BC Marburg startet mit zwei Auswärtsspielen in Meisterschaftsfinalspiele gegen Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern

BC Marburg startet mit zwei Auswärtsspielen in Meisterschaftsfinalspiele gegen Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern
Mit viel Vorfreude geht's ins Finale. Die Blue Dolphins Marburg treten zu Beginn der Endspielserie zunächst zweimal in Keltern an. Foto: Stefan Tschersich
Mit viel Vorfreude geht’s ins Finale. Die Blue Dolphins Marburg treten zu Beginn der Endspielserie zunächst zweimal in Keltern an. Foto: Stefan Tschersich

Blue Dolphins wollen den Kampf genießen

Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga,
Playoff-Finale (best of five):
Rutronik Stars Keltern – BC Marburg
(Spiel 1: Freitag, 24.04.2026, 18.30 Uhr, Speiterlinghalle Dietlingen)
(Spiel 2: Sonntag, 26.04.2026, 16 Uhr, Speiterlinghalle Dietlingen).

Der BC Marburg steht zum zweiten Mal in seiner Geschichte im Finale um die Deutsche Meisterschaft! Gegner ist der Titelverteidiger: die Rutronik Stars Keltern. Das Playoff-Finale in der Toyota 1. Damen Basketball Bundesliga wird im Format „best of five“ ausgetragen: Wer drei Spiele gewinnt, darf sich Champion nennen.

Die Blue Dolphins starten als klarer Außenseiter und müssen zunächst zwei Mal auswärts ran: Am Freitag, 24. April, 18.30 Uhr, und am Sonntag, 26. April, 16 Uhr, jeweils im Schulsportzentrum Dietlingen. Die dritte Partie findet am Mittwoch, 29. April, 20 Uhr, in der Georg-Gaßmann-Halle in Marburg statt – und ist seit Dienstagnachmittag schon ausverkauft. Ein mögliches Spiel 4 würde am 1. Mai in Marburg, ein etwaiges Entscheidungsspiel 5 am 3. Mai in Keltern ausgetragen.

Das Cineplex in Marburg bietet zumindest für unsere beiden ersten Auswärtsspiele wieder Public Viewing an. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. Der Eintritt ist frei, Tickets gibt es nur an der Tageskasse (solange der Vorrat reicht).

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Wer hätte das gedacht: Die Blue Dolphins Marburg haben es tatsächlich in die Endspielserie der Toyota DBBL geschafft …! Zwei Jahre nach dem sportlichen Abstieg … nach vier Jahren ohne Playoffs … fünf Jahren ohne Medaille … und nach 23 Jahren ohne Finale auf nationalem Parkett … Das ist jetzt schon eine Cinderella-Story, die es so in dieser Liga seit 12 Jahren nicht mehr gegeben hat.

Erst zum vierten Mal seit dem Marburger Wiederaufstieg 1992 hat es der Siebtplatzierte nach der Hauptrunde in die Finalserie geschafft: 2012 war es Halle, das im Viertelfinale den Tabellenzweiten Rhein-Main rauskickte. 2013 war es genau umgekehrt. Und 2014, nun ja, da wurde Marburg in der ersten Playoff-Runde Opfer von Oberhausen. Den Titel gewann jeweils das beste Hauptrunden-Team.

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Das sind diesmal die Rutronik Stars Keltern, die zum dritten Mal hintereinander im Meisterschaftsfinale stehen und die Trophäe schon vier Mal in den schönen Enzkreis holten. Der erste Club, der genau diesen Meisterschild gewann, war der BC Marburg! Nachdem die Übermannschaft aus Wuppertal den bisherigen Meisterpokal zehn Mal in Folge gewonnen hatte, bevor sie Pleite ging, besorgte die damalige Liga-Leitung im April 2003 eine neue Trophäe.

Damals gingen die Marburgerinnen nicht ohne Chancen in die Meisterschaftsmatches. Nach der Hauptrunde war man Zweiter, hatte im Heimspiel Tabellenführer Wasserburg geschlagen. Im Finale ging es dann über die volle Distanz. Und am 27. April fügten die Hessinnen den Innstädterinnen ihre einzige Heimniederlage der Saison zu: im entscheidenden Spiel 5.

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Auch Keltern hat in dieser Saison in Liga und Pokal in eigener Halle eine weiße Weste. Die Sterne verloren nur am ersten Spieltag in Hannover, im Pokalfinale in Berlin und im Playoff-Viertelfinale auswärts in Herne. Den Marburgerinnen ist ein Erfolg gegen Keltern in dieser Saison in vier Versuchen noch nicht gelungen. Allerdings ist die Tendenz erfreulich: -12 Punkte, -11, -5 und -5.

Erfreulich für die Marburg-Fans auch: Im Finale gibt es ein Wiedersehen mit zwei ehemaligen Blue Dolphins: Alex Kiss-Rusk (2018 bis 2020) und Alex Wilke (2016 bis 2022). Erfreulich für die Umwelt – und den Geldbeutel: Mussten im Jahr 2003 nach Wasserburg pro Spiel 523 Kilometer einfache Strecke zurückgelegt werden, sind es diesmal nur 244. Fun Fact: Die Quersumme bleibt gleich.

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Das Team aus Keltern besticht durch Qualität und Ausgeglichenheit. Da kann Trainerin Matea Tavic auch mal die komplette erste Fünf auswechseln, ohne dass ihre Fans sich fürchten müssen. Im Halbfinale verputzten die erfolgshungrigen Enzkreislerinnen Pokalsieger Alba Berlin glatt in drei Spielen: daheim mit 16 und 20 Zählern Differenz, nur Spiel 3 in Berlin war mit +3 knapp. Da scheint eine Drei-Siege-Serie gegen Marburg nicht die höchste Hürde.

Die Blue Dolphins allerdings blühen seit der Bronzemedaille bei der Pokal-Endrunde vor fast acht Wochen richtig auf. Was von vielen Fans damals als DER Saisonhöhepunkt angesehen wurde, war rückblickend der Startschuss für einen Lauf. Der Erfolg war eine Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Gab Selbstvertrauen.

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Eine Klatsche zum Hauptrundenabschluss gegen Saarlouis konnte daran nichts ändern. Die Revanche gab’s in den Playoffs. Dann noch den MBC niedergerungen. Und nun? Eine zweite Medaille haben die Hessinnen schon sicher, zum ersten Mal seit dem Meisterschaftsjahr, in dem auch der Pokal geholt wurde.

Die Mannschaft von José Araújo hat jetzt schon alle Erwartungen übertroffen. Hat Historisches geleistet. Für den Club. Für die Stadt. Hat vielen Menschen viele Glücksmomente beschert in einer Zeit, in der man diese zwei Stunden Abwechslung vom Alltag besonders genießt. Was haben die Blue Dolphins noch im Tank? Gibt es etwa noch eine Überraschung? Und wenn ja: wie viele?

José Araújo (Trainer Marburg):

„Es ist natürlich eine besondere Woche, es ist schon eine andere Stimmung. Wir freuen uns und sind stolz auf das Erreichte. Ich freue mich sehr für unsere Fans und die Marburger Basketball-Familie. Mir ist klar, was das für eine große Sache für alle ist, nach 23 Jahren wieder im Finale zu stehen. Und deswegen sollten wir alle jede Sekunde genießen. Aber das ist uns nicht genug. Wir haben viel Arbeit hineingesteckt, um dahin zu kommen, wo wir jetzt sind. Und deswegen wird im Training weiter hart gearbeitet. Wir spielen gegen das beste Team im Land. Sie haben während der kompletten Saison [auf nationaler Ebene] nur dreimal verloren. Das allein sagt schon viel aus. Sie haben eine gute Trainerin und eine gute Mannschaft mit viel Qualität. Aber unsere Herangehensweise ist ein bisschen wie vor dem Pokal-Top-4: Das wird keine Party, sondern es wird zur Sache gehen. Aber wir wollen voll dagegenhalten, den Kampf genießen und jede sich bietende Möglichkeit nutzen. Denn wir wollen gewinnen. Das wird natürlich nicht leicht gegen so ein großartiges Team. Aber solange noch niemand drei Siege hat, ist alles offen.“

(von Marcus Richter)

 

Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft:

Der Weg ins Finale:

– Keltern: Sieger der Hauptrunde (Bilanz 21:1): im Viertelfinale 2:1 gegen Herne (Platz 8), im Halbfinale 3:0 gegen Berlin (4).

– Marburg: Siebter der Hauptrunde (11:11): im Viertelfinale 2:1 gegen Saarlouis (2); im Halbfinale 3:1 gegen MBC/Halle (6).

 

Die Finalserie (best of five):

Spiel 1: Freitag, 24. April, 18.30 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern (Ticket-Info)

Spiel 2: Sonntag, 26. April, 16 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern (Ticket-Info)

Spiel 3: Mittwoch, 29. April, 20 Uhr: Heimspiel in Marburg (ausverkauft)

* Spiel 4: Freitag, 1. Mai, 16 Uhr: Heimspiel in Marburg

* Spiel 5: Sonntag, 3. Mai, 16 Uhr: Auswärtsspiel in Keltern.

*) falls nötig.