Auswärtsspiel in Wasserburg

Im Hinspiel erzielte Marburgs Finja Schaake (am Ball) acht Punkte gegen Wasserburg, hier mit Laura Hebecker (links) und Ashley Williams. Foto: Christoph Luchs

Zwischen Gelassenheit und Anspannung

Damen-Basketball-Bundesliga: TSV 1880 Wasserburg – BC Pharmaserv Marburg (Freitag, 19 Uhr, Badria-Halle).

Nach mehreren schwachen Auftritten wollen Marburgs Erstliga-Basketballerinnen mal wieder überzeugen. Ein ähnliches Ziel dürfte auch der Gegner am 18. Spieltag haben.

Gegen Chemnitz und Saarlouis wurschtelte sich das Pharmaserv-Team in eigener Halle noch so durch, gegen das Spitzenteam aus Herne war dann nichts mehr zu retten. Vielleicht tut es dem BC ja gut, nun nicht mehr der von allen Gejagte zu sein.

Allerdings: Als Zweitplatzierter (Bilanz 13:2) stehen sie weiterhin vor fast allen anderen Teams. Genau einen Rang vor dem nächsten Gegner. Der TSV Wasserburg (11:5) macht eine Schwächephase durch: Zwei Siege aus fünf Spielen stehen im Jahr 2019 für den Pokalsieger zu Buche.

Doch soll eine Nachverpflichtung den Ausfall von Jewel Tunstull kompensieren und die Topscorerinnen Jennifer Schlott (16,2 Punkte / 2 Steals pro Spiel), Ashley Williams (11 / 6,4 Rebounds) und Svenja Brunckhorst (10 / 3,5 Assists) entlasten. Neben Kapitänin Brunckhorst tragen beim einstigen Abonnement-Meister drei weitere deutsche Nationalspielerinnen Verantwortung: Laura Hebecker, Leonie Fiebich und Alina Hartmann.

Bei den Marburgerinnen wird Alex Wilke (Rücken) voraussichlich erneut ausfallen. Katie Yohns Einsatz ist fraglich. Als seien ihren Oberschenkelprobleme nicht genug, prallte sie im Training mit einer Mitspielerin zusammen und zog sich eine Platzwunde am Mund zu. „Ab nächster Woche machen wir kein Training mehr. Dann kann sich auch niemand verletzen“, sieht der BC-Coach das Missgeschick mit Humor.

Das Pharmaserv-Team reiste bereits am Donnerstag an und war gegen 21.30 Uhr vor Ort. Für Freitagvormittag ist ein Abschlusstraining geplant.

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Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Wie tief sitzt die Enttäuschung über die Heimniederlage gegen Herne (63:81)?
Patrick: Naja, du musst schon viel richtig machen, um gegen Herne zu gewinnen. Du darfst dich nicht nicht mit anderen Sachen beschäftigem, außer denen, die du kontrollieren kannst. Natürlich hat uns Alex Wilke in der Rotation gefehlt, und Katie Yohn war auch nicht fit. Wir hatten keinen guten Tag.

Und wie geht ihr das Spiel in Wasserburg an?
Patrick: Wir müssen wieder zu unserem Spiel finden. Das haben wir in den letzten drei Heimspielen nicht geschafft. Wir wollten da natürlich gute Spiele machen, unabhängig vom Ergebnis. Das haben wir aber nicht.

Was meinst du genau mit „zu unserem Spiel finden“?
Patrick: Wir verpassen derzeit viele Details, ziehen die Laufwege nicht konsequent durch und so weiter. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir gerade echt hart trainieren. Und langsam verspüren die Mädels einen Druck, den sie sich selber machen. Wir müssen eine gewisse Gelassenheit finden, aber ohne Spannung zu verlieren. Das haben die Mädels realisiert. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt.

Was sind die Stärken des TSV Wasserburg?
Patrick: Das ist ein gutes Team. Sie schießen gut von außen, haben in der Offense eine gute Raumaufteilung und verteidigen diszipliniert. Wir müssen auf jeden Fall viel besser verteidigen als in der zweiten Halbzeit gegen Herne. Mir gefällt, dass in Wasserburg die Deutschen viel spielen. Das Team wird sicherlich heiß darauf sein, die Hinspielniederlage [58:63] wettzumachen. In der Badria-Halle ist es immer schwer zu spielen. Die Fans gehen richtig mit. Ich würde da gern endlich mal gewinnen.

Mit einem Sieg hättet ihr den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde sicher…
Patrick: Das wusste ich gar nicht. Das wär natürlich cool, da schon jetzt einen Haken hinter zu setzen. Der Heimvorteil ist wichtig. Dafür arbeitest du die ganze Saison. Aber es ist nicht immer der ausschlaggebende Punkt. Wir sind selbst schon zwei Mal als Fünfter ohne Heimvorteil weitergekommen. Es ist auch tagesformabhängig.

(von Marcus Richter)

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