Heimsieg gegen Wasserburg – Heimrechttausch mit Göttingen

Gute Stimmung auf der Marburger Bank! Foto: Christoph Luchs

Wysocki hält Wort

Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga: 
BC Pharmaserv Marburg – TSV 1880 Wasserburg 67:66.

Bildergalerie (Christoph Luchs)

Der BC Pharmaserv Marburg ist gut aus der zweiwöchigen Länderspielpause gestartet. Zum Auftakt des Restprogramms mit 9 Spielen binnen 31 Tagen besiegten die Hessinnen den Tabellenzweiten TSV Wasserburg (Bilanz jetzt 12:3) mit 67:66. Der BC bleibt in der Tabelle auf Rang 7 (Bilanz 6:8*). Topscorerinnen waren mit je 18 Punkten Tonisha Baker (Marburg) und Kelly Moten (Wasserburg).

BC-Coach Christoph Wysocki hat Wort gehalten: Die Fehler aus dem Hinspiel (56:70) werde man nicht mehr machen. Es sollte endlich den ersten Saisonsieg gegen eine der großen Mannschaften geben. Jetzt hat es den Tabellenzweiten erwischt.

Arthur und Baker mit je 4 Dreiern

Unterhalten sich zwei Marburger in der Halbzeit. Sagt der eine: „Dass ich es mal erleben darf, dass wir zur Halbzeit gegen Wasserburg mit sieben Punkten führen!“ Sagt der andere: „Vor mir aus können wir die zweite Halbzeit mit sechs verlieren.“ Darauf der erste: „Nee! Nicht schon wieder so ein Zitterspiel wie vor zwei Wochen gegen Keltern [67:68-Niederlage].“ Eine wahre Geschichte! Aber genau so sollte es kommen…

Zur Halbzeit führt das Pharmaserv-Team mit 40:33. Bis zur 16. Minute ist es ein ausgeglichenes Spiel: 29:28 für Wasserburg, das meist knapp vorne liegt. Dann legen die Gastgeberinnen einen 10:0-Lauf hin. Vor allem bei den Dreiern flutscht es: 7 von 14 vor der Pause, davon 4 von 5 durch Rachel Arthur.

Wasserburg nach der Pause wacher

Im Rebound-Duell ist der BC gar nicht weit weg (13:17). Und er zeigt Biss. Wasserburg wirkt nach der langen Anfahrt nicht so frisch. Und eine wichtige Stütze, Nationalspielerin Leonie Fiebich (Schnitt: 14 Punkte, 8 Rebounds), fehlt verletzt.

Die Pausenansprache der Gäste ist lang. Und sie wirkt. Mit einem 6:0-Lauf kommen sie gleich auf einen Punkt ran. Beim Pharmaserv-Team fallen die Dreier nicht mehr so gut, und die Rebounds gehen den Bach runter (am Ende 28:43), auch weil unter dem Korb zu wenig und von der Freiwurflinie so gut wie gar nichts läuft.

Zittern bis zum Schluss

Marburg behält die Nase aber stehts vorn und holt sich den Sieben-Punkte-Vorsprung zurück (55:48, 31. Minute). Jetzt hat sich aber Wasserburgs zweite Nationalspielerin Laura Hebecker warmgeschossen: Mit ihrem dritten Dreier gleicht sie aus (59:59, 36.). Und bei den Marburg-Fans geht das Zittern los.

Tonisha Bakers vierter Dreier (bei vier Versuchen) bringt Luft (64:61, 37.). Marie Bertholdt zum 66:64 (38.) und Joey Klug nur einen Freiwurf zum 67:64 (26,5 Sekunden vor Schluss). Bei 4,6 Sekunden auf der Uhr verkürzt Wasserburgs Morgan Pullins auf 66:67. Marburgs letzte beiden Freiwürfe – mit 0,6 Sekunden – gehen daneben. Der letzte absichtlich. Puh. Geschafft!

Zeit zum Durchatmen bleibt indes nicht: Sonntag geht’s nach Göttingen. Mittwoch kommt Göttingen nach Marburg, Samstag kommt Halle. Und so geht’s weiter bis Mitte März.

Christoph Wysocki (Marburg, Trainer):
„Wir sind erst seit vier Wochen zusammen, aber die Spielerinnen machen super mit und setzen das um, was ich möchte – in der Verteidigung, und dann versuchen wir, das Spiel schnell zu machen, aber wenn das nicht geht, dann sind wir geduldig. Wir haben das Spiel zwischen Groß und Klein gut gemacht und Rachel [Arthur] gut eingesetzt. Was wir nicht gut gemacht haben: Kelly Moten nicht gestoppt, sie hat zu viele Punkte gemacht [18]. Wir müssen auch noch härter spielen, wir haben ja nie Foul-Trouble. Dass die Liga entschieden hat, dass es keine Absteiger gibt, hilft unserem Team. Es kann jetzt ohne Druck befreit aufspielen. Auch wenn ich ja lieber nach oben schaue. Wir hatten uns vorgenommen, nach der Länderspielpause, eine Serie zu starten und das hat geklappt.“

Statistik:
Viertel: 18:18, 22:15, 13:15, 14:18.
Marburg: Arthur 14 Punkte / 4 Dreier, Baker 18/4 (3 Assists), Bertholdt 4 (7 Rebounds, 3 Steals, 3 Blocks), Crymble 6/1, Kiefer, Klug 5, Lückenotte (n.e.), Lukow (n.e.), Reeh (n.e.), Simon 6 (6 Reb.), Wilke 14/1 (5 Ass., 5 St.).
Wasserburg: E.Hebecker 2 (6 Reb.), L.Hebecker 10/3 (3 Ass.), Moten 18 (10 Reb., 6 Ass.), Mulligan 12 (8 Reb.), Perner 3/1, Pullins 13 (6 Reb.), Scholzgart (n.e.), Zipser 8.
SR: M.Behm, P.Sobieszuk. Z: 0 (Corona).
Komplettes Scouting.

Fun Facts: Marburg gewinnt zum ersten Mal ein Heimspiel mit nur einem gewonnenen Viertel seit 02.12.2017 (75:73 gegen Nördlingen; damals war es das dritte Viertel, diesmal das zweite) und insgesamt (seit Einführung der Viertel zur Saison 2000/01) in 636 Pflichtspielen erst zum 21. Mal. / Marburg Dreierquote (47,6 Prozent; 10/21) ist höher als die Zweier- (39) und die Freiwurfquote (38,5) und Marburgs beste seit 03.11.2019 (58,8; 85:88-Heimniederlage gegen Keltern). / 10 Dreier sind Marburgs meiste seit 23.02.2020 (10; 63:77-Niederlage in Osnabrück).

Fail Facts: 5 getroffene Freiwürfe in einem Heimspiel sind die wenigsten für Marburg seit 03.10.2016 (3 von 4; 66:60-Sieg gegen Keltern). / Marburg hat seit dem 30.11.2019 (82:72-Sieg gegen Heidelberg) daheim nicht mehr das Rebound-Duell gewonnen (8 Siege, 7 Niederlagen).

 

Duell im Doppelpack

Achtung:

Heimrechttausch!

Neue Uhrzeit!

Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – Flippo Baskets Göttingen
(Sonntag, 14.02., 17 Uhr).

Livestream

Zweimal geht’s für das Pharmaserv-Team nun gegen den Tabellennachbarn: am Valentinstag und am Aschermittwoch. Die Flippo Baskets Göttingen liegen mit einem Spiel und fünf Punkten mehr als Marburg (Bilanz 6:8*) auf dem sechsten Tabellenplatz (8:7).

Fünf seiner acht Erfolge hat Göttingen in diesem Kalenderjahr geholt – aus sieben Spielen. Zuletzt gab’s zwei Heimsiege gegen Nördlingen und Hannover, die beiden 2021er-Niederlagen in Osnabrück und gegen Keltern.

Fünf Göttinger Spielerinnen holen durchschnittlich 9,9 oder mehr Punkte. Eine davon, kroatische Nationalspielerin, befindet sich allerdings laut Göttinger Vorschau nach der EM-Quali noch in Quarantäne.

Für den BC wird es auch darauf ankommen, die Dreier des besten Distanzwurf-Teams der Liga möglichst gering zu halten: 34,7 Prozent der Göttinger Versuche von jenseits der Dreierlinie fallen, bisher 123 Stück, ein Schnitt von mehr als acht pro Partie. Dazu kommt die Heimstärke: Fünf der acht Begegnungen in eigener Halle gewannen die Flippo Baskets.

Eigentlich hätten wir heute ab 16 Uhr in Göttingen gespielt. Doch in deren Sporthalle war die Heizung ausgefallen.

Kurzfristig haben beide Vereine deshalb das Heimrecht getauscht.

Das Spiel findet heute in Marburg statt, allerdings eine Stunde später als ursprünglich geplant: Spielbeginn 17 Uhr.
Das für kommenden Mittwoch in Marburg angesetzte Rückspiel wird dann in Göttingen ausgetragen.
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(von Marcus Richter)

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