Marburg steht im Pokal-Top-Four

Das Pharmaserv um Katie Yohn und Alex Wilke (3) erkämpfte sich in Keltern gegen den Deutschen Meister um Kristina Rakovic (10) das Ticket zur Pokal-Endrunde. Foto: Peter Voeth

Frohes Neues!

Deutscher Pokal, Viertelfinale: Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg 66:69.

Sie folgten einem Stern. Dem Grünen, nach Keltern. Doch statt dem Deutschen Meister in dessen Halle zu huldigen und mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu beschenken, kickte das Pharmaserv-Team die Rutronik Stars Keltern aus dem Pokal-Wettbewerb. Die Marburger Erstliga-Basketballerinnen stehen damit zum siebten Mal im Top-Four. Finja Schaake (15 Punkte) war die effektivste Spielerin des Tabellenführers von der Lahn.

Ebenfalls für das Top-Four am 23. und 24. März qualifiziert sind der Tabellenzweite Herner TC (71:47 in Nördlingen), der Fünfte Eisvögel Freiburg (70:45 im Aufsteigerduell in Braunschweig) sowie Zweitliga-Nord-Spitzenreiter Osnabrück (kampflos gegen Zweitliga-Süd-Schlusslicht Rhein-Main). Um die Austragung des Turniers dürfen sich alle teilnehmenden Mannschaften bewerben.

Der Start der Hessinnen ins Pokal-Viertelfinale ging in die Hose: 0:8 nach fünf vergebenen Angriffen (3. Minute). Mit 21:16 für den Gastgeber endete das erste Viertel. Beim 22:21 lag der BC erstmals vorn (12.). Bei 34:34 wurden die Seiten gewechselt.

Im fehlerreichen dritten Durchgang führte der Tabellenführer aus Hessen mit 42:37 (26. Minute). Dann drehte Keltern wieder auf (48:44, 29.). Die Gäste gingen mit 50:48 ins letzte Viertel und erreichten beim 54:48 (32.) ihre höchste Führung. Doch Keltern glich wieder aus (56:56, 35.).

Steffi Wagner traf für Marburg mit Ablauf der Shotclock per Dreier zum 63:58 (2:13 Minuten). Doch die mehr als 30 BC-Anhänger mussten noch zittern: 15 Sekunden vor Schluss war Keltern auf 63:65 dran. Katie Yohn traf zwei Freiwürfe für den BC. Marina Markovic hämmerte für Keltern einen Dreierversuch mit Brett durch die Reuse: 66:67. Marburgs Marie Bertholdt behielt von der Freiwurflinie die Nerven (69:66, 5,4 Sekunden) und Tonisha Baker verdarb Keltern den letzten Angriff.

 

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir freuen uns mega krass, dass wir es ins Top-Four geschafft haben. Jetzt haben wir die Chance, etwas zu gewinnen. Aus dem kleinen Tief zu Beginn haben sich die Mädels selbst rausgeholt. Sie haben Courage gezeigt, und das macht uns Trainer stolz. In der zweiten Halbzeit haben wir defensiv etwas umgestellt, und das hat gefruchtet. Die Mädels haben gefightet bis zum Umfallen. Man hat gesehen, dass es für unseren Gegner nicht reicht, eine einzelne Spielerin aus dem Spiel zu nehmen: Die Lasten sind auf mehrere Schultern verteilt. Es freut mich, dass Finja Schaake offensiv so ein starkes Spiel gezeigt hat. 18 zugelassene Offensiv-Rebounds sind natürlich zu viel. Aber wir haben den Deutschen Meister in dessen Halle bei 66 Punkten gehalten. Das ist schon was.“

Alex Kiss-Rusk (Spielerin Marburg):
„Nachdem wir zuletzt im letzten Viertel mit der die Intensität nachgelassen hatten, lag unser Fokus darauf, 40 lang gut zu spielen. Leider haben wir diesmal nicht gut begonnen. Aber wir haben uns schnell gefangen und das bis zum Schluss durchgehalten. Jede hat ihren Beitrag geleistet. Unsere Rebound-Schwäche zieht sich so ein bisschen durch die Saison. Da müssen wir individuell und auch als Team besser arbeiten. Dass wir zuletzt gegen Keltern verloren hatten, hat in unserer Vorbereitung keinen Unterschied gemacht. Wir haben nicht über Wiedergutmachung oder so gesprochen. Aber es ist jetzt natürlich besonders schön, dieses Spiel gewonnen zu haben.“

Christian Hergenröther (Trainer Keltern):
„Ich bin einfach nur enttäuscht. Ich muss das erstmal sacken lassen. Wir haben gefightet, aber aus der Weihnachtspause ist Marburg besser gestartet. Für uns ist das Ausscheiden besonders bitter, weil wir so vor den Playoffs zwei Wochen Pause haben werden, denn wir hätten am letzten Spieltag gegen Bad Aibling gespielt [Anm.: Team zurückgezogen]. Wir waren gut vorbereitet, konnten aber ein paar Sachen nicht umsetzen. Deswegen hat Marburg sechs Punkte in Folge gemacht. Aber wir haben immerhin gegen den Tabellenführer gespielt. Am Ende des Tages brauchen wir nur ein paar Bälle mehr reinschmeißen, dann braucht man sich nicht über die Schiedsrichter unterhalten. Da waren schon drei, vier Situationen dabei, die man als spielentscheidend bezeichnen könnte.“

Oliver Pohland (Präsident BC Marburg):
„Wir freuen uns über den Sieg unserer Mannschaft gegen einen so starken Gegner und den Einzug ins Pokal-Top-Four. Wir werden kurzfristig die Bewerbung um die Ausrichtung unter Abwägung aller Gesichtspunkte und der Ausschreibungsunterlagen prüfen, stehen dem grundsätzlich aber offen gegenüber.“

 

Statistik
Viertel: 21:16, 13:18, 14:16, 18:19.
Keltern: Kalu 12 Punkte (4 Assists), Kvederaviciute 2, Markovic 8/2 Dreier, Pierre-Louis 15, Pikciute 2, Pudlakova, Rakovic 12 (12 Rebounds), Schüler, Stach 3, Thomas 12 (13 Reb., 5 Steals), Tudanca (n.e.).
Marburg: Baker 8 (3 Ass.), Bertholdt 12 (8 Reb.), Bradley 5/1 (3 Ass.), Kiss-Rusk 8, Klug 3 (3 St.), Reeh (n.e.), Schaake 15/1, Sola, Wagner 10/2, Wilke 2, Yohn 6 (4 St.).
SR: A.Bohn, A.Pawlik.

Fun Facts: Erster Sieg am Dreikönigstag (Bilanz 1:3). / Zum ersten Mal den Deutschen Meister aus dem Pokal-Wettbewerb geworfen (Bilanz 1:8). / Zum zweiten Mal in dieser Saison eine 100-prozentige Freiwurfquote (9/9, 16.12.2018 in Chemnitz 5/5). / In den beiden jüngsten Spielen gegen Keltern gewann jeweils der Gastgeber das erste Viertel mit 21:16, verlor aber das Spiel.

Fail Fact: Zum zweiten Mal in Folge das Rebound-Duell mit -15 oder höher verloren (beide Male gegen Keltern).

 

Nächstes Spiel:
CEWL-Europapokal: Piestanke Cajky – BC Pharmaserv Marburg (Mittwoch, 9. Januar, 18 Uhr, Diplomat Arena).

(von Marcus Richter)