Neujahrsgruß 2020-21

Oliver Pohland, Präsident des BC Marburg. Foto: Laackman/PSL

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

das Jahresende möchte ich gerne zum Anlass nehmen, um Ihnen, der BC-Familie, ein gutes uns gesundes neues Jahr 2021 zu wünschen. Egal ob Sie Spielerin, Spieler, Trainerin, Trainer, Eltern, Sponsor, Dienstleister, Partner, Helfer, Fanclub-Mitglied sind oder regelmäßiger Besucher unserer Bundesligaspiele waren, Ihnen allen wünsche ich auch im Namen des Vorstandes ein neues Jahr, das hoffentlich geprägt ist von der beginnenden Überwindung der Corona-Pandemie und der Herstellung einer neuen Normalität.

Ich glaube, ich brauche Ihnen an dieser Stelle nicht zu sagen, dass das Jahr 2020 und insbesondere die Saison 2020/21 eine Zeit war und immer noch ist, die unseren Verein vor die wohl größte Herausforderung seiner Geschichte gestellt hat. Herausforderungen, die natürlich auch den gesamten Hessischen Basketball-Verband, sämtliche Ligen, die Toyota DBBL und alle Basketball-Vereine betreffen. Wer hätte schon jemals gedacht, dass es einmal zu einer kompletten Einstellung des Spiel- und Trainingsbetriebes kommen würde.

Sponsoren und Eltern zeigen Verständnis

Als Verantwortliche standen wir als Vorstand auch zu Beginn des Jahres 2020 vor vielen unbeantworteten Fragen und Unsicherheiten. Heute kann ich sagen, dass wir all diese Herausforderungen durch eine große gemeinsame Anstrengung aller Verantwortlichen weitgehend bewältigt haben und bis heute als Sportverein in einer soliden Gesamtsituation sind. Eine Situation, die viel Arbeit, Fleiß und Mühe gekostet hat, die uns Sicherheit für den Moment, aber natürlich keine Euphorie für die Zukunft gibt.

Besonders zu danken habe ich an dieser Stelle in erster Linie meinen Vorstandsmitgliedern, die den wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der neuen Herausforderungen geleistet haben. Aber auch die Sponsoren und Partner der 1.-Bundesliga-Mannschaft seien hier genannt, die uns bis heute loyal und zuverlässig an unserer Seite stehen. Dazu gehören schließlich auch unsere Trainerinnen und Trainer, die den BC mit neuen Ideen zu einem weiterhin attraktiven Basketball-Verein gemacht haben und Eltern, die mit großem Verständnis auf immer wieder neue Situationen reagiert und dieses akzeptiert haben.

Vorbildliche Unterstützung durch die Stadt

Die wachsende Mitgliederzahl bestätigt diese Arbeit eindrucksvoll. An allen Stellen wird auf unterschiedlichste Weise ehrenamtliche Arbeit geleistet, die ihresgleichen sucht und für die ich als Präsident an dieser Stelle nur Danke sagen kann, auch wenn wir noch eine ganze Zeit die aktuellen Umstände akzeptieren müssen.

Gleichzeitig gilt es aber auch, die herausragende Rolle der politischen Verantwortlichen zu würdigen. Wir haben, soweit wir dazu berechtigt waren, natürlich auch die Hilfe einschlägiger Maßnahmen des Bundes und des Landes in Anspruch genommen, aber gerade die Unterstützung der Stadt Marburg war eine ganz wesentliche Hilfe für uns in dieser Zeit.

Dem gesamten hauptamtlichen Magistrat, insbesondere der Sportdezernentin Kirsten Dinnebier, sei an dieser Stelle besonders gedankt. Ohne diese wichtige kommunale Unterstützung und vor allem auch das politische Verständnis für uns als einen von vielen Sportvereinen in Marburg, würden wir heute vor großen, möglicherweise unlösbaren Herausforderungen stehen.

Gesundheit bleibt an erster Stelle

Egal was passiert, die Gesundheit und Sicherheit unserer Spielerinnen und Spieler, von Eltern, Großeltern und Angehörigen wird auch weiterhin immer an erster Stelle stehen. Wir werden nicht leichtsinnig oder eigenmächtig handeln und werden genauso jede Lockerung für alle unverzüglich umsetzen, sofern uns die Verordnungen dazu berechtigen. Wir wissen, dass unsere Aktiven trainieren und spielen wollen, und diesem Ziel widmen wir unsere ganze Kraft.

Zwar läuft der Spielbetrieb in der Toyota 1. DBBL noch, aber auch hier kann man nicht von einem geordneten Spielbetrieb sprechen, da Spielverlegungen, Erkrankungen bei uns und in anderen Vereinen sowie Quarantäne den Alltag bestimmen.

Gerade für das Management in den Wochen der Quarantäne möchte ich mich hier sehr herzlich bei meinem Vorstand bedanken, der sich beispielhaft um die Spielerinnen und das Trainerteam kümmerte und immer noch kümmert, sie versorgt, für sie einkauft, den Kontakt hält und immer ansprechbar ist. Danke auch an das komplette medizinische Team des BC um Dr. Bonacker und Dr. Schulze, die immer für unser Bundesligateam da sind und unzählige Tests durchführen.

Liga nimmt Warnungen erst spät ernst

Kritisch muss ich aber auch anmerken, dass die Toyota DBBL aus meiner Sicht neben richtigen Entscheidungen sowie ungeachtet eigener Herausforderungen auch unglücklich agiert hat. Viel zu spät wurde der Spielbetrieb der Toyota 2. DBBL eingestellt.

Viel zu spät wurde erkannte, dass in der 2. Liga auch Schülerinnen und damit auch deren schulische Leistungen gefährdet werden können und es einen anderen Maßstab des Begriffs Profisport bedarf, als in der 1. Liga. Viel zu spät und erst nach ersten Infektionsfällen wurde eine einheitliche Teststrategie eingeführt. Und viel zu spät wurden Bitten und Warnungen von Vereinen ernst genommen.

Regelungen Herausforderungen nicht angemessen

Auch völlig unverständlich ist für mich unsere Niederlage im Ligaspiel gegen Osnabrück „am grünen Tisch“. Bis heute hat die Liga weder eine klare Regelung noch die notwendige Großzügigkeit gefunden, dass, wenn langfristige Symptome, die auch noch nach der Erkrankung und negativer Testung die vollständige Gesundung verzögern und eine Mannschaft nicht spielfähig machen, ein Spiel verschoben wird und es zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet.

Bis heute gibt es Regelungen, deren Herkunft und Rechtssicherheit zumindest zu hinterfragen sind und über die selbst ich als Präsident nicht informiert werde, die die Realität von Corona-Erkrankten ausblenden und offensichtlich nur eines zum Ziel haben, diese Saison irgendwie zu Ende zu führen, um eine vermeintlich professionelle Liga zu präsentieren. Verantwortung gegenüber jungen Leistungssportlerinnen und Wille nach sportlicher Weiterentwicklung auch unter schwierigen Bedingungen ist für mich nicht erkennbar.

 

Ungeachtet dessen werden wir im BC Marburg – auch wenn es zu unserem Nachteil gereicht – die Gesundheit unserer Spielerinnen nicht gefährden und unseren Weg konsequent weiter gehen. Dafür bitte ich Sie an dieser Stelle nicht nur um Verständnis, sondern auch um Ihre Unterstützung im neuen Jahr.

In diesem Sinne nochmals Ihnen und Ihren Familien alles Gute für 2021.

Oliver Pohland
Präsident