Heimsieg gegen Saarlouis

Zwei deutsche Spielerinnen des Jahrgangs 1999 im Duell: Marburgs Hanna Reeh (am Ball) und Seraphina Asuamah-Kofoh für Saarlouis. Foto: Peter Voeth

Erster gegen Letzter. Nicht ganz so klar!

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – TV Saarlouis Royals 91:86.

Mit einem hart erkämpften Heimsieg gegen Schlusslicht Saarlouis haben Marburgs Erstliga-Basketballerinnen die Tabellenführung verteidigt (Bilanz 13:1). Erfolgreichste BC-Korbjägerin war Alex Kiss-Rusk (19 Punkte). Am nächsten Sonntag empfangen die Hessinnen zum Spitzenspiel ihren ärgsten Verfolger Herne (12:2), der am Sonntag beim amtierenden Meister Keltern deutlich unterlag.

Am Intersport Begro Gameday hatte das Maskottchen des Pharmaserv-Teams dank vieler Geschenke des Spieltagssponsors für die Zuschauer Schwerstarbeit zu verrichten. Und das Publikum bedankte sich durch lautstarke Unterstützung für die Gastgeberinnen. Die war auch bitter nötig.

Die Partie mit den ach so klaren Vorzeichen wogte hin und her. Guter Start Marburg (8:2, 4. Minute). 11:0-Lauf Saarlouis (17:29, 11.), gefolgt von einer 16:0-Serie Marburg (33:29, 17.) und dem 40:39 zum Seitenwechsel. Die Pause schien dem BC-Team gutgetan zu haben: 51:41 (23.), und beim 64:49 (28.) war alles klar. Spätestens beim 80:67 (35.).

Aber die Royals wollen nicht absteigen. Das zeigten sie nun, legten einen 16:1-Lauf hin und führten durch einen Dreier von Helmi Tulonen bei 2:25 Minuten auf der Uhr mit 83:81. Die rund 20 mitgereisten, unermüdlichen anfeuernden Saarlouis-Fans waren aus dem Häuschen. Doch acht Marburger Zähler in Folge drehten das Spiel. Diesmal endgültig. Die BC-Anhänger mussten aber bis neun Sekunden vor Schluss zittern, als Kapitänin Paige Bradley zwei Freiwürfe verwandelte.

Leistung und Einsatz der Saarlouiserinnen, vor allem in der Schlussphase – die letzten fünf Minuten gingen 19:11 für die Gäste aus –, sollten Royals-Team und -Fans Hoffnung geben, noch die eine oder andere Überraschung zu schaffen.

Bildergalerie (Peter Voeth)

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Es war ein schweres Spiel, Saarlouis hat uns einen guten Kampf geboten. 86 Punkte in eigener Halle zu kriegen, ist zu viel. Wir waren zu lethargisch in der Transistion und haben die Dreierschützinnen zu passiv verteidigt. Im dritten Viertel haben wir das besser gemacht, dann aber wieder damit aufgehört. Dass wir Saarlouis auf die leichte Schulter genommen haben, würde ich nicht sagen. Wir konnten unter der Woche wegen vieler angeschlagener Spielerinnen nicht mit der Intensität trainieren, die wir wollten. Dann kann so was rauskommen. Es waren dann eine ganze Reihe von Einzelaktionen, die das Spiel entschieden haben. Wir wollten das in der Phase aber so haben und zum Beispiel über die Gegnerinnen mit vier Fouls attackieren. Das hat zum Beispiel Finja Schaake gut gemacht. Am Ende gehört auch ein bisschen Glück dazu.“

Tonisha Baker (Spielerin Marburg):
„Die Offensive war heute nicht das Problem, wir haben aber nicht so gut verteidigt. Wir waren nicht aggressiv genug und hatten wieder gegen einen physisch spielenden Gegner Probleme. Wir haben dann gemerkt, dass es ein knappes Spiel ist, und noch härter gekämpft. Dann haben wir aber das Gas wieder rausgenommen. Wir müssen aber das ganze Spiel über dranbleiben.“

Ondrej Sykora (Trainer Saarlouis):
„Es hat Spaß gemacht, in so einer tollen und freundlichen Atmosphäre zu spielen. 21 Ballverluste für uns sind wieder zu viel, vor allem gegen einen so starken Gegner. Daran müssen wir dringend arbeiten. Aber wir nehmen auch positive Sachen mit: die Körpersprache, die Einstellung in der Defense, dass wir nicht aufgegeben haben, und das mit nur acht Spielerinnen. Natürlich hat auch Marburg nur zu neunt gespielt. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass ich Marburg gegen Herne im Finale erwarte. Beide Mannschaften haben in den letzten Jahren die größte Entwicklung gemacht. Ich drücke Marburg die Daumen, und das sage ich nicht nur, weil wir gerade in Marburg sind.“

 

Statistik
Viertel: 17:23, 23:16, 28:20, 23:27.
Marburg: Baker 14 Punkte (4 Assists, 4 Steals), Bertholdt 8, Bradley 15/3 Dreier (3 Ass.), Kiss-Rusk 19 (8 Rebounds, 3 Ass.), Klug 3 (7 Reb.), Reeh 1, Schaake 14/2, Sola 4, Wagner 13/2 (8 Reb.).
Saarlouis: Asuamah-Kofoh 3/1 (5 Ass.), Eckerle 2, Fokke 15/3 (7 Reb.), Hearn18/1 (4 Ass.), Ilmberger 4, King Fitzgerald 19, Rodriguez 11/2, Tulonen 14/2,
SR: L.Frölich, D.Sünnen; Z: 450.

 

Fun Facts: Team-Rekordhalterin Finja Schaake bestritt ihr 200. Spiel in der Bundesliga-Hauptrunde. / 91 erzielte Punkte in einem Heimspiel (nach 40 Minuten) sind die meisten seit 14.10.2017 (93:79 gegen Bad Aibling) und die meisten gegen Saarlouis seit 30.11.2002 (101:71-Sieg). / 51 erzielte Punkte in der zweiten Halbzeit sind die meisten seit 11.02.2017 (51 gegen Nördlingen, 94:74-Sieg). / 86 zugelassene Punkte gegen Saarlouis sind die meisten seit 30.01.2016 (81:86-Niederlage). / Bei beiden Teams punkteten je fünf Spielerinnen zweistellig (wie beim Heimsieg gegen Nördlingen, aber damals nur wegen der Verlängerung).

Fail Facts: 8 verworfene Freiwürfe sind die meisten in einem Heimspiel seit 24.02.2018 (8 gegen Göttingen). / Zum siebten Mal im 17. Spiel dieser Saison gegen Erstligisten das Reboundduell verloren (davon aber sechs Spiele gewonnen).

 

Nächstes Spiel:
Damen-Basketball-Bundesliga: Spitzenspiel: Tabellenführer gegen Tabellenzweiter: BC Pharmaserv Marburg – Herner TC (Sonntag, 16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

 

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(von Marcus Richter)