Heimsieg gegen Hannover mit Finja

Alex Wilke (3) wird von ihren Mitspielerinnen nach einem erfolgreichen Freiwurf beglückwunscht. Foto: Christoph Luchs

„Es hat heute viel gestimmt“

Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – TK Hannover 90:72.

Der BC Pharmaserv Marburg hat seine Bilanz in der Liga ausgeglichen (2:2). Nach einer schwachen Anfangsphase kamen die Gastgeberinnen gegen den Turn-Klubb zu Hannover erst Ende des ersten Viertels ins Laufen. Topscorerin war Marburgs Alex Wilke (21). Für Hannover erzielte Finja Schaake die meisten Punkte (15).

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Für sie war es der erste Auftritt in ihrer alte Halle, gegen ihr altes Team. Nach elf Jahren im BC-Trikot wurde Finja Schaake vor der Partie verabschiedet – unter anderen mit einer Video-Botschaft ihres langjährigen Trainers Patrick Unger (der seinerseits den BC nach der vorigen Saison verließ).

Den besseren Start in eine Partie in Marburg hatten – wie gewohnt – die Gäste. Das 16:6 erzielte Finja Schaake nach 5:53 Minuten per Dreier – ihre ersten Punkte als Gast in Marburg. Nach einem weiteren Schaake-Dreier und einem Treffer von Tessa Stammberger stand es nach 7:51 Minuten 21:8 für die Gäste. Die holten im ersten Viertel fast alle Rebounds (10:1) und konnten fast ungestört schalten und walten.

Dann ging ein Ruck durch das Pharmaserv-Team. Bis zur kleinen Pause kam es auf 19:25 heran, Theresa Simon holte per And-one die erste Marburger Führung (35:34, 17.), und Joey Klugs erster Dreier im BC-Dress (19.) beendete einen 14:0-Lauf zum 42:34.

Zwei Wilke-Dreier besorgten Marburgs erste zweistellige Führung (52:42, 23.), und näher als auf 47:52 kam der TKH nicht mehr heran. Im Gegenteil. Das Pharmaserv-Team baute die Führung durch zahlreiche Ballgewinne, Fastbreak-Punkte und verbesserte Arbeit unter den Körben bis auf 90:67 (37.) aus.

Aus Marburger Sicht ein rundum gelungener Spieltag. Bis auf den Livestream, dessen computergesteuerte – und nicht in der Halle selbst nachjustierbare – Kameraführung die zwangsweise daheim sitzenden Zuschauer zumindest in der ersten Halbzeit seekrank werden ließ.

 

Julian Martinez (Marburg, Trainer):
„Bis auf das erste Viertel war das unser bestes Spiel diese Saison. Aber so ein Viertel kann auch zur Niederlage führen. Da hat uns die Aggressivität gefehlt, und wir haben lange gebraucht, um eine Antwort zu finden. Aber dann haben einige Spielerinnen Verantwortung übernommen, unter anderem Marie [Bertholdt], und darüber freue ich mich besonders. Wir haben 43 Punkte von der Bank bekommen. Die Spielerinnen bieten sich im Training an, und da ist es für einen Trainer schwierig, die erste Fünf auszuwählen. Das ist eine gute Sache.“

Theresa Simon (Marburg, Spielerin):
„Am Anfang hat uns besonders die Energie gefehlt. Durch die erste Auszeit und mehrere Team-Huddles haben wir es geschafft, gerade durch die Verteidigung wieder Energie ins Spiel zu bringen. So viele Punkte zuzulassen [21 nach 7 Minuten] – da liegt’s ja an der Defense. Wir können keine einfachen Punkte zulassen, wir können nicht mehr so viele Offensiv-Rebounds zulassen. Da haben wir uns rangekämpft durch Fastbreak-Punkte. Marie hat einen Höllen-Job gemacht. Wir hatten heute echt das ganze Spiel Spaß, sowohl auf der Bank als auf dem Spielfeld. Es hat heute viel gestimmt. Darauf können wir aufbauen.“

Finja Schaake (Spielerin Hannover, 2009-20 Marburg):
„Ich möchte mich herzlich bedanken beim BC Marburg für den emotionalen Abschied. Und vielen Dank, Patti [Unger], auch für deine Worte [über Video-Botschaft]. Für mich war es ein schöner Start [ins Spiel; 8 Punkte/2 Dreier im ersten Viertel; gesamt 15/2]. Vielleicht lag es ja an den Körben, auf die ich fast zwölf Jahre lang geworfen habe. Ich hätte lieber gewonnen und dafür nur drei Punkte gemacht. Leider haben wir mit 18 Punkten verloren. Es sah am Anfang richtig gut aus. Dann sind wir leider eingebrochen. Wir kamen mir der Aggressivität von Marburg nicht gut zurecht. Da hätte eine Antwort von uns kommen müssen.“

Statistik:
Viertel: 19:25, 27:13, 24:15, 20:19.
Marburg: Arthur 7 Punkte / 1 Dreier (4 Assists, 4 Steals), Baker 6, Bertholdt 18, Crymble 19/1, Kiefer, Klug 5/1 (3 Ass.), Mullings 4 (6 Rebounds, 3 St.), Reeh (n.e.), Simon 10/1 (3 Ass.), Sola, Wilke 21/2.
Hannover: Brown 6 (8 Reb.), Gardner 12/2 (3 Ass.), Gorsic 10/1, Koniali 3 (3 Ass.), Masic 5/1 (4 Ass.), Peric 5, Schaake 15/2, Stammberger 9, Tarasava 7/1.
SR: K.Kammann, D.Lagudka; Z: 0 (Corona).

 

Fun Facts: 500. Hauptrundenspiel des BC Marburg (Bilanz 292:208). / Heimbilanz gegen Hannover bleibt perfekt (5:0). / Marburgs 90 erzielte Punkte sind in nationalen Wettbewerben die meisten seit 31.03.2019 (90:69 gegen Hannover). / Marburgs 25 kassierte Punkte im ersten Viertel sind die meisten zu Hause in nationalen Wettbewerben seit 27.04.2019 (13:28 gegen Wasserburg, 79:67-Heimsieg). / Marburgs 27 erzielte Punkte im zweiten Viertel sind die meisten zu Hause im nationalen Wettbewerb seit 14.10.2017 (30:18 gegen Bad Aibling, 93:79-Sieg). / Joey Klug erzielt ihren ersten Dreier für Marburg. / In vier von fünf Fällen, wenn Hannover in Marburg spielt, erzielt Finja Schaake mindestens 12 Punkte (Schnitt 11,8).

Fail Facts: Marburgs Rebound-Bilanz im ersten Viertel (1:10). / Marburg erzielte in keinem der bisherigen sechs Saisonspiele die ersten Punkte (Fun Fact: gewann aber vier Partien, in denen man aber zu Hause nie die letzten Punkte der Begegnung erzielte).

 

Nächstes angesetztes Spiel:
Sonntag, 20.12.2020, 16 Uhr, Bundesliga-Auswärtsspiel bei Xcyde Angels Nördlingen.

Pokal-Viertelfinale ausgelost:
Das Pharmaserv-Team hat Heimrecht gegen die Giro-Live-Panthers Osnabrück. Als Termin ist laut Liga vorbehaltlich der Pandemie-Entwicklung der 3. Januar geplant.

 

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(von Marcus Richter)