BC Marburg siegt erneut bei den Eigner Angels Nördlingen

BC Marburg siegt erneut bei den Eigner Angels Nördlingen
Marburgs Marianna Byvatov (rechts) verteidigt gegen Nördlingen Laura Schinkel. Foto: Michael Soller
Marburgs Marianna Byvatov (rechts) verteidigt gegen Nördlingen Laura Schinkel. Foto: Michael Soll

Blue Dolphins gewinnen zweiten Krimi im Krater

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
Eigner Angels Nördlingen – BC Marburg 67:69 (39:38).

Mit einem hart erkämpften Auswärtssieg hat der BC Marburg (Bilanz jetzt 6:6 / Platz 5) seinen Fans ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht. Am 12. Spieltag in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga gewannen die Blue Dolphins bei den Eigner Angels Nördlingen (4:8 / 9) mit 69:67. Topscorerin der Partie am 4. Advent war Nördlingens Nicole Fransson (20 Punkte / 11 Rebounds). Erfolgreichste Punktesammlerinnen für Marburg waren Marianna Byvatov und Sara Guerreiro (je 14 Zähler). Eine weitere Marburger Heldin war Allyson Fertig mit zwei wichtigen Ballgewinnen in der letzten Spielminute.

18 Tage nach dem 61:59-Drama im Pokalspiel haben Marburgs Erstliga-Basketballerinnen erneut in Nördlingen eine Partie gewonnen, die bis zum Schluss auf Messers Schneide stand. Dabei musste der BC ohne Caitie Jones (kuriert eine Rückenverletzung aus) antreten, verlor 97 Sekunden vor dem Ende Centerin Mia Heide (5 Fouls) und 27 Sekunden vor Schluss Lea Debeljak (umgeknickt).

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Zum Auftakt in die zweite Hälfte der Bundesliga-Hauptrunde lagen die Hessinnen in der Hermann-Hexenkeßler-Halle die meiste Zeit vorne. Mit 2:43 Minuten auf der Uhr im letzten Viertel übernahmen die Krater-Korbjägerinnen das Kommando (65:61). Dann foulte sich BC-Kapitänin Heide raus, Nördlingen traf beide Freiwürfe zum 67:64, und Marburg vergab seinen nächsten Angriff.

Bei 55 Sekunden Restzeit holte Allyson Fertig einen ganz wichtigen Ballgewinn für die Gäste, den Lea Debeljak zum 66:67 nutzte (noch 49 Sekunden). Kurz danach verletzte sich die Slowenin, doch ihr Team kam wieder in Ballbesitz. Jetzt fasste sich Sara Guerreiro, die zuvor alle ihre sechs Versuche aus dem Zwei-Punkte-Bereich vergeben hatte, ein Herz, zog zum Korb und traf: 68:67 für Marburg bei 15 Sekunden Restzeit.

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Nördlingen schmiedet in einer Auszeit den Plan, der den Sieg bringen soll. Samantha Ashby soll’s richten: Sie zieht zum Korb – wenn sie trifft, gewinnt sie das Spiel. Doch Allyson Fertig – mit vier Fouls belastet – blockt den Korbleger, packt den Ball und wird gefoult. Noch 1,5 Sekunden. Auszeit. Einwurf. Nördlingen foult Greta Kampschroeder. 0,2 Sekunden sind da noch zu spielen.

Den ersten Freiwurf macht die Marburgerin rein, 69:67. Den zweiten wirft sie verabredungsgemäß nur an den Ring, um damit die Spieluhr zu starten. Doch die Schützin tritt über die Linie. Und so hat Nördlingen noch eine allerletzte Chance. Jetzt macht Kampschroeder alles richtig: Sie streckt sich und bekommt ihre Finger an den Ball, die Uhr läuft los und ab. Marburg gewinnt den nächsten Krater-Krimi!

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Mit 18:9 (7. Minute) hatten die Marburgerinnen einen guten Start erwischt. Über das 23:23 fast mit der Schlusssirene des ersten Viertels holten sich die Rieserinnen ihre erste Führung (27:23, 11. Minute). Danach hatten die Blue Dolphins wieder die Nase vorn, allerdings nie mehr als vier Punkte. Und fast mit der Halbzeithupe schlugen die Gastgeberinnen zürück, mit einem And-one zur 39:38-Führung.

Obwohl im dritten Durchgang die Marburgerinnen die meiste Zeit hinterherliefen, allerdings nie mehr als vier Zähler (46:42, 24.), waren sie nach 30 Minuten mit 54:52 im Vorteil. Im Schlussabschnitt hatten die Blue Dolphins mehrfach Pech mit guten Würfen, die sich wieder aus dem Ring herausdrehten. Mit Glück und Geschick sicherten sich die Hessinnen aber in den Schlusssekunden den dritten Saisonsieg gegen Nördlingen – zum zweiten mal in der Liga (Hinspiel 67:44),. Mit einem noch ausstehenden Liga-Duell haben sich die Blue Dolphins bereits den direkten Vergleich gesichert.

Freiwurfverhältnis 25:11 für das Heim-Team

Auffällig war, dass die Gastgeberinnen doppelt so viele Freiwürfe trafen (22/25), wie Hessinnen überhaupt zugesprochen bekamen (9/11). Dafür warfen die Marburgerinnen 62 mal aus dem Feld auf den Korb (26 Treffer), Nördlingen nur 43 mal (20). Mit entscheidend waren sicher die Ballverluste: Marburg 16, Nördlingen 24.

Eine Pause „zwischen den Jahren“ gibt es für die Blue Dolphins nicht: Bereits am kommenden Sonntag, 28. Dezember, treten die Hessinnen bei Alba Berlin (Bilanz 5:7 / Platz 7) an, bevor es am 3. Januar zum Pokalspiel beim Zweitligisten Würzburg geht.

José Araújo (Trainer Marburg):

„Das war ein wichtiger Sieg. Und ein schöner. Wir haben die kleine Niederlagenserie [von zwei Spielen] gestoppt und auswärts ein Team geschlagen, das in seiner Halle schwer zu schlagen ist. Auch Nördlingen hat ein großartiges Spiel abgeliefert. Unser Start in die Partie war richtig gut, Nördlingen hat reagiert und ist zurückgekommen. Wir hatten zwar ein paar schlechte Phasen, aber sie haben nicht zu lange gedauert. Wir haben dem Gegner keine großen Läufe gestattet, sondern relativ konstant gespielt. Wir haben viele Assists, dafür nicht so viele Turnovers. Wir wollten über unsere Innenspielerinnen attackieren. Das hat gut geklappt, bis sie Foulprobleme hatten. Aber auch unser Plan B hat dann gut funktioniert. Unsere Verteidigung war ziemlich gut gegen eine Mannschaft mit vielen Spielerinnen, die punkten können. Im letzten Viertel wollten ein paar gute Würfe von uns einfach nicht reingehen. Es war ein Kampf bis zum Ende, jeder Ballbesitz war wichtig.“

Marianna Byvatov (Spielerin Marburg):

„Wir wussten von Anfang an, dass das ein schweres Spiel würde, nachdem Nördlingen gegen Saarlouis und Osnabrück gewonnen hat. Die haben richtig viel Selbstvertrauen und wir sehr viel Respekt. Wir sind aber mit der richtigen Energie reingegangen, haben gut gespielt und unsere Sachen gemacht – manchmal ein bisschen überhastet, manchmal ohne Struktur, aber am Ende haben wir als Team zusammengespielt und zusammen gewonnen.“

Laura Schinkel (Spielerin Nördlingen):

„Ich glaube, wir haben erst am Ende das Spiel verloren. Wir konnten die ganze Zeit über gut mithalten, am Ende haben uns dann aber die Turnovers und verlegten Körbe den Sieg gekostet. Da haben wir den Sieg aus der Hand gegeben. Marburg hat sehr gut gespielt, aber ich glaube, beide Teams waren auf Augenhöhe.“

 

Statistik:

VIERTEL: 23:23, 16:15, 13:16, 15:15.

NÖRDLINGEN: Samantha Ashby (17 Punkte / 2 Dreier), Nicole Fransson (20; 11 Rebounds), Mariam Hasle-Lagemann (4), Jana Koch (0), Natalie Kucowski (5/1), Pauline Mayer (9/2), Chanel Ndi (0), Laura Schinkel (12).

MARBURG: Hanna Adaszeswka (n. e.), Marianna Byvatov (14/1), Lea Debeljak (7/1), Allyson Fertig (9), Lena Graf (n. e.), Sara Guerreiro (14/4), Mia Heide (8), Greta Kampschroeder (9/2), Lia Kentzler (4), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (4).

SR: Nikola Krajacic, Michael Oesterle, Dennis Kaufhold. Z: 690.

 

Fun Facts:

Marburg gewinnt ein Spiel mit unter 40-prozentiger Zweierquote (39,1 %) zum ersten Mal seit dem 30.12.2022 (29,4 %; 67:56 auswärts bei Rheinland Lions). / Marburg gewinnt in zwei aufeinanderfolgenden Jahren am 21. Dezember gegen Nördlingen (2024: 88:58 daheim). / Marburg gewinnt gegen Nördlingen zum vierten Mal in Folge und zum dritten Mal in dieser Saison – letzteres zum ersten Mal seit der Spielzeit 2017/18. / Marburg holt ein Auswärtssieg in der Bundesliga mit nur einem gewonnen Spielviertel (3/4: 16:13) zum ersten Mal seit 17.03.2018 (4/4: 19:6; 66:60 in Nördlingen).

Fail Fact:

Der Hallensprecher fordert – wie im Pokalspiel – vor mehreren Freiwürfen der Gäste das Publikum zum Lärmmachen auf. Verbotenerweise!

 

(von Marcus Richter)

 

Nächste Spiele:

Sonntag, 28.12.2025, 16 Uhr, Auswärtsspiel bei Alba Berlin

Samstag, 03.01.2026, 15 Uhr, Pokal-Viertelfinale: auswärts bei Qool Sharks Würzburg (2. Liga)

Samstag, 10.01.2026, 19 Uhr, Heimspiel gegen Eisvögel USC Freiburg (Tickets hier).