BC Marburg holt vor Länderspielpause Auswärtssieg bei Saarlouis Royals

BC Marburg holt vor Länderspielpause Auswärtssieg bei Saarlouis Royals
Marburgs Topscorerin Sara Guerreiro (von links) zieht an Saarlouis' erfolgreichster Punktesammlerin, Elizabete Bulane, vorbei - beobachtet von Lucy Michel. Foto: Saarlouis Royals
Marburgs Topscorerin Sara Guerreiro (von links) zieht an Saarlouis‘ erfolgreichster Punktesammlerin, Elizabete Bulane, vorbei – beobachtet von Lucy Michel. Foto: Georg Gross 

Blue Dolphins dominieren – und zittern sich zum Sieg

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
Saarlouis Royals – BC Marburg 60:65 (21:32).

Die BC Marburg Blue Dolphins gehen mit einem Sieg in die Länderspielpause. Am Samstag, 7. November, gewannen die Hessinnen (Bilanz jetzt 4:2) mit 65:60 bei den Saarlouis Royals (2:4). Nach einer 20-Punkte-Führung wurde es am Ende nochmal spannend. Nach dem 6. Spieltag der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga bleiben die Lahnstädterinnen auf Platz 4.

Erfolgreichste Punktesammlerin der Partie war Saarlouis‘ Elizabete Bulane (26 Punkte / 4 Dreier). Für Marburg war Sara Guerreiro die Topscorerin (20/4), Allyson Christensen und Amelia Hassett sammelten jeweils ein Double-Double (je 10 Punkte / 12 Rebounds).

<<< Fanshop >>>

Marburgs Lilly Meister musste erneut zuschauen – und das wird noch ein paar Monate so bleiben: Ihre im Keltern-Spiel vor drei Wochen erlittene Knieverletzung hat sich als Meniskusschaden herausgestellt, der operiert werden muss. Julia Vydrová hatte sich damals zwei Tage zuvor einen Wadenbeinbruch und eine Knöchelverletzung zugezogen. Sie wurde bereits operiert. Außerdem fehlte in Saarlouis Nafi Harz studienbedingt.

Saarlouis musste weiterhin auf die Verletzten Jordyn Jenkins und Elina Koskimies verzichten. Dafür war Nachverpflichtung Alexis Whitfield nach bisher nur Eurocup-Einsätzen erstmals in der Liga dabei.

<<< Re-Live >>>

War das nochmal spannend! Die Wiederauflage des Playoff-Viertelfinales aus dem April bot aus Marburger Sicht (zum Glück nur) fast die ganze Bandbreite an Emotionen. Freude über einen starken Start (12:2, 5. Minute). Ärger über acht verworfene Freiwürfe (6 in der ersten Halbzeit). Verzweiflung über mehrere verpatzte Korbleger. Große Augen über drei Guerreiro-Dreier hintereinander (15., 16. und 17. Minute zum 32:16). Begeisterung über einen 20-Punkte-Vorsprung (42:22, 23. Minute durch Allyson Christensen).

Doch Zurücklehnen ist nicht. Kein Vorsprung ist sicher. Das haben vor allem die Blue Dolphins in der vergangenen Spielzeit gezeigt, in der sie unter anderem die beiden entscheidenden Playoffpartien gegen Saarlouis nach 14 beziehungsweise 16 Punkten Rückstand noch drehten.

<<< Komplette Statistik >>>

Doch diesmal hatte Saarlouis eine Antwort und stellte seine Verteidigung um. Und die „Zone“ brachte die Gäste in arge Verlegenheit. Zudem schüttelten die Royals ihre Abschlussschwäche ab: Ein 16:4-Lauf brachte sie auf 38:46 heran (28.). Mit 38:52 ging es ins Schlussviertel. Mit 10 unbeantworteten Punkten verkürzten die Saarlouiserinnen auf 48:52 (34.).

Ein wichtiger Dreier von Lea Debeljak zum 57:50 mit der Shotclock-Sirene bei 5 Minuten auf der Uhr ließ die gut 20 mitgereisten BC-Anhänger mal kurz durchschnaufen. Doch es wurde enger und enger. Und 53 Sekunden vor Schluss dann aber der Schock: Topscorerin Bulane trifft für drei zum 57:59 aus Royals-Sicht. Debeljak antwortet mit ihrer zweiten Heldentat – wieder ein Dreier – zum 62:57 mit 29 Sekunden Restzeit. Den nächsten Saarlouis-Angriff fängt Marburgs Kapitänin Marianna Byvatov ab. Den Rest besorgen Hassett und Guerreiro von der Freiwurflinie. Auswärtssieg. Gefühle: Freude und Erleichterung! Länderspielpause.

<<< Tickets für Heimspiele >>>

Deutschland (mit Byvatov im Kader) und Portugal (mit Trainer José Araújo und Spielerin Guerreiro) treffen in der EM-Qualifikationsgruppe N sogar aufeinander – und außerdem auf Ungarn und Dänemark. Bereits am Tag nach dem Saarlouis-Spiel reisten die drei Marburger Internationalen zu ihren Teams.

 

José Araújo (Trainer Marburg):

„Wir sind sehr gut gestartet, hatten unseren Fokus auf der Defense und haben Saarlouis so nicht ins Spiel kommen lassen. In der Offense war unser Spacing gut, wir haben den Ball gut laufen lassen und so Stück für Stück einen guten Vorsprung herausgearbeitet. Das Spiel hat sich dann gedreht, als Saarlouis auf Zonenverteidigung umgestellt hat: Da sind wir aus dem Rhythmus gekommen und haben das Spiel auch nicht mehr schnell machen können. Das hat Saarlouis gut gemacht, und wir konnten dann ihren Dreier nicht mehr verteidigen. Obwohl wir im vierten Viertel wenige Punkte gemacht haben, sind uns immer wieder wichtige Aktionen gelungen. So haben wir uns gegen ein sehr gutes Team am Ende doch noch ein kleines Polster herausgeholt. Einen 20-Punkte-Vorsprung bis auf nur noch 2 Punkte schmelzen zu lassen, sollte eigentlich nicht passieren. Aber wir haben es dann doch geschafft, und daher bin ich wieder sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Auch, weil es schon hart ist, innerhalb von drei Wochen zwei Spielerinnen durch Verletzungen zu verlieren. Das ist vor allem für die beiden Spielerinnen eine sehr schwierige Zeit, und wir versuchen sie zu unterstützen.“

 

Statistik:

VIERTEL: 9:16, 12:16, 17:20, 22:13.

SAARLOUIS: Elizabete Bulane (26 Punkte / 4 Dreier), Emma Eichmeyer (2), Mariam Haslé-Lagemann (4), Parker Hill (3), Gloria Kunisch (n. e.), Mila Luzgina (3/1), Jo Oly (n. e.), Marie Simon (n. e.), Oliana Squires (2), Alexis Whitfield (9), Egle Zabotkaite (11/2).

MARBURG: Marianna Byvatov (9/1), Allyson Christensen (10), Lea Debeljak (12/2), Lena Graf (0), Sara Guerreiro (20/4), Amelia Hassett (10/1), Lucy Michel (2), Ana Raimundo (2), Theresa Spatzier (0).

SR: Daniel Krüger, Sameh Farho, Robert Konopacki. Z: 497.

 

Fun Facts:

Marburg holt gegen Saarlouis … zum zweiten Mal vier Pflichtspielsiege in einem Kalenderjahr (auch 2017), … drei Siege hintereinander zum ersten Mal seit 24.10.2020 (76:55 daheim), 09.12.2020 (70:49 daheim im Pokal) und 22.01.2021 (83:43) … zwei Auswärtssiege hintereinander erstmals seit 22.01.2021 (83:43) und 16.01.2022 (71:65). Marburgs Bilanz gegen Saarlouis, dem seit dem Wiederaufstieg 1992 häufigsten Gegner (86 Duelle): 46:40. / Marburg hat nach dem 6. Spieltag 4:2 Siege, wie zuletzt 2025, 2020 und 2019 – einen besseren Start hatte man zuletzt 2018 (6:0). / Marburg gewinnt trotz verlorenen Reboundduells (36:40) zum ersten Mal ein Auswärtsspiel seit 11.04.2026 (34:37 Rebounds; 89:78 im 1. Playoff-Halbfinalspiel in Halle).

Fail Facts:

Marburg verwirft zum vierten Mal hintereinander mindestens 7 Freiwürfe (8, 10, 7, diesmal 8).

(von Marcus Richter)

 

Nächste Spiele:

Mittwoch, 11.11.2026, 19 Uhr: EM-Quali in Hamburg: Deutschland gegen Ungarn (Tickets hier)

Samstag, 14.11.2026, 15 Uhr: EM-Quali in Dänemark

Dienstag, 17.11.2026, 20 Uhr: EM-Quali in Portugal

Sonntag, 22.11.2026, 15.30 Uhr, Heimspiel gegen Herner TC (Tickets hier).