Wiedersehen mit Amanda Davidson

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Amanda Davidson ist mit 355 Treffern die erfolgreichste Dreierschützin der Marburger Bundesliga-Geschichte. Diesen Samstag kehrt sie als Trainerin der Chemcats in die Gaßmann-Halle zurück. (Foto: Melanie Schneider)

Fünf Fragen an Amanda Davidson

Am Samstag empfängt der BC Pharmaserv Marburg um 19 Uhr in der Georg-Gaßmann-Halle die Chemcats aus Chemnitz. Die stehen vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde mit vier Siegen auf Rang elf, einem Abstiegsplatz.

In den Reihen der Chemcats stehen in Lisa Koop, Tina Menz und Amanda Davidson drei frühere BC-Spielerinnen. Hier erfahrt ihr, wie unsere Ehemaligen über ihre jetzige Mannschaft, über Marburg und das Thema Klassenerhalt denken.


Amanda, wie ist dein erstes Jahr als Bundesliga-Trainerin, nach deinem Karriereende als Spielerin?

Amanda: Ich genieße echt meine Arbeit. Es ist toll, das Spiel zu lehren, das ich liebe. Es ist viel Arbeit und ich stecke echt alles in meine Mannschaft und Spielerinnen. Vorher habe ich nur jüngere Mannschaften trainiert, in den Staaten zum Beispiel in den Sommern als Co-Trainerin meines Vaters für viele AAU-Teams. Der größte Unterschied vom Spielen zum Coachen ist, würde ich sagen, sicherzustellen, dass deine Mannschaft auf jedes Spiel vorbereitet ist, und man ihr so viel wie möglich beibringen muss. An der Seitenlinie statt auf dem Feld zu stehen, ist schon hart. Natürlich vermisse ich das Gefühl, selbst auf dem Feld zu stehen. Aber ich genieße es wirklich, das beste aus meinen Spielerinnen herauszuholen.

 

Wie ist es für dich, Lisa und Tina zu coachen, mit denen du lange Zeit zusammengespielt hast?

Amanda: Es ist eine Ehre, die beiden zu coachen, wie es eine Ehre war, mit ihnen zu spielen. Sie bringen Erfahrung und harte Arbeit ein. In Training und Spiel geben sie alles auf dem Feld. Natürlich hilft es, dass wir zusammengespielt haben. So hatte ich schon eine Ahnung von ihrer Arbeitsmoral und was sie ins Team einbringen können. Auch ihre gemeinsame Spielerfahrung bringt der Mannschaft viel.

 

Der Blick auf die Tabelle zeigt für euch eine kritische Situation. Warum bist du dennoch optimistisch, dass ihr den Klassenerhalt schafft?

Amanda: Wir hatten viele schwierige Spiele diese Saison. Wir haben gekämpft, hatten einige Top-Teams am Rande einer Niederlage, haben aber nicht gewonnen. Ich glaube zu 100 Prozent an meine Mannschaft. Wir hatten einige fiese Niederlagen, dennoch würde ich kein anderes Team der Liga oder eine andere Spielerin haben wollen. Harte Arbeit wird sich auszahlen und wir fokussieren uns auf ein Spiel nach dem anderen. Die Chemcats werden nicht aufhören zu kämpfen und ich glaube an uns.

 

Was sagst du dazu, dass Katie Yohn mit acht Dreiern deinen Marburger Vereinsrekord gebrochen hat?

Amanda: Ich hab davon gelesen und gratuliere ihr. Sie ist eine tolle Spielerin. Für mich gehören solche persönlichen Rekorde auch immer der gesamten Mannschaft. Ich hätte nicht so oft treffen können ohne so tolle Spielerinnen um mich, die gute Blöcke stellten, gute Pässe gaben und an mich glaubten.

 

Macht die Rückkehr nach Marburg es für dich zu einem besonderen Spiel?

Amanda: Natürlich. Ich habe hier sechs Jahre lang alles für den Verein gegeben. An diese Halle habe ich viele schöne Erinnerungen. Hier sind Freundschaften entstanden und ich habe mit vielen tollen Spielerinnen zusammengespielt, wie Tina, Lisa, Finja, Maggie Skuballa, Shenita Landry, Natta Gohrke, Sandra Vetter, Hici, Anna, um nur einige zu nennen. Ich hatte hier auch eine tolle Trainerin. Von Aleks Kojic habe ich über die Jahre hinweg viel gelernt und sie hat mir bei der Umstellung auf Trainerin sehr geholfen. Allein schon in die Halle zu kommen, bringt all die schönen Erinnerungen zurück. Natürlich freue ich mich auf die Stimmung in der Halle. Die Fans sind toll und ich freue mich auf die bekannten Gesichter auf der Tribüne. Auch habe ich früher einige der jüngeren Spielerinnen gecoacht, es ist toll zu sehen, wie sie herangewachsen sind. Es wird also auf jeden Fall ein besonderes Spiel für mich, aber gleichzeitig gilt meine volle Konzentration meiner Mannschaft. Und ich weiß, dass sie alles geben wird. Sie ist für mich am Samstag das Wichtigste.

 

(von Marcus Richter)