Danke Andi!

Der scheidende Co-Trainer Andreas Steinbach (links) und Coach Patrick Unger bedanken sich nach dem letzten Saisonspiel beim Publikum. Foto: Christoph Luchs

Fünf Fragen an Andreas Steinbach

Seit 2014 war Andreas Steinbach Co-Trainer von Patrick Unger im Bundesliga-Team. Nun legt der Psychologe den Fokus auf seine berufliche Zukunft. Seine sportliche Bilanz: Drei Bronzemedaillen in Liga beziehungsweise Pokal plus die Finalteilnahme im CEWL-Europapokal. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Wasserburg wurde Steinbach aus dem Pharmaserv-Team verabschiedet.

Warum verlässt du die Mannschaft?
Andreas: Wenn man morgens um 6 Uhr zur Arbeit geht und von dort um 17 Uhr in die Halle, dazu Vorbereitung von Training, die Videoanalyse und Auswärtsfahrten, dann kommt schon einiges an Zeit zusammen. Wenn ich so weitermachen würde, würde es zu lange dauern, bis ich die nötigen Praxisstunden für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gesammelt habe. Aber die Arbeit mit dem Team hat mir über die Jahre viel zurückgegeben.

Zum Beispiel?
Andreas: Es macht Spaß, mit Spielerinnen drei, vier Jahre zusammenzuarbeiten. Am meisten wird mir fehlen, mit Leuten aus der ganzen Welt zusammenzutreffen. Ich habe das Glück gehabt, viele Leute kennenzulernen, die ich ohne Basketball nicht getroffen hätte. Auch, den persönlichen Werdegang von Spielerinnen weiterzuverfolgen, mit denen ich mit viel Herzblut zusammengearbeitet habe, werde ich vermissen. Der Basketball hat trotz des ganzen Aufwandes dafür gesorgt, dass ich Kraft tanken konnte. Es sind sehr gute Freundschaften entstanden, die ich mitnehme. Jetzt freie Wochenenden zu haben, ist auch mal eine gute Vorstellung. Aber das ist nach jeder Saison so. Wie sehr ich den Basketball wirklich vermisse, musst du mich im August mal fragen.

Wie zufrieden bist du mit eurer Saison?
Andreas: Fragen wie „Was wäre, wenn Paige, Alex Wilke und Marie sich nicht verletzt hätten?“ bringen nichts. Wir können stolz sein auf unsere Hinrunde mit 11:0 Siegen. Wasserburg, Herne und Keltern haben dann nachverpflichtet. Wir haben das seit vier Jahren nicht gemacht und stehen konstant jedes Jahr im Halbfinale, mit zwei dritten Plätzen. Auch im Pokal-Halbfinale gegen Herne sah das teilweise gar nicht so schlecht aus, was wir gespielt haben. Deswegen sollten wir als Verein nicht traurig sein. Es war ein erfolgreiches Jahr.

Was hat dir besonders gefallen?
Andreas: Wie sich einige Spielerinnen bei uns weiterentwickelt haben: Alex Wilke ist in der 1. Liga angekommen, was vor ein paar Jahren vielleicht so nicht jeder erwartet hätte. Marie Bertholdt hat einen brutalen Sprung gemacht. Joey Klug hat im zweiten Playoff-Halbfinale so ein tolles Spiel gemacht und an ihrem Potenzial gekratzt. Wenn wir Spielerinnen Selbstvertrauen versuchen einzuimpfen, sie das beherzigen, eine gute Aktion machen und die ganze Bank flippt aus: Das macht dieses Team aus.

Wie sehr werden Katie Yohn und Paige Bradley dem Team fehlen?
Andreas: Katie wird brutal schwer zu ersetzen sein. Sie ist so ein Charakter, der eine Führungsrolle auf und neben dem Feld einnimmt. Sie hat keine Angst, im Spiel Verantwortung zu übernehmen. Katie war eine der besten Verpflichtungen, die wir je hatten. Paige war ein guter Point Guard und hat sich gut entwickelt. Sie hat mit dazu beigetragen, dass Alex Wilke sich so gut entwickelt hat. Wer auch immer ihre Rollen einnehmen wird, tritt in große Fußstapfen.

PS: Danke an Verein, Fans, Helfer, Spielerinnen und Mitglieder des Betreuer-Stabes, die meinen Weg hier zu etwas Besonderem gemacht haben. Danke an Patti für sein Vertrauen und die Möglichkeit, so super mit ihm zusammenzuarbeiten. Und: Basketball ist so ein Sport, aus dem man sich nie so ganz verabschiedet.

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(von Marcus Richter)

 

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