BC Marburg Blue Dolphins verlieren nach Verlängerung bei Alba Berlin

BC Marburg Blue Dolphins verlieren nach Verlängerung bei Alba Berlin
Marburgs Caitie Jones (am Ball) wirft gegen Berlins Theresa Simon und Deeshyra Thomas. Foto: Tilo Wiedensohler
Marburgs Caitie Jones (am Ball) wirft gegen Berlins Theresa Simon und Deeshyra Thomas. Foto: Tilo Wiedensohler

Zwischen Enttäuschung und Stolz

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga:
Alba Berlin – BC Marburg 77:69 n.V. (35:37, 66:66).

Der BC Marburg hat am 13. Spieltag in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga bei Alba Berlin mit 69:77 nach Verlängerung verloren. Im letzten Spiel des Jahres 2025 verpassten die Blue Dolphins (Bilanz jetzt 6:7 / Platz 5) ihren ersten Sieg gegen die Hauptstädterinnen (6:7 / Platz 6 aufgrund einer Spielverlustwertung) hauchdünn. Erfolgreichste Punktesammlerin der Partie war die Marburgerin Caitie Jones (16 Punkte / 2 Dreier); Topscorerin für Berlin war Ex-Marburgerin Theresa Simon (14/1; 6 Assists).

So nah waren die Marburgerinnen bei Alba Berlin noch nie am Sieg dran. Nach intensiv geführten 39:34 Spielminuten steht es 66:66, und die Gäste in der Sömmeringhalle haben den letzten Angriff. Alles, nur kein Ballverlust, lautet die Devise. Die nach einer Rückenverletzung genesene Caitie Jones hat die Hessinnen in den letzten 69 Sekunden von einem 61:64-Rückstand im Alleingang zurück ins Spiel gebracht.

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Nun übernimmt die Australierin wieder die Verantwortung. Sie zieht zum Korb – und bleibt ausgerechnet an einer ehemaligen Marburgerinnen hängen: Marie Bertholdt hat den Braten gerochen, steht knapp außerhalb des No-Charge-Kreises und zieht das Offensivfoul. Der Worst Case bleibt den Marburgerinnen erspart: In den verbleibenden 5,5 Sekunden scheitert Berlin am Ring. Vorerst. Verlängerung.

Aber schon im ersten Angriff der Extra-Zeit belohnen Ring und Brett in Co-Produktion Lena Gohlischs 10,5-Meter-Dreierversuch. Doink. Doink, doink. Drin. 69:66 Berlin. Das war’s eigentlich schon. Denn die Blue Dolphins finden kaum mehr gute Würfe. Und von den sechs Versuchen von der Freiwurf-Linie fallen nur drei durch die Reuse. Eine Fünf-Sekunden-Übertretung beim Einwurf und das fünfte Foul von Kapitänin Mia Heide tun ihr Übriges. Und so führen die Albatrosse ausgerechnet in der Verlängerung mit acht Punkten (75:67, 1:48 Minuten vor Schluss) – in der regulären Spielzeit war das Marburger 50:44 in der 28. Minute der größte Abstand beider Teams gewesen. Das war’s.

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Nach einem über das Berliner 13:9 (6. Minute) ausgeglichenen ersten Viertel (19:19) übernahmen die Lahnstädterinnen das Kommando. Wobei das auf wackligen Füßen stand. Beim 29:25 (14.) holte sich der BC seine erste Vier-Punkte-Führung. In den letzten Sekunden vor dem Seitenwechsel vergeigten sie allerdings einen möglichen Sechs-Punkte-Vorsprung und kassierten stattdessen noch das 37:35. Auffällig war, dass Marburg viele bis dahin schon 16:9 Fouls gesammelt hatte. Auffällig auch: Berlin vergab bis dahin mehr Freiwürfe (9 von 21 Versuchen) als Marburg überhaupt hatte (1 Fehlwurf bei 8 Versuchen).

Auch im dritten Durchgang blieben die Gäste die meiste Zeit vorne. Doch wieder kassierten sie in den Schlusssekunden noch zwei unnötige Freiwürfe, hatten aber noch einen 52:51-Vorsprung. Im letzten Viertel wechselte die Führung hin und her. Vor allem Berlins Deeshyra Thomas kam zunehmend besser ins Spiel, erzielte 10 ihrer 12 Punkte ab der 34. Minute und führte die Berlinerinnen vor mehr als 1.440 Zuschauern zu einem erfolgreichen Jahresabschluss.

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Der 13. Spieltag wird am Dienstag, 30. Dezember, abgeschlossen. Dann könnte der MBC aus Halle mit einem Sieg in Hannover die Marburgerinnen auf Rang sechs verdrängen.

Schon am kommenden Samstag, 3. Januar, müssen die Marburgerinnen wieder reisen: Um 15 Uhr steht im Sportzentrum Feggrube in Würzburg das Pokal-Viertelfinale gegen den dortigen Zweitligisten Qool Sharks an.

José Araújo (Trainer Marburg):

„Es war ein verrücktes Spiel mit vielen Ballverlusten. Wir haben in den letzten Minuten der regulären Spielzeit ein paar leichte Würfe nicht getroffen, und dann hat Berlin noch ausgeglichen. In der Verlängerung treffen sie gleich einen sehr, sehr weiten Dreier, wir verwerfen ein paar Freiwürfe, und dann ist es mental schwierig für uns. Wir hatten uns vorgenommen, bis zum Ende im Spiel zu sein, und das haben wir ziemlich gut gemacht. Es ist schade, dass wir verloren haben, denn wir hätten das Spiel gewinnen können. Deswegen sind wir natürlich traurig und enttäuscht. Aber wir haben wieder gut gekämpft, und deshalb bin ich stolz auf die Mannschaft. Insgesamt sind wir so ambitioniert, dass wir glauben, wir hätten zwei, drei Spiele mehr gewinnen können. Aber die Liga ist so eng, ich glaube, wir haben das bisher ziemlich gut gemacht.“

Marie Bertholdt (Spielerin Berlin, 2017-2023 Marburg):

„Heute war bei uns der Wille da, nachdem wir das knappe Spiel in Halle weggegeben hatten. Wieder zu Hause zu spielen, hat uns einen extra Push gegeben, durchzuziehen, immer weiterzumachen und nicht aufzugeben. Insgesamt sehe ich uns auf dem richtigen Weg. Diese Saison läuft zwar ein bisschen holprig, aber wir geben jeden Tag im Training unser Bestes, bleiben zusammen, und versuchen immer besser zu werden.“

Statistik:

VIERTEL: 19:19, 16:18, 16:15, 15:14 + 11:3.

BERLIN: Marie Bertholdt (10 Punkte / 1 Dreier), Rosalie Esser (n. e.), Lena Gohlisch (11/2), Emily Kiser (0), Abby Muse (0), Jo Raflo (12/1), Nina Rosemeyer (3), Greta Scholle (n. e.), Lilli Schultze (6), Theresa Simon (14/1), Tessa Stammberger (9), Deeshyra Thomas (12).

MARBURG: Hanna Adaszeswka (n. e.), Marianna Byvatov (12), Lea Debeljak (6/1), Allyson Fertig (11), Lena Graf (n. e.), Sara Guerreiro (9/3), Mia Heide (5), Caitlyn Jones (16/2), Greta Kampschroeder (4), Lia Kentzler (0), Lucy Michel (0), Ana Raimundo (6).

SR: Dogu Berk Innal, Dietmar Damm, Jonas Goslicki. Z: 1.442.

Fun Facts:

Marburg gewinnt (im vierten Anlauf) zum ersten Mal bei Alba Berlin die erste Halbzeit und die ersten drei Viertel. / Marburg geht im Jahr 2025 drei mal in die Verlängerung (Bilanz 1:2), das ist Team-Rekord seit dem Wiederaufstieg 1992 (zwei: 1996, 2001, 2009, 2011, 2014, 2016, 2019; Bilanz insgesamt 16:15). / Marburg beendet das Jahr 2025 mit einer Bilanz von 11:12 und einem Korbverhältnis von 1.645:1.640. / Für Marburg erzielte die ersten Punkte des Jahres Caitie Jones (04.01.: Dreier zum 3:2 nach 53 Sekunden beim 66:60-Heimsieg gegen MBC), die letzten beiden Zähler sammelte Marianna Byvatov mit (28.12.: zwei Freiwürfen zum 69:75, 1:43 Minuten vor Ende der Verlängerung in Berlin).

Fail Facts:

Marburgs achte Niederlage gegen Alba Berlin im achten Anlauf. / Marburgs drei erzielte Punkte in der Verlängerung sind die schlechteste Ausbeute seit 09.11.2019 (3:9; 79:82-Heimniederlage gegen Osnabrück – seitdem das siebte Spiel mit Verlängerung) und seit dem Wiederaufstieg 1992 die zweitschlechteste Ausbeute (24.09.2011; 2:6; 66:70-Niederlage gegen NB Oberhausen beim Season Opening in Chemnitz).

(von Marcus Richter)

Nächste Spiele:

Samstag, 03.01.2026, 15 Uhr, Pokal-Viertelfinale: auswärts bei Qool Sharks Würzburg (2. Liga)

Samstag, 10.01.2026, 19 Uhr, Heimspiel gegen Eisvögel USC Freiburg (Tickets hier)

Sonntag, 18.01.2026, 17 Uhr, Auswärtsspiel bei Saarlouis Royals.