Heimniederlage gegen Osnabrück

Es war vieles gut

Damen-Basketball-Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – Giro-Live Panthers Osnabrück 79:85 (76:76) n.V.

Der ersatzgeschwächte BC Pharmaserv Marburg hat sein drittes Spiel in Folge verloren und steht nach dem achten Spieltag bei einer Bilanz von 3:4 – und einem Nachholspiel – auf Platz 7. Das Heimspiel gegen den starken Aufsteiger Giro-Live Panthers Osnabrück (4./5:3) ging nach Verlängerung verloren. Erfolgreichste Marburger Korbjägerin war Tonisha Baker (18 Punkte, 10 Rebounds).

Sie haben alles gegeben. Ohne ihre drei Verletzten. Und es hat wieder nicht gereicht für die Marburgerinnen. Wie in der Vorwoche gegen Tabellenführer Keltern, lieferte Hessens einziger Erstligist im Damen-Basketball erneut einen großen Kampf und hätte mehr als die 300 Zuschauer verdient gehabt. Die allerdings taten ihr Möglichstes, um ihrem Team dabei zu helfen, drei Ausfälle auszugleichen. Das gelang bis in die Verlängerung.

Und die hätte besser nicht beginnen können. Candice White traf für drei und wurde gefoult. Da der Freiwurf und später zwei weitere danebengingen, blieb der Dreier Marburgs einziger Treffer in der Overtime. Als Osnabrücks Brianna Rollerson (26 Punkte, 16 Rebounds) 75 Sekunden vor dem Ende einen Zweier mit Bonusfreiwurf zum 84:79 versenkte, war die Partie entschieden.

Nach dem 11:11 (5. Minute) hatte sich der Pokalfinalist aus Niedersachsen mit zehn Zählern in Folge erstmals abgesetzt (9.). Die Marburger Fans schöpften nach Theresa Simons Treffer mit der Halbzeitsirene zum 38:42 Hoffnung, und fünf Minuten später lag ihr Team mit 51:46 vorn. In der 37. Minute waren es wieder fünf Punkte (74:69).

Doch Osnabrück holte sich die Führung zurück. In der Schlussminute leistete sich der BC zwei Ballverluste. Doch Simon rettete 9,9 Sekunden vor Schluss mit dem zweiten Freiwurf zum 76:76 die Chance auf den Sieg. Doch der ging an den OSC.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir haben über weite Strecken gut gespielt, mit guter Intensität. Wir hätten das Spiel in der regulären Spielzeit gewinnen müssen. Am Ende waren wir ein bisschen überhastet und hatten Angst zu verlieren. Verloren haben wir in der Verteidigung durch mentale Fehler. Da verlieren wir einen Rebound, den wir schon in der Hand haben, rotieren nicht oder machen ein dummes Foul. Wir haben 77:71 Würfe, und wenn man sich die Quoten anschaut [35:44 Prozent], ist auch klar, dass Osnabrück die Rebounds klar gewinnt [53:38]. Wir haben jetzt drei knappe Spiele hintereinander aus der Hand gegeben, das ist schon bitter.“

Frank Arnold (Co-Trainer Marburg):
„Es war vieles gut. Als Team haben wir das Fehlen von drei Leuten ausgeglichen, auch weil alle den Glauben an sich haben. Wir hatten die Intensität, die wir brauchen, alle haben 100 Prozent und ein bisschen mehr gegeben. Wir haben den Kopf auch bei einem Zehn-Punkte-Rückstand nicht hängen lassen. Die Länderspielpause hilft uns, denn bis zum nächsten Spiel sollte Joey Klug wieder fit sein. Ab Montag machen wir wieder normal Training. Weil Patrick und vier Spielerinnen bei der Nationalmannschaft sind und drei verletzt, werden Chris Köller und ich ein bisschen anderes Programm machen müssen.“

Steffi Wagner (neue Kapitänin Marburg):
„Wir hätten es verdient gehabt, zu gewinnen. Jede hat auf dem Feld alles gegeben und gekämpft bis zum Umfallen. Jetzt haben wir schon zum zweiten Mal unglücklich verloren – und diesmal ohne drei Spielerinnen. Wir haben immer mal kleine Fehler gemacht, aber die in der entscheidenden Phase haben uns besonders wehgetan. Da kommt mal die Hilfe nicht, man verlegt einen Korbleger und lässt einen einfachen zu. Jetzt freue ich mich auf die Nationalmannschaft. Das ist immer was Besonderes und ich werde alles geben, damit ich spielen darf. Und in Kroatien war ich auch noch nie.“

 

Statistik: Marburg – Osnabrück
Viertel: 15:21, 23:21, 24:17, 14:17 + 3:9.
Marburg: Baker 18 Punkte (10 Rebounds), Bonacker, Hegele (n.e.), Reeh 6/2 Dreier, Schaake 2, Simon 12, Sola 3/1, Wagner 10/2 (7 Reb., 3 Assists), White 15/3, Wilke 13/1 (4 Steals), Winterhoff.
Osnabrück: Carter 15/1 (9 Reb., 3 Ass.), Dölle (n.e.), Eichmeyer 7, Jongeling 10/2 (8 Reb.), Knopp 5/1, McWilliams 2, Rollerson 26 (16 Reb., 3 Ass.), Strozyk 7, Takacs 13/1 (11 Reb., 3 St.).
SR: A.Bohn, E.Saeidi, Z: 300.

 

Fun Facts: Das zweite Viertel endet genau so, wie das sechs Tage zuvor gegen Keltern (23:21). / Tonisha Baker klettert mit 161 Bundesliga-Spielen in der Team-Historie seit dem Wiederaufstieg 1992 auf Platz 10 (überholt Sandra Weber/Vetter) und mit 1594 Punkten in der Bundesliga auf Platz 10 (überholt Lani Kalutycz/Kramer, 1588). / Osnabrück ist die Mannschaft gegen die Marburg am häufigsten in die Verlängerung ging (4 Mal, Bilanz 2:2, daheim 1:1).

Fail Facts: 250. Niederlage des BC Marburg in der Bundesliga (339 Siege, 1 Unentschieden). / Marburg verliert zum ersten Mal zwei Heimspiele in der Bundesliga-Hauptrunde hintereinander seit 30.01./13.02.2016 (Saarlouis, Chemnitz). / Dritte Niederlage in Folge nach Führung nach drei Vierteln. / Erste Heimniederlage nach Verlängerung seit 15.03.2009 (65:67, 55:55 gegen Freiburg), nach 5 Siegen. / Drei erzielte Punkte in der Verlängerung in einem Heimspiel sind die wenigsten überhaupt (11 Spiele) – und die zweitwenigsten insgesamt (24.09.2011, 2:6, 66:70 beim Season Opening in Chemnitz gegen Oberhausen). / In dieser Saison alle vier Spiele verloren, in denen der Gegner zur Halbzeit mehr als 39 Punkte und nach 40 Minuten mehr als 70 Punkte erzielt hatte.

 

Nächstes Spiel: Sonntag, 24. November, 17 Uhr, Bundesliga-Heimspiel gegen Eisvögel USC Freiburg, Georg-Gaßmann-Halle.

Zuvor spielt die Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation am 14. November gegen Nordmazedonien (19 Uhr in Nördlingen) und am 17. November in Kroatien. Bundestrainer Patrick Unger hat vom Pharmaserv-Team Finja Schaake, Theresa Simon, Steffi Wagner und Alex Wilke nominiert; Marie Bertholdt musste nach ihrem Kreuzbandriss absagen.

 

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(von Marcus Richter)