Auswärtsspiel in Chemnitz

Mali Sola (am Ball) spielte laut ihres Trainer in Hradec Kralove mit „viel Herz“. Am Sonntag geht die Reise nach Chemnitz. Foto: Peter Voeth

Noch viel Arbeit

Damen-Basketball-Bundesliga: Chemcats Chemnitz – BC Pharmaserv Marburg (Sonntag, 16 Uhr, Sporthalle am Schlossteich).

Am dritten Advent endet die Hinrunde in der Bundesliga. Das Pharmaserv-Team hat in dieser Spielzeit noch nicht verloren. Zumindest nicht gegen eine deutsche Mannschaft. Damit das auch so bleibt, muss im Vergleich zum jüngsten Auftritt eine Steigerung her.

Am Mittwoch handelten sich die Marburgerinnen im CEWL-Europapokal bei Sokol Hradec Kralove eine 24-Punkte-Niederlage ein. Schlechte Voraussetzungen für die Qualifikation zum Final-Four. Doch am Sonntag reist der Bundesliga-Spitzenreiter erstmal nach Chemnitz. Die Chemcats brauchen im Kampf um den Klassenerhalt jedes Pünktchen. Erst zwei Siege hat das Team von Trainerin Amanda Davidson, ehemalige BC-Kapitänin, eingefahren und steht auf Platz neun der elf Mannschaften.

In der heimischen Schlossteich-Halle besiegten die Katzen Göttingen und am vorigen Spieltag auswärts Braunschweig, beides ebenfalls Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Mut machen könnte den Marburgerinnen, dass sie am Sonntag als zweitbeste Offense der Liga auf die statistisch schwächste Defense treffen. Allerdings offenbarte das Pharmaserv-Team selbst Mitte der Woche Defizite in der Verteidigung.

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Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Wie enttäuschend ist das Ergebnis vom Mittwoch?
Patrick: Wir wussten, dass es in diesem Jahr schwieriger wird, ins CEWL-Final-Four zu kommen als voriges Jahr. Die Mannschaften sind zwar keine Überteams, aber stärker als zwei unserer Gegner damals. Natürlich ist man unzufrieden, wenn man so deutlich verliert und nicht so gespielt hat, wie man sich das vorgestellt hat.

Wie kam das deutliche Ergebnis zustande?
Patrick: Die Vorbereitung vor Ort war etwas chaotisch, wir waren erst eine Stunde vor dem Spiel in der Halle. Aber das spielt keine Rolle. Was wir gezeigt haben, war nicht das Gelbe vom Ei. Das wissen auch alle. Am Ende haben wir zwar auch ein bisschen was ausprobiert. Insgesamt hat unsere Verteidigung aber nicht gefruchtet.

Wie war die lange Rückfahrt durch die Nacht?
Patrick: Die Spielerinnen hatten im Reisebus jeweils eine ganze Reihe, sodass sie sich ausstrecken konnten. Ich selbst habe so gut wie nicht geschlafen, aber mich dafür auf das Chemnitz-Spiel vorbereiten können. Wir waren am Donnerstag gegen 6.30 Uhr in Marburg. Alle stehen auf und gehen zur Arbeit, und man selbst geht ins Bett. Das ist irgendwie uncool.

Könnt ihr aus dem Mittwoch-Spiel etwas mit ins nächste nehmen?
Patrick: Chemnitz verteidigt sehr physisch, ähnlich wie Hradec Kralove. Und da haben wir ja nicht so gut ausgesehen. Offensiv spielt Chemnitz mit viel Tempo, die drücken da richtig auf die Tube. Ich verstehe nicht, wieso die erst zwei Siege auf dem Konto haben.

In der Bundesliga seid ihr nun nur noch einen Erfolg von einer perfekten Hinrunde entfernt…
Patrick: Wir stehen besser da, als wir gedacht haben. Aber spätestens nach dem Spiel vom Mittwoch muss allen bewusst sein, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Da hilft es nicht gerade, dass Kim Winterhoff und Tonisha Baker wohl nicht spielen können.

(von Marcus Richter)