BC Pharmaserv Marburg reist zu Meister Rutronik Stars Keltern

BC Pharmaserv Marburg reist zu Meister Rutronik Stars Keltern
Der BC Pharmaserv Marburg um Trainer José Araújo tritt am 8. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga beim Titelverteidiger und aktuell Tabellenzweiten Rutronik Stars Keltern an. Spielbeginn am Sonntag, 23. November, ist um 16 Uhr. Foto: Stefan Tschersich
Der BC Pharmaserv Marburg um Trainer José Araújo tritt am 8. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga beim Titelverteidiger und aktuell Tabellenzweiten Rutronik Stars Keltern an. Spielbeginn am Sonntag, 23. November, ist um 16 Uhr. Foto: Stefan Tschersich

Nur nicht einschüchtern lassen

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg
(Sonntag, 23.11.2025, 16 Uhr, Speiterlinghalle, Dietlingen).

 

Nach der Länderspielpause steht in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga der 8. Spieltag an. Der BC Pharmaserv Marburg (Bilanz 4:3) trifft zwei Wochen nach der knappen 57:61-Heimniederlage gegen Pokalsieger Saarlouis Royals (Bilanz 7:0) nun, am Sonntag, 23. November, auf den anderen Titelträger der Vorsaison: Meister Rutronik Stars Keltern (6:1). Spielbeginn in Dietlingen ist um 16 Uhr.

Das erste Drittel der 22 Hauptrundenspieltage ist (fast) vorbei. Und die Marburger Blue Dolphins stehen auf dem fünften Rang mehr als ordentlich da. Alle vier von der Papierform her gewinnbaren Spiele wurden gewonnen, die drei Partien gegen stark favorisierte Teams endeten ohne Überraschung. Eine solche wäre zweifellos ein Erfolg am Sonntag im Enzkreis. Das legt zum einen diese Statistik nahe: Gegen Keltern haben die Hessinnen seit fast fünf Jahren und elf Monaten nicht mehr gewonnen und seit jenem 6. Januar 2019 16 Mal in Folge das Nachsehen gehabt.

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In der laufenden Bundesliga-Runde haben sich die Stars aus Keltern nach dem mit 63:66 verpatzten Saisonauftakt bei den TK Hannover Luchsen schadlos gehalten. In weiteren Matches auf nationalem Parkett schienen die Badenerinnen zumindest phasenweise nicht unverwundbar. Doch setzte sich schließlich jeweils die Klasse der international besetzten Equipe durch.

Apropos international: Im Eurocup hat der Deutsche Meister nach fünf von sechs Gruppenspielen noch eine weiße Weste. Für ihre jeweiligen Nationalmannschaften stellten die Sterne in der Länderspielpause Trainerin Matea Tavic und Spielerin Karina Konstantinova (beide Bulgarien), Alex Wilke (Deutschland, nur Trainingslager), Maud Huijbens (Niederlande), Ana Mandic (Kroatien) und Nevena Rosic (Serbien) ab.

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Auf Seiten der Lahnstädterinnen waren für ihre Länder Marianna Byvatov (Deutschland) und Sara Guerreiro (Portugal), beide erstmals beim A-Team, sowie Lea Debeljak (Slowenien) unterwegs. Guerreiro stand bei der 51:77-Niederlage in Serbien nicht im Spieltagskader, kam allerdings am vergangenen Dienstag beim 100:70-Heimsieg gegen Island zu ihrem ersten Länderspiel, traf 14 Sekunden nach ihrer Einwechslung mit ihrem ersten Ballkontakt einen Dreier, besorgte, ebenfalls per Dreier, den 100. Punkt ihres Teams und war mit 16 Zählern (4 Dreier) dessen Topscorerin – in nur gut neun Minuten auf dem Feld. Marburgs Coach José Araújo, der Guerreiro noch aus der U20-Auswahl kennt, kommentiert das so: „Ich habe das Spiel natürlich am Livestream gesehen. Sara hat das ziemlich gut gemacht. So ein Länderspieldebüt zu haben, ist eine tolle Sache. Ich freue mich sehr für sie.“

Debeljak dagegen kamen in drei Spielen (77:66-Sieg gegen Lettland, 87:65-Sieg in Estland mit Ex-Marburgerin Greeta Üprus, 76:86-Niederlage in den Niederlanden mit den Ex-Marburgerinnen Esther Fokke und Michaela VanderKlugt) auf durchschnittlich 16,25 Einsatzminuten, 6,3 Punkte und 3,7 Rebounds.

Zurück zu den Sternen: Der Blick auf die Scorerliste zeigt: Der Meister ist Marburg-lastig. Zwei ehemalige Delfine machen zusammen im Schnitt fast 32 Punkte. Alex und Alex: Da ist zum einen Sportkameradin Kiss-Rusk (Kanada/Ungarn / Centerin / 1,94 m / pro Spiel 11 Punkte / 8,6 Rebounds), die von 2018 bis 2020 insgesamt 44 Pflichtspiele für den BC bestritt. In der Rebound-Rangliste der Liga teilt sich die 31-Jährige damit den vierten Platz mit Marburgs Allyson Fertig.

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Die zweite Grüne, die mal eine Blaue war (2016 bis 2022 / 178 Pflichtspiele), ist Frau Wilke (Pointguard / 1,75 Meter / 19,5 Pkte. / 3,7 Reb. / 2,5 Assists / 1,5 Steals). Die Entwicklung der eifrigsten Punktesammlerin aus dem Enzkreis lässt sich – unter anderem – so zusammenfassen: Mannschaftskapitänin, Olympiateilnehmerin 2024, MVP der Playoffs-Finals 2025. Wohl den meisten, die „unsere“ Alex noch aus Marburger Zeiten kennen, geht da das Herz auf. In der Liga ist die 29-Jährige die viertbeste Scorerin, die beste mit deutschem Pass.

Nächstbeste Kelternerinnen in der Kategorie Punkte pro Partie sind Ana Mandic (Centerin / 1,84 m / 9,3 Pkte. / 4 Reb.), Malia Fisher (USA / Centerin / 1,88 m / 8,6 Pkte. / 3,6 Reb.) und Maud Huijbens (Centerin / 1,90 m / 8,3 Pkte. / 7 Reb.).

Fun/Fail Facts aus den Liga-Team-Statistiken: Keltern hat bislang die meisten Freiwürfe getroffen (17,7 pro Spiel), die meisten Punkte erzielt (Schnitt 76,0) und die meisten Fouls begangen (Schnitt 21,0). Die Marburgerinnen dagegen foulen am wenigsten (16,1), holen die meisten Offensivrebounds (14,1), treffen aber von der Freiwurf- (68%) und der Dreierlinie (23,2%) am schlechtesten.

 

José Araújo (Trainer Marburg):

„Durch die Länderspielpause haben wir natürlich nicht Fünf-gegen-fünf trainieren können. Aber Keltern hat ja auf noch mehr Spielerinnen verzichten müssen. Wir haben aber die anderthalb Wochen gut gearbeitet. Keltern ist natürlich eine Spitzenmannschaft, sie sind Titelverteidiger und spielen eine super Eurocup-Vorrunde. Sie haben einige Spitzenathletinnen aus der vergangenen Saison gehalten und weitere starke Spielerinnen dazugeholt. Alex Wilke spielt wieder wie eine MVP. Aber es ist ein komplettes Team mit vielen langen Spielerinnen. Das wird vor allem physisch wieder eine Herausforderung. Aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Wir haben gegen Saarlouis gesehen, dass wir zumindest phasenweise gegen eine Spitzenmannschaft mithalten können, und wir können es uns nicht erlauben, irgendein Spiel locker anzugehen, nur weil niemand einen Sieg von uns erwartet. Wir haben in diesem Jahr noch viele schwierige Spiele vor uns, und wir wollen möglichst viele Siege sammeln. Dafür müssen wir jedes Spiel wettbewerbsorientiert und mit der richtigen Einstellung angehen.“

(von Marcus Richter)