Pokal: Auswärtssieg in Hannover

Alex Wilke (hier in Herne) erzielte im Pokalspiel in Hannover 13 Punkte für das Pharmaserv-Team. Foto: Peter Voeth

Wecker klingelt in der Halbzeit

Deutscher Pokal, Achtelfinale: TK Hannover – BC Pharmaserv Marburg 65:74.

Das Pharmaserv-Team hat die Runde der letzten acht im Pokal-Wettbewerb erreicht. Dort kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem Deutschen Meister aus Keltern. Wie beim gewonnenen Liga-Heimspiel vor einer Woche gegen den TK Hannover, war auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt BC-Kapitänin Katie Yohn die Topscorerin der Partie.

Und wie vor einer Woche startete die Mannschaft von Marburgs Ex-Kapitänin Birte Thimm besser und holte sich mit einem 12:0-Lauf im zweiten Viertel ein Zehn-Punkte-Polster. Der BC agierte im Umschaltspiel zu hektisch und handelte sich vor dem Kabinengang elf Ballverluste ein.

Bis dahin verkürzte der Spitzenreiter der Bundesliga auf 27:30. Nach dem Seitenwechsel zeigte das Pharmaserv-Team vielleicht seine besten sechs Minuten der bisherigen Saison: Defense, Rebound, Fastbreak. Defense, Steal, Fastbreak. Binnen zehn Minuten machten die Hessinnen viertelübergreifend aus dem 16:26-Rückstand eine 42:32-Führung. Dabei kam den Lahnstädterinnen zu Gute, dass beim Tabellensechsten Thimm mit ihrem vierten Foul zunächst auf die Bank beordert worden.

Yohn eröffnete das Schlussviertel mit einem Dreier und sorgte für die höchste Führung der Gäste (55:41). Spätestens, als Tonisha Baker 2:44 Minuten vor dem Ende unter dem Jubel der gut 20 mitgereisten Marburg-Anhänger einen Dreier zum 66:53 versenkte, war der Einzug ins Viertelfinale eingetütet.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„In der ersten Halbzeit waren wir sehr nervös. Wir haben viele Fehler gemacht und Bälle verloren. In der Pause war’s ein bisschen lauter, und im dritten Viertel haben wir dann mit sehr viel Energie und Leidenschaft verteidigt und uns so viele leichte Punkte erarbeitet. Da haben wir gezeigt, wie wir Basketball spielen wollen. Alle haben mitgezogen, auch auf der Bank war eine super Stimmung. In der nächsten Runde in Keltern, das wird ein schweres Spiel. Besonders, weil es das erste nach der Weihnachtspause ist. Wenigstens sind wir da gegen den Deutschen Meister nicht Favorit.“

Alex Wilke (Spielerin Marburg):
„Wir haben gewonnen, ich bin happy! In der ersten Halbzeit war bei uns die Energie noch nicht da. Wir haben viele schnelle Würfe genommen. In der Kabine gab’s vom Trainer eine laute und deutliche Ansage. Das hat uns aufgeweckt. Wir haben dann mit mehr Einsatz gespielt und als Team bessere Würfe erarbeitet. Wir wollten es einfach mehr. In der nächsten Runde hätte ich gern ein Heimspiel gehabt. Aber ob wir weiterkommen, hängt nur von uns ab.“

Jenny van Doorn (Co-Trainerin Hannover):
„Das ist sehr ärgerlich, zwei Mal hintereinander so zu verlieren: Zur Halbzeit mit drei vorne und am Ende mit neun hinten. Wir haben zwar ein paar Punkte mehr gemacht, als in Marburg, aber es hat wieder nicht gereicht. Es haben einige Initiativen durch die Spielerinnen gefehlt. Wir haben das Spiel nicht immer langsam halten können und zu schnell abgeschlossen. Das hat Marburg in die Karten gespielt. Aber sie haben auch einige Ballverluste von uns forciert.“

 

Statistik
Viertel: 14:13, 16:14, 11:25, 24:22.
Hannover: Brajkovic 2 Punkte, Gobeljic 7/1 Dreier, Gohlisch, Henningsen 10/1, Mihalyi 9/2 (5 Assists), Palmer 17/1 (3 Ass.), Peek, Tarasava 4 (3 Steals), Thimm 6, Tzokov (n.e.), Young 10 (11 Rebounds).
Marburg: Baker 17/2, Bertholdt 3 (3 Ass.), Bradley 5 (3 Ass.), Kiss-Rusk 6, Klug, Reeh (n.e.), Schaake 7, Sola (n.e.), Wagner 2, Wilke 13/2, Winterhoff (n.e.), Yohn 21/3 (8 Reb., 3 Ass.).
SR: H.Lohmüller, T.Krause.

Fun Facts: Erster Sieg in Hannover (Bilanz 1:2). – In Hannover höchste erzielte (74) und niedrigste zugelassene Punktzahl (65). – +9 ist der höchste Sieg in einem Spiel, in dem nur ein Viertel gewonnen wurde (das schaffte Marburg insgesamt erst fünf Mal, zuletzt am 17.03.2018 in Nördlingen), zum ersten Mal war dies das dritte Viertel. – Erster Auswärtssieg mit 27 oder weniger erzielten Punkten zur Halbzeit und Rückstand seit 24.11.2013 (21:28 bei Rhein-Main, 65:60 gewonnen).

Fail Fact: 27 erzielte Punkte in der ersten Halbzeit sind die wenigsten auswärts seit 27.11.2016 (19:34 in Wasserburg, 48:64 verloren).

 

Pokal-Viertelfinale am 6. Januar:
Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg
Giro-Live Panthers Osnabrück – Rhein-Main Baskets (beides Zweitligisten)
Xcyde Angels Nördlingen – Herner TC
Eintracht Braunschweig – Eisvögel USC Freiburg

 

Nächstes Spiel:
CEWL-Europapokal: Sokol Hradec Králové (CZE) – BC Pharmaserv Marburg (Mittwoch, 12. Dezember, 18.30 Uhr, Hala Sokol Hradec Králové).

(von Marcus Richter)