Auswärtssieg in Saarlouis

Das Pharmaserv-Team bedankte sich nach dem Sieg in Saarlouis bei rund 20 mitgereisten BC-Fans. Foto: Marcus Richter

Wellenreiten ohne rosa Brille

Damen-Basketball-Bundesliga: TV Saarlouis Royals – BC Pharmaserv Marburg 65:92.

Siebter Spieltag, siebter Sieg. Beim (bisherigen) Tabellensiebten fuhr das Pharmaserv-Team einen ungefährdeten Auswärtssieg ein – den siebten hintereinander gegen Saarlouis. Topscorerin auf dem Parkett der Stadtgartenhalle war Tonisha Baker mit 19 Punkten.

0:0 und 2:2 – zwei Mal stand es unentschieden. Ansonsten lagen die Marburgerinnen vorne. Gute Hände und schnelle Füße waren die Basis für einen 23:8-Start in den ersten siebeneinhalb Minuten. Beim 36:15 (13. Minute) lag der Vorsprung erstmals über 20.

Saarlouis gab nicht auf und halbierte mit einer Zehn-Punkte-Serie das BC-Polster, der dann mit 47:36 in die Kabine ging. Nach dem Seitenwechsel spielten und trafen die Hessinnen besser. Sie zogen Punkt um Punkt davon und erzielten ihr höchste Führung mit ihrem letzten Treffer, Marie Bertholdts Dreier mit Brett zum 92:62.

Zwei Mal standen beim BC fünf deutsche Spielerinnen auf dem Feld. Und hätten bei den Royals nicht zwei Einheimische verletzt gefehlt, wäre gar die Seltenheit in Deutschlands höchster Spielklasse von zehn deutschen Akteuerinnen auf dem Feld wahrscheinlich gewesen.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir haben in manchen Phasen nicht so gut im Eins-gegen-eins verteidigt und versucht, die Verantwortung abzugeben. Besonders im zweiten Viertel war auch die Team-Defense nicht gut. Wir sehen, dass wir noch Arbeit vor uns haben, um 40 Minuten lang mit Vollgas zu spielen. In der Halbzeit haben wir ein paar Stellschrauben gezogen und sind über die Defense auch offensiv ins Laufen gekommen. Alle, die auf dem Feld standen, hatten blöde, aber auch gute Aktionen. Wir brauchen alle im Kader und wir vertrauen allen im Kader. Steffi Wagner und Hanna Reeh haben ein tolles Spiel gemacht. Wir reiten momentan auf einer Welle, doch wir haben keine rosa Brille auf, sondern sind realistisch genug, um zu wissen, dass wir noch viele Baustellen haben.“

Kim Winterhoff (Spielerin Marburg):
„Wir sind richtig gut ins Spiel reingekommen, hatten dann aber ein paar Schwächephasen mit defensiven Fehlern, die wir nicht haben wollen. Wenn wir richtig verteidigen, macht es uns das leichter, Spiele zu gewinnen. 36 Punkte in der ersten Halbzeit zuzulassen, ist nicht gut. Nach der Pause sind wir gut gelaufen und haben schnell gespielt. Dass auch Saarlouis mit hohem Tempo spielt, liegt uns ganz gut. Wir freuen uns, dass es momentan so läuft, wie es läuft. Es macht Spaß, die Stimmung ist gut. Das heißt aber nicht, dass wir nicht Fehler auch mal in scharfem Ton ansprechen. Aber, anders als in früheren Jahren, werden wir auch in schwierigen Momenten nicht nervös. Wir machen momentan viel richtig und wollen gerne so weitermachen.“

Ondrej Sykora (Trainer Saarlouis):
„Wir haben den Unterschied zwischen einem erfahrenen Tabellenführer und meiner jungen Mannschaft gesehen. Die Höhe des Ergebnisses spiegelt nicht den Spielverlauf wider. Wir waren nicht so schlecht. Wir hatten viele gute Würfe, haben die aber nicht getroffen. Der Gegner hat 52 Prozent getroffen, wir nur 34, das schmerzt. Die Mädels haben aber gekämpft und zwei, drei Mal auch einen hohen Rückstand verkürzt. Marburg hat noch nicht verloren, von daher war das nicht das Spiel, das wir gewinnen müssen. Ich hoffe, dass wir dann in den wichtigen Spielen mehr Glück haben. Meine jungen Spielerinnen haben heute viel gelernt und wir wollen sie von Spiel zu Spiel weiterentwickeln.“

 

Statistik
Viertel: 17:27, 25:20, 14:26, 15:19.
Saarlouis: Asuamah-Kofoh 4 Punkte, Eckerle 2, Fokke 9/1 Dreier (6 Rebounds), Hearn 16/4 (6 Reb., 3 Assists), Jahn, King Fitzgerald 15 (8 Reb.), Pohlmann 4, Rodriguez 5/1 (3 Ass.), Tulonen 10.
Marburg: Baker 19 (3 Steals), Bertholdt 7/1 (6 Reb.), Kiss-Rusk 10 (7 Reb.), Klug 1, Reeh 2, Schaake 17/3, Sola, Wagner 9, Wilke 11 (3 Ass., 3 Steals), Winterhoff 6/1, Yohn 10/1.
SR: H.Senkesen, A.Sirtmac. Z: 450.

Fun Facts: 92 ist die höchste in der Bundesliga auswärts unter Patrick Unger erzielte Punktzahl (zuletzt 14.11.2009, 96:82 in Wolfenbüttel). – +27 ist der höchste Sieg seit 09.04.2017 (92:65, selbes Ergebnis, gegen Bad Aibling) und der höchste Auswärtssieg in der Bundesliga unter Patrick Unger (zuletzt 05.11.2006, 107:65 in Göttingen). – 51,6 Prozent ist die beste Feldtrefferquote seit 03.10.2017 (53,7 in Chemnitz). – Finja Schaake erzielt in der Bundesliga ihren 2000. Punkt (in der Mannschaftsrangliste bereits Platz 4) und ihren 200. Dreier (verdrängt Sandra Weber, 199, von Platz 4).

Fail Fact: Zum vierten Mal in sieben Bundesliga-Spielen der Saison das Rebound-Duell verloren, wenn auch diesmal nur mit -1 (32:33).

  • Nächstes Heimspiel: Mittwoch, 7. November, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle: CEWL-Europapokal gegen Piestanske Cajky. Besucher, die ihren gültigen Studentenausweises vorlegen, zahlen zwei Euro Eintritt (statt acht Euro).

 

(von Marcus Richter)