Heimspiel gegen Herne

Marie Bertholdt (am Ball gegen Laura Westerik) war im Hinspiel in Herne, gemeinsam mit Alex Kiss-Rusk, Topscorerin des Pharmaserv-Teams. Foto: Peter Voeth

Heiß aufs Spitzenspiel

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – Herner TC (Sonntag, 16 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Mehr Spitzenspiel geht nicht. Zumindest nicht von der Papierform. Erstliga-Tabellenführer BC Pharmaserv Marburg (Bilanz 13:1) empfängt den Zweiten, Herner TC (12:2). Beide Mannschaften sind mit ihrem Auftritt vom vorigen Spieltag nicht zufrieden und haben etwas gutzumachen. Die Hessinnen gewannen immerhin.

Durch einen Sieg diesen Sonntag mit mehr als sechs Punkten Differenz würde das Team aus dem Ruhrpott die Gastgeberinnen vom Spitzenplatz verdrängen. Ein Erfolg der Marburgerinnen dagegen würde denen den ersten Rang mit zwei Siegen Vorsprung und dem besseren direkten Vergleich festigen.

Die Verletzten Kim Winterhoff und Alex Wilke werden am Sonntag nicht für das Pharmaserv-Team auflaufen. Bei Katie Yohn hat die Untersuchung nicht anderes gezeigt, als eine Oberschenkelzerrung, sagt BC-Trainer Patrick Unger. „Die Chancen auf ihren Einsatz stehen bei 50:50. Aber selbst wenn sie spielt, müssen wir sehen, wie viel. Sie hat ja seit drei Wochen nicht richtig trainiert.“

Für Karina Sola wird es ein besonderes Spiel. Die Mutter von BC-Spielerin Mali Sola engagiert sich im Stammverein ihrer Tochter, dem Herner TC. „Ich erwarte ein faires, enges und spannendes Spiel. Wenn sich dann auch niemand verletzt, dann bin ich zufrieden“, sagt die Managerin des Herner WNBL-Teams. Das vollständige Interview mit Karina Sola lest ihr am Sonntag ab 15 Uhr in unserer kostenlosen App.

Vor dem Spiel richtet der BC in Zusammenarbeit mit dem Mädchen-Basketball-Leistungszentrum (MBLZ) ein Jugendcamp unter dem Motto „Mädchen spielen Basketball“ aus. Die mehr als 100 Teilnehmerinnen, darunter zehn mit Behinderung, und rund 40 Betreuer werden die Bundesligapartie besuchen.

 

Freier Eintritt für Trommler

Für die heiße Phase der Saison baut der BC Pharmaserv Marburg auf lautstarke Unterstützung durch seine Fans. Bis zum Saisonende erhalten alle BC-Anhänger, die eine Trommel zu den Bundesliga-Heimspielen mitbringen und damit die Marburgerinnen anfeuern, freien Eintritt.

 

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Wie sieht eure Trainingswoche aus?
Patrick: Viel laufen, wenig Ball. Wir waren mit der Leistung vom Saarlouis-Spiel [91:86-Sieg] nicht ganz zufrieden. Wir hatten den Fokus nicht auf uns, sondern auf dem Gegner. Deshalb bessern wir bei der Einstellung ein bisschen nach. Nein. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um in der Trainingssteuerung die Grundlagen für das zu legen, was nach der Hauptrunde kommt. Ich glaube, die Mädels schlafen momentan abends gut.

Was sagst du dazu, dass vorige Woche Meister Keltern gegen Herne mit 82:62 gewonnen hat?
Patrick: Ich hatte schon erwartet, dass Keltern gewinnt. Dass es so hoch wurde, hat mich aber überrascht. Ich erwarte, dass Herne deshalb gegen uns super motiviert sein wird. Aber auch, weil sie das Hinspiel [54:61] gegen uns verloren haben. Das war ihre erste Niederlage in eigener Halle nach langer Zeit. Und seitdem haben sie dort auch nicht mehr verloren.

Was sind Hernes Stärken?
Patrick: Sie haben so viele gute Spielerinnen und ein gutes Team. Sie spielen schnell und phsyisch, und haben gute Schützinnen von außen. Für mich gehen die Titel nur über Herne und Keltern. Wir müssen viel Energie aufs Feld bringen. Aber egal, wie es ausgeht: Aus dem Spiel können wir sicher viel rausziehen für den Fall, dass wir nochmal gegeneinander spielen.

Dir ist die Tabelle ja egal, aber wenn du Fan wärst: Wär es dann nicht für dich ein wichtiges Spiel?
Patrick: Ich sag mal so: Im Dezember hat in der Männer-Bundesliga Alba Berlin gegen Bayern München gespielt. Als Alba-Fan hab ich vorher gesagt, dass es mir völlig wurscht wäre, wenn sie mit 30 Punkten unter die Räder kämen, denn ein paar Tage später das Pokalspiel wäre wichtiger. In der Liga hat Bayern gewonnen, im Pokal Alba. Das passt auch auf Sonntag. Mir geht’s drum, auf welche Art und Weise wir spielen. Wir wollen das bestmögliche Ergebnis erzielen. Und natürlich fühlt es sich schöner an, wenn man gewinnt.

Also doch ein bisschen Spitzenspiel-Feeling?
Patrick: Wenn wir gewinnen, wird es schwer, uns noch von Platz eins zu verdrängen. Aber ich glaube, die Tabelle gibt nicht unbedingt die aktuelle Leistungsstärke der Teams wieder. Ich hoffe auf ein interessantes Spiel. Wir sind alle heiß drauf. Wir wollen Gas geben und Selbstvertrauen für die nächsten Spiele sammeln. Und wenn die Halle voll wird und uns unterstützt, dann kann es tolles Spiel werden.

(von Marcus Richter)