BC Marburg empfängt Herner TC

BC Marburg empfängt Herner TC
Die beiden besten Punktesammlerinnen der Blue Dolphins: Lea Debeljak (am Ball) und Sara Guerreiro. Am Samstag, 31. Januar, empfängt der BC Marburg zum 17. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga den Herner TC. Foto: Stefan Tschersich
Die beiden besten Punktesammlerinnen der Blue Dolphins: Lea Debeljak (am Ball) und Sara Guerreiro. Am Samstag, 31. Januar, empfängt der BC Marburg zum 17. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga den Herner TC. Foto: Stefan Tschersich

Blue Dolphins wollen Playoff-Ticket buchen

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
BC Marburg – Herner TC
(Samstag, 31.01.2026, 19 Uhr, Kleine Georg-Gaßmann-Halle).

Die Hauptrunde der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga geht in ihre entscheidende Phase. Am 17. von 22 Spieltagen empfängt der BC Marburg (Bilanz 8:8 / Platz 6) den Herner TC (4:12 / 9). Die Partie am Samstag, 31. Januar, ab 19 Uhr in der Georg-Gaßmann-Halle trägt nicht nur wegen des Tabellenstands eine gewisse Brisanz in sich. Präsentiert wird das Spiel von Footpower. Begleitet wird die Partie von Eclipse Cheer Athletics, den Cheerleadern des TSV Cappel.

Das Hinspiel am 11. Oktober werden die HTC- und die BCM-Fans so schnell nicht vergessen: Das Ruhrpott-Team führte zur Halbzeit mit 50:33, hatte alles im Griff. Was dann kam, war die krasseste Aufholjagd in den zweiten 20 Minuten der Marburger Bundesliga-Geschichte (seit dem Wiederaufstieg 1992). Dreier von Mia Heide und Lea Debeljak in den letzten 43 Sekunden brachten den Blue Dolphins den nicht mehr für möglich gehaltenen 72:69-Sieg.

Footpower Kopie

Seitdem haben sich die Marburgerinnen im Tabellenmittelfeld festgesetzt, die Hernerinnen dagegen kratzen an der Playoff-Teilnahme. Aktuell wären sie als Neunter nicht dabei. Allerdings fehlt nur ein Sieg auf Rang acht, den Nördlingen hält. Da täte dem HTC eine Revanche für die Hinspiel-Enttäuschung besonders gut. Auch, weil der Meister von 2019 und Pokalsieger von 2019 und 2022 seit dem 20. Dezember und fünf Begegnungen kein Erfolgserlebnis hatte. Allerdings: Drei dieser Niederlagen kamen gegen Meister Keltern und Pokalsieger Saarlouis. Und in mehreren Spielen zeigten die Hernerinnen achtbare Leistungen.

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Die verhinderte Herner Heldin aus dem Hinspiel, Meghan Boyd (27 Punkte / 7 Dreier), ist inzwischen nicht mehr dabei. Dafür hat sich das Team von der Emscher sich im Dezember mit Makiyah Williams (USA / Powerforward / 1,83 m / 10,8 Pkte.) und der deutschen Nationalspielerin Jenny Crowder (Pointguard / 1,65 m / 9,3 Pkte. / 3,4 Reb. / 2,7 Assists), die vor elf Jahren selbst 26-mal das BC-Trikot trug, verstärkt.

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Weitere Säulen der Herner Offensive sind vor allem Zoesha Smith (USA / Centerin / 1,84 Meter / pro Spiel 14,5 Punkte / 13,1 Rebounds) und Alice Recanati (Italien / Pointguard / 1,73 m / 10,2 Pkte. / 2,2 Ass.) sowie Olivia Olsen (USA / Centerin / 1,90 m / 7,9 Pkte. / 6,8 Reb.).

In Lena Dziuba steht eine weitere Ex-Marburgerin im Kader des Tabellenneunten. Vor der Saison aus Hessen ins Ruhrgebiet gewechselt, hat die 22-Jährige aber seit Anfang November keine Partie mehr bestritten – bis dahin kam Lena in durchschnittlich nur 14,5 Einsatzminuten auf starke 9,9 Punkte.

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Ein Blick auf beide Mannschaften im Liga-Vergleich zeigt: Herne (45,4 Versuche pro Spiel) und Marburg (44,4) nehmen die meisten Würfe aus dem Zwei-Punkte-Bereich. Herne trifft, zusammen mit Freiburg, die wenigsten Dreier (4,8), Marburg (5,2) liegt von den zehn Teams auf Rang sechs. Herne macht aus dem Feld die zweitmeisten Versuche (63,6), weist aber die zweitschlechteste Zielsicherheit auf (38,5 Prozent) – Marburg liegt sowohl bei den Würfen (65,5) als auch bei der Trefferquote (40,5 %) auf Platz vier. Schlusslicht ist Herne von der Freiwurflinie (63,7 %) – Marburg (70,6 %) liegt auf dem siebten Rang. Aufpassen müssen die Marburgerinnen allerdings unter dem eigenen Brett: Herne holt die meisten Offensiv-Rebounds (14,7) – die Blue Dolphins (12,4) liegen auf Platz fünf.

Für die Marburgerinnen gilt es, den Schwung aus dem hart erkämpften 71:63-Auswärtssieg in Hannover mitzunehmen und die Gunst der Stunde zu nutzen: Bevor an den letzten drei Spieltagen der Hauptrunde die Duelle gegen die aktuell drei Erstplatzierten Mannschaften anstehen, geht es in den nächsten drei Wochen gegen die drei laut Tabelle von der Papierform schwächsten Teams, davon zweimal in der heimischen Georg-Gaßmann-Halle: Zuerst kommt Herne, dann geht es zum Tabellenschlusslicht Freiburg (Bilanz 1:15) und danach empfangen die Blue Dolphins Nördlingen (5:11).

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Derzeit liegen die Marburgerinnen auf dem sechsten Rang, aber nur je einen Sieg hinter Hannover (4.) und Berlin (5.). Gegen Hannover haben die Blue Dolphins den direkten Vergleich gewonnen (2:0 Siege), und Berlin würde wegen einer Spielverlustwertung bei Punktgleichheit immer schlechter gestellt. Heißt: Der begehrte vierte Rang, der in der ersten Playoff-Runde einen Heimvorteil bietet, ist noch in Reichweite. Voraussetzung: Siege!

Mit einem davon am Samstag würden die Blue Dolphins bei noch fünf ausstehenden Partien ihren Vorsprung auf den ersten Nicht-Playoff-Platz, den eben Herne hält, auf fünf Siege ausbauen. Damit wäre das Playoff-Ticket so gut wie sicher.

José Araújo (Trainer Marburg):

„Nach einem Sieg fällt immer alles leichter, und alle sind gut drauf. Wir haben in Hannover immer den Fokus behalten und in der entscheidenden Phase auch kühlen Kopf. Jetzt kommt das nächste schwere Spiel. Das wird etwas komplett anderes als das Hinspiel. Das ist so lange her, und beide Mannschaften spielen heute einen besseren Basketball als damals. Herne hat zuletzt gegen gute Teams gute Leistungen gezeigt. Da können wir uns nicht erlauben, sie wegen des Tabellenstandes zu unterschätzen. Sie haben viele gute Spielerinnen und sind sehr, sehr gut im Offensiv-Rebound. Da müssen wir sie attackieren und keine zweiten Chancen zulassen. Dass wir jetzt gegen die drei Mannschaften hinter uns spielen, darf uns nicht davon abbringen, jedes Spiel voll konzentriert anzugehen und auf alles vorbereitet zu sein. Alles andere wäre eine riesen Fehler. In dieser Liga gibt es nur schwierige Spiele, und davon will ich möglichst alle gewinnen. Für die Papierform gibt es keine Siege, du musst dich jedesmal neu auf dem Feld beweisen.“

(von Marcus Richter)