Heimspiel gegen Keltern

Das Pharmaserv-Team um Finja Schaake empfängt zum letzten Spiel im Jahr 2018 den Deutschen Meister. Foto: Christoph Luchs

Aufpassen, aber nicht verstecken

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – Rutronik Stars Keltern (Freitag, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Das Basketball-Jahr endet mit einem Kracher: Der Tabellenführer empfängt den Titelverteidiger. Am ersten Spieltag der Rückrunde tritt das Pharmaserv-Team (Bilanz 10:0) zu Hause gegen Keltern (6:4) an. Obwohl das Ensemble aus dem Enzkreis erst in seinem vierten Erstliga-Jahr spielt, stehen sich beide Mannschaften schon zum 16. Mal gegenüber. Denn: Jedes Mal kreuzten sich die Wege in den Playoffs.

Die sollten die Marburgerinnen mit ihrer perfekten Hinserie – zehn Spiele, zehn Siege – bereits erreicht haben. Denn seit das Team im Oberhaus dabei ist, 1992, reichte eine ausgeglichene Bilanz jedes Mal zur Teilnahme an der Endrunde.

Das Hinspiel beim Eurocup-Teilnehmer gewann der BC mit 67:62. Das war am fünften Spieltag Mitte Oktober. Seit dem hat der Tabellenvierte Verstärkung bekommen: Die nigerianische Nationalspielerin Ezinne Kalu hat sich bereits als Verstärkung erwiesen. In ihren drei Einsätzen in der Liga sammelte sie durchschnittlich knapp zehn Punkte und liegt in der internen Bestenliste der Sterne auf Platz drei. Besser treffen nur Kimberley Pierre-Louis (14 Punkte, 7 Rebounds) und Marina Markovic (10/4).

Beim Pharmaserv-Team wird Kim Winterhoff mit einer Fußverletzung definitiv ausfallen, wohl bis Ende Januar. Dafür hofft Trainer Patrick Unger auf die Rückkehr seiner Topscorerin Tonisha Baker. Wegen einer Oberschenkel-Verletzung fiel sie schon in der Vorwoche in Chemnitz aus. Unter der Woche absolvierte die Shooting-Guard-Spielerin nur Wurftraining. Über ihren Einsatz wird kurzfristig entschieden.

 

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Was sind die Lehren aus dem Chemnitz-Spiel, in dem ihr zur Halbzeit zurücklagt?
Patrick: Wir dürfen nicht wieder so passiv anfangen. Das wäre fatal. Wenn wir das gegen Keltern machen, kommen wir nicht so leicht zurück. Sie spielen sehr physisch. Da müssen wir dagegenhalten und selber Akzente setzen.

Was hat Kelterns Team mit eurem gemeinsam?
Patrick: Sie spielen sehr temporeich und aggressiv mit einer tiefen Rotation. Wie wir. Der große Unterschied: In unserer Rotation stehen auch einige Berufstätige und Studentinnen, bei Keltern sind fast alle Profis. Sie haben ein gutes Team beisammen und nochmal nachverpflichtet. Sie bestrafen jeden kleinsten Fehler. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir ein nahezu perfektes Spiel machen. Aber wir fühlen uns gut und gefestigt.

Dass jetzt der Tabellenführer gegen den Titelverteidiger spielt, ist … ?
Patrick: Eine tolle Sache! Zwischen Keltern und uns waren es immer heiße Partien. Die Vorzeichen sind klar: Ein talentiertes Team, das einen Lauf hat, spielt gegen den ambitionierten Meister, der bisschen Probleme hatte. Ich bin sicher, dass sie das erste Team sein wollen, das auf nationaler Ebene gegen uns gewinnt. Und sie werden sich rächen wollen für die Niederlage im Hinspiel. Da müssen wir aufpassen, brauchen uns aber nicht zu verstecken.

Wie sieht eure Vorbereitung auf das Spiel aus?
Patrick: Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend. Deswegen haben wir das Training ein bisschen was umgestellt: Wir wollen die Intensität hochhalten, machen das aber in kürzeren Einheiten, also kurz und knackig. Unsere Mädels haben Talent und zeigen das jeden Tag im Training.

Wie wichtig wäre es, mit einem Sieg in die Weihnachtsferien zu gehen?
Patrick: Wir wollen mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. Dazu wollen wir tollen Basketball spielen, intensiv und schnell. Was dann dabei rauskommt, werden wir sehen. An die Weihnachtsfeier oder die Pause denkt im Team keiner. Alle sind nur fokussiert auf das Spiel.

(von Marcus Richter)