Heimsieg gegen Nördlingen

Das Pharmaserv-Team freut sich über den vierten Startplatz für die Playoffs. Foto: Stefan Tschersich

Vierter!

Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga: 
BC Pharmaserv Marburg – Xcyde Angels Nördlingen 68:60.

Der BC Pharmaserv Marburg (Bilanz 13:9) ist am letzten Spieltag noch auf den vierten Platz geklettert. Eigentlich sogar erst in der zweiten Halbzeit. Erfolgreichste Punktesammlerin der Partie war Marburgs Rachel Arthur (23). Teamkollegin Theresa Simon erreichte ein Double-Double (10 Punkte, 11 Rebounds).

Neben der Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel (30:40) gegen die Xcyde Angels (7:12) aus Nördlingen hat das Pharmaserv-Team diesen Erfolg auch den Saarlouis Royals zu verdanken: Denn der Tabellenzehnte bezwang – obwohl ohne Aussicht auf die Playoffs – in eigener Halle den (jetzigen) Tabellenfünften Flippo Baskets Göttingen (12:9) mit 81:74. Göttingen ist erster Playoff-Gegner der Marburgerinnen.

Nördlingen mit elf vorn

Zu Beginn des Jahres auf dem letzten Platz, hat sich Hessens einziger Erstligist im Damen-Basketball im Endspurt der Hauptrunde den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde gesichert. Lange Zeit hatte es am Sonntagnachmittag allerdings danach ausgesehen, als würde es doch „nur“ Platz 6.

Denn die Marburgerinnen lagen lange zurück. Nördlingen hatte sich Ende des ersten Viertels durch einen 13:0-Lauf eine 22:12-Führung erspielt und lag in der 18. Minute gar mit elf Punkten in Führung (38:27). Marburg tat sich vorne schwer und offenbarte in der Verteidigung Schwächen.

Nach der Halbzeit wie verwandelt

Die Gäste aus dem Donau-Ries waren die bessere Mannschaft und lagen auf Playoff-Kurs. Denn gleichzeitig lag Osnabrück (Sechster) in Halle (Neunter) vorne. Gut für Nördlingen, schlecht für Marburg, das zu diesem Zeitpunkt in der Blitztabelle auf Platz 6 abgeruscht war.

Das Pharmaserv-Team kam mit mehr Energie aus der Kabine und mit einem 7:0-Lauf auf 37:40 heran (24. Minute). Die Partie blieb spannend. In der 34. Minute lag Marburg erstmals nach 26 Minuten wieder vorne (52:49).

Angels-Kapitänin Magaly Meynadier glich per Dreier aus (56:56, 34.). Aber Alex Wilke konterte prompt aus der Distanz (59:56), exakt 4:30 Minuten vor Schluss. Nördlingen ließ nicht locker (60:63). Aber Theresa Simon per Dreier und mit zwei Freiwürfen machten den sechsten Marburger Sieg in Serie perfekt.

Halle wahrt Playoff-Chance

Inzwischen hatte Halle (Bilanz 7:15) seine Partie gegen Osnabrück (11:11) mit 84:68 gedreht und damit seine Playoff-Chance gewahrt. Und Saarlouis gab den Sieg im Saisonabschluss gegen Göttingen nicht mehr her.

Nördlingen hat Corona-bedingt noch drei Nachholspiele. Ein Sieg reicht zur Playoff-Teilnahme. Das Programm ist allerdings happig: die ersten drei Teams der Tabelle. Denen wird Halle die Daumen drücken.

Vor der Partie in Marburg war Anschreiberin Lea Bähring für ihren 100. ehrenamtlichen Einsatz im Kampfgericht beim BC Marburg in Bundesliga, Pokal, CEWL und Länderspielen geehrt worden.

Christoph Wysocki (Marburg, Trainer):
„Im ersten Viertel haben wir überhaupt nicht ins Spiel gefunden, in der Verteidigung und offensiv. Nördlingen hat unseren Basketball gespielt: schnell und aggressiv. Wir waren immer einen Schritt zu langsam. Aber wir haben uns nicht von den -10 zur Halbzeit beeindrucken lassen und haben gesagt: Wir müssen jetzt 120 Prozent geben. Wir haben dann Zonenpresse gespielt. Und so, wie wir verteidigen, kann das keine andere Mannschaft in der Liga. Wir verteidigen clever und hart, haben keine Angst und treffen richtige Einschätzungen. Und wenn das funktioniert, dann läuft alles von alleine, und dann können wir uns auch vergebene Korbleger leisten. Rachel [Arthur] war heute der Hammer. Nicht nur ihre 23 Punkte. Sie hat auch 20 verhindert. Sie ist einfach überall. Alex [Wilke] und Theresa [Simon] haben wichtige Dreier gemacht.“

Rachel Arthur (Marburg, Topscorerin):
„In der ersten Halbzeit waren wir in der Defensive zu entspannt. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Druck gemacht und den Gegner zu Ballverlusten gezwungen. Für mich hat es sich gut angefühlt, wir haben gekämpft um ins Spiel zu bleiben. 23 Punkte kann man nur machen, wenn man vom Team gut in Szene gesetzt wird. Das war eine Team-Leistung.“

Bildergalerie (Christoph Luchs)

Bildergalerie (Stefan Tschersich)

 

Statistik:
Viertel: 12:22, 18:18, 15:6, 23:14.
Marburg: Arthur 23 Punkte / 2 Dreier, Baker 6, Bertholdt 5, Crymble 4, Kiefer (n.e.), Klug 4 (4 Assists), Lückenotte (n.e.), Lukow (n.e.), Reeh (n.e.), Simon 10/2 (11 Rebounds, 4 Steals), Sola, Wilke 16/2 (7 Reb., 3 St.).
Nördlingen: Brodersen 5 Punkte / 1 Dreier (10 Assists), Geiselsöder, James 10/2, Köppl 4, Leaphart 21/1 (8 Reb.), Meynadier 3/1 (6 Reb., 3 Ass.), Sachnovski (n.e.), Schlüter 13/3, Waldner 4 (8 Reb.), Yesilova (n.e.).
SR: E.Saeidi, P.Sobieszuk. Z: 0 (Corona).
Komplettes Scouting.

Fun Facts: Marburgs sechster Sieg in Folge (längste Siegesserie in der Bundesliga seit 21.12.2018, nach elf Siegen in Folge). / Marburg gewinnt ein Bundesliga-Spiel nach zweistelligem Halbzeitrückstand zum ersten Mal seit 15.01.2017 (75:69-Heimsieg gegen Hannover; -11; 26:37). / Marburgs erster Sieg gegen Nördlingen nach vier Niederlagen seit 10.11.2018 (104:99 n.V.). / Marburg reichen weniger als 69 Punkte zum ersten Mal gegen Nördlingen zum Sieg seit 30.10.2010 (66:45-Heimsieg). / Rachel Arthur stellt mit 23 Punkten einen persönlichen Rekord beim BC Marburg auf. / Tonisha Baker verdrängt mit 195 Bundesliga-Spielen in der Team-Historie Christine Pohl/Ishaque von Platz 8.

Fail Facts: Marburgs Trefferquote aus dem Feld von 32,3 Prozent ist die niedrigste bei einem Heimsieg seit 01.12.2018 (60:51 gegen Hannover). / -10 (12:22) ist Marburgs schlechtestes erstes Viertel in der Bundesliga seit 27.04.2019 (-15; 13:28, 79:67-Heimsieg gegen Wasserburg).

Nächstes Spiel:
Playoff-Viertelfinale gegen Flippo Baskets Göttingen, voraussichtlich ab 27. März, Modus: Best of Three, Heimvorteil bei Marburg.

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(von Marcus Richter)