Heimspiel gegen Chemnitz

Johanna Klug empfängt am Sonntag mit dem Pharmaserv-Team die Chemcats Chemnitz. Foto: Peter Voeth

Erholungspause ohne Wirkung

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – Chemcats Chemnitz (Sonntag, 17.30 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle)

Nach vierwöchiger Pause tritt das Pharmaserv-Team wieder in eigener Halle an. Zu Gast ist der Tabellenneunte. Die Chemcats Chemnitz verschafften sich am vorigen Spieltag mit einem 90:69-Heimserfolg gegen Eintracht Braunschweig Luft im Abstiegskampf.

Für Hessens einzigen Erstligisten im Damen-Basketball steht eine Premiere an: Zum ersten Mal in dieser Saison treten die Marburgerinnen nicht als Tabellenführer an. Schuld daran ist ein Team, das gar nicht mehr mitspielt. Durch den Rückzug Bad Aiblings hatte der BC ein freies Wochenende. Das nutzte der Herner TC, und sprang durch einen Auswärtssieg in Göttingen auf Rang eins. Den würden die Lahnstädterinnen am Sonntag zurückerobern, sofern sie gewinnen. Denn an diesem Wochenende setzen die Hernerinnen aus.

Die Marburger Fans dürfen sich auf das Wiedersehen mit einem einstigen Publikumsliebling freuen: Amanda Davidson. Von 2007 bis 2013 spielte Chemnitz‘ jetztige Trainerin für das Pharmaserv-Team. „Ich freue mich auf einen harten Kampf in einer Halle mit toller Atmosphäre“, sagt die 35-Jährige, die mit 334 Dreiern in der Bundesliga immer noch den Marburger Vereinsrekord hält (vor Katie Yohn, 251).

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Ihr habt am Wochenende kampflos den ersten Platz in der Tabelle abgeben müssen. Wie findest du das?
Patrick: Du weißt doch, ich schaue nicht auf die Tabelle. Ich bin aber froh, dass wir nicht in Bad Aibling spielen mussten. Vor allem, weil wir vorige Woche erst Donnerstagabend spät vom Europapokal-Spiel in Piestany zurückgekommen sind. Wir hätten dann schon wieder Samstag ganz früh losfahren müssen und das über verschneite Straßen. So hatten wir zwei Tage frei und konnten unsere Wunden lecken.

Also sind alle Spielerinnen fit?
Patrick: Leider nicht. Kim Winterhoff [Fußverletzung] fällt ja noch länger aus. Alex Wilke hat noch Schmerzen im Rücken, Mali Sola im Knie, und Katie Yohns Oberschenkel macht Probleme. Es stehen noch einige Untersuchungen an. Vielleicht können wir erst kurz vor dem Spiel entscheiden, wer spielen kann. Wir werden nichts riskieren.

Und wenn sie nicht spielen können?
Patrick: Ich hoffe natürlich, dass sie alle spielen können. Ansonsten müssen die Spielerinnen, die sonst nicht so viele Minuten bekommen, zeigen, was sie können. Zum Beispiel Hanna Reeh. Sie entwickelt sich gut und hat im Europapokal in Piestany schon viel gespielt.

Was erwartest du vom Spiel gegen Chemnitz?
Patrick: Das wird schwer, egal ob wir komplett sind oder nicht. Chemnitz wird nach dem klaren Sieg gegen Braunschweig mit viel Selbstvertrauen anreisen, und sie hatten im Hinspiel [82:68] gegen uns eine sehr gute erste Halbzeit. Sie werden sicher ihre Lehren aus dem Spiel ziehen. Wir aber auch. Wie auch aus den Spielen danach gegen Keltern und Piestany. Da habe ich Fortschritte gesehen. In der CEWL haben wir zuletzt fast 45 Minuten lang intensiven Basketball gespielt. Wir müssen auf jeden Fall wieder über die Verteidigung kommen.

Beide Finalisten aus Meisterschaft und Pokal aus dem Vorjahr, Keltern (73:88 in Freiburg) und Wasserburg (62:63 in Saarlouis) haben zuletzt verloren. Wie denkst du darüber?
Patrick: Das zeigt, wie eng in der Liga alle beieinanderliegen. In Freiburg und Saarlouis wird gut gearbeitet. Es gibt so viele Faktoren, von denen der Ausgang der Spiele abhängt. Tagesform, Glück, wer gerade verletzt ist und so weiter. Jeder Fehler kann entscheiden. Freiburg gegen Keltern habe ich mir live im Stream angeschaut. Das Spiel hatte viele interessante Elemente. Ich bin nicht direkt überrascht, dass Freiburg gewonnen hat, hatte aber zwischendurch das Gefühl, dass Keltern nochmal die Kurve kriegen würde.

(von Marcus Richter)