Lisa steht im U18-Nationalkader

Lisa Kiefer vom BC Marburg wurde in den U18-Nationalmannschaftskader berufen. Foto: Laackman / PSL

Viel Neues und viel Schönes

Lisa Kiefer vom BC Marburg steht im Nationalkader der weiblichen U18. Die 17-Jährige war in der abgelaufenen Saison Leistungsträgerin im Regionalliga- sowie im U18-Bundesliga-Team (WNBL) und bestritt überdies ihre ersten Bundesligaspiele. In der Central Europe Women League (CEWL) erzielte Lisa ihre ersten Punkte im Pharmaserv-Team, für das sie auf sechs Einsätze kam.

Jugendbundestrainer Stefan Mienack nominierte Lisa für das Aufgebot, das sich unter U18-im Sommer unter Nationaltrainerin Hanna Ballhaus in mehreren Lehrgängen und Turnieren auf die Europameisterschaft im Juli in Griechenland vorbereitet.

Dem Kader gehören derzeit 25 Spielerinnen an, die zwischen 5×5 und 3×3 wechseln können. Zur 5×5-EM werden 12 Spielerinnen fahren.

Unsere Nachwuchsspielerin im Interview:

Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung! Was sagst du dazu?
Lisa: Ich freue mich sehr darüber. Ich hatte zwar beim Lehrgang im Dezember positives Feedback bekommen, aber da standen nur ein paar Mädchen schon fest auf der Kaderliste. Es gab aber auch viele, bei denen es noch nicht sicher war. Daher freut es mich umso mehr, dass es jetzt geklappt hat.

Wie fühlt es sich an, wegen Corona noch nicht zu wissen, wie es im Sommer weitergeht?
Lisa: Es ist schwierig. Natürlich möchte man, dass die Maßnahmen stattfinden, andererseits ist die Situation momentan wirklich schlimm, und die Gesundheit aller geht einfach vor. Bisher ist zwar geplant, dass alles stattfindet, aber man muss schauen, wie die Lage sich weiter entwickelt.

Wie funktioniert das in Corona-Zeiten mit der Schule?
Lisa: Ich mache nächstes Jahr mein Abitur, daher ist der Unterricht sehr wichtig. Unsere Lehrer schicken uns über ein Onlineportal Aufgaben, die wir selbständig bearbeiten. Und dann schicken sie uns die Lösungen, oder wir können die Aufgaben zur Korrektur einreichen. Dennoch ist es nicht dasselbe, und manchmal ist es schwer, sich selbst zu motivieren, gerade wenn zu Hause noch viele andere interessante Dinge zu machen sind. In der Klausurphase macht man jetzt entweder eine Ersatzleistung, oder schreibt einen Online-Klausur, sprich der Lehrer schickt einem die Klausur, und ab da man hat einen bestimmten Zeitraum, um sie zurückzuschicken.

Und wie ist das derzeit als Basketballerin?
Lisa: Ich habe zum Glück vorm Haus einen Basketballkorb stehen. Frank Arnold hat uns Dribbelübungen geschickt und unser Athletiktrainer Chris Köller ein Homeworkout. Generell versuche ich, in Bewegung zu bleiben, also ich gehe laufen, mache lange Spaziergänge oder fahre Fahrrad. Wir haben auch viele Sachen aus dem Keller wiederentdeckt, wie Inliner und Badminton-Schläger. Daher ist mir eigentlich nie wirklich langweilig.

Wofür hast du jetzt mehr Zeit als sonst?
Lisa: Um Dinge zu erledigen, die man sonst immer vor sich her geschoben hat oder die sonst zu kurz kommen, also sowas wie mal den Schreibtisch komplett aufräumen, den Schrank ausmisten, das Zimmer neu streichen oder wieder ein Buch lesen. Auch kann ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, und wir unternehmen viel zusammen, was sehr schön ist.

Du warst zuletzt länger verletzt. Bist du wieder okay?
Lisa: Ja, ich hatte mich bei einem Bodycheck an der Schulter verletzt. Es war aber zum Glück nichts Schlimmes, nur eine Zerrung und ein Knochenbluterguss. Das ist schon fast komplett verheilt, ich hatte auch schon wieder angefangen, normal zu trainieren.

Wie war deine erste Saison in unserem Bundesliga-Kader?
Lisa: Die war sehr cool. Am Anfang war so vieles anders oder neu, wie die Sponsoren- oder Pressetermine, Walkthrough oder Videoanalyse. Auch spielerisch war vieles anders, wie die Intensität im Training oder die Vorbereitung und die Spielweise selbst. Aber ich wurde gut vom Team integriert, ich habe mich immer willkommen gefühlt, was sehr schön war. Auch Patti hat mich immer unterstützt. Wenn es gerade nicht so gut lief, hat er mich weiter gepusht, und ich konnte ihm jederzeit Fragen stellen. Er hat mir sowohl basketballerisch als auch menschlich viel beigebracht. Besonders toll war dann, als ich zum ersten Mal bei einem Heimspiel einlaufen und dann sogar noch spielen durfte, sowohl Bundesliga als auch CEWL. Und außerdem noch Fans! Wie sie uns unterstützten und anfeuern, ist wirklich großartig.

Du hast auch noch in unserem Regionalliga- und unserem WNBL-Team gespielt. Ist das nicht ziemlich stressig?
Lisa: Ja, das kann ab und zu ziemlich anstrengend sein. Zwar gibt es viele Ähnlichkeiten bei der Mentalität der Trainer und der Spielart, aber eben auch Unterschiede. Und sich die vielen Systeme zu merken, war auch nicht einfach. Aber man hat relativ schnell wieder reingefunden und sich auch daran gewöhnt. Man hat einfach gelernt, schnell umzuschalten. Auch wenn ich drei verschiedene Rollen in den Teams hatte, so war das sehr positiv. Ich konnte aus allen drei viel mitnehmen und als Basketballspielerin daran wachsen. Daher würde ich es, auch wenn es manchmal hart war, auf jeden Fall nochmal machen.

(von Marcus Richter)