auftreten.“
Statistik:
VIERTEL: 14:21, 14:19, 13:11, 9:17.
MARBURG: Hanna Adaszeswka (n.e.), Marianna Byvatov (8 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists, 2 Steals), Lea Debeljak (6), Allyson Fertig (17; 13 Reb.), Lena Graf (n.e.), Sara Guerreiro (4; 2 St.), Mia Heide (6), Caitlyn Jones (3/1 Dreier), Greta Kampschroeder (0), Lia Kentzler (2), Lucy Michel (2), Ana Raimundo (2).
BERLIN: Marie Bertholdt (4), Rosalie Esser (0), Lena Gohlisch (5/1), Emily Kiser (4), Leoni Kreyenfeld (4), Abigail Muse (5), Josephine Raflo (16/2), Nina Rosemeyer (5/1), Lilli Schultze (0), Theresa Simon (8/1), Deeshyra Thomas (17).
SR: Dietmar Damm, Anna Sofie Englisch, Anton Berres. Z: 812.
Fun Facts:
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Fail Facts:
Marburg bleibt im siebten Spiel gegen Alba Berlin ohne Sieg und kassiert mit -18 ist die höchste Niederlage (bisher -17; 04.02.2023; 64:81 auswärts). / 50 Marburger Punkte in einem Heimspiel sind die wenigsten seit 04.04.2015 (46:75-Niederlage gegen Wasserburg). / 28 Marburger Punkte zur Halbzeit sind die wenigsten in einem Heimspiel seit 10.01.2024 (69:79-Niederlage gegen Saarlouis). / 9 Marburger Punkte im vierten Viertel sind die wenigsten in einem Heimspiel seit 28.11.2020 (6:20; 56:72-Niederlage gegen Freiburg). / 22 Marburger Punkte in der zweiten Halbzeit sind in einem Heimspiel die wenigsten seit 24.01.2021 (20:35; 64:61-Heimsieg gegen Heidelberg). / Marburg trifft in einem Heimspiel nur einen Dreier zum ersten Mal seit 21.12.2018 (57:73-Niederlage gegen Keltern).
(von Marcus Richter)
Nächste Spiele:
Sonntag, 26.10.2025, 16 Uhr, bei Giro-Live-Panthers Osnabrück
Samstag, 01.11.2025, 19 Uhr, Heimspiel gegen Eigner Angels Nördlingen (Tickets hier)
Samstag, 08.11.2025, 19 Uhr, Heimspiel gegen Saarlouis Royals (Tickets hier).
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