Heimsieg gegen Heidelberg

Das Pharmaserv-Team hatte gegen Heidelberg am Ende Grund zur Freude. Foto: Christoph Luchs

Das war knapp!

Toyota 1. Damen-Basketball-Bundesliga: 
BC Pharmaserv Marburg – SNP Bascats USC Heidelberg 64:61.

Der BC Pharmaserv Marburg hat das zweite Kellerduell binnen zwei Tagen gewonnen und klettert damit auf Platz 7 (Bilanz 5:6*). Zur Halbzeit sahen die Hessinnen schon wie die sicheren Siegerinnen aus. Doch dann schlich sich der Schlendrian ein, und die Gastgeberinnen mussten bis zur letzten Sekunde zittern. Erfolgreichste Punktesammlerin der Partie war Marburgs Kapitänin Marie Bertholdt (23).

Das Heimdebüt für BC-Trainer Christoph Wysocki war nichts für schwache Nerven. Zumindest im letzten Viertel. Im zweiten Durchgang war es für die Marburgerinnen noch wie am Schnürchen gelaufen. Wie zwei Tage zuvor beim 83:43-Erfolg in Saarlouis. Lisa Kiefer hatte mit ihren ersten vier Bundesliga-Punkten in der Georg-Gaßmann-Halle die 44:26-Halbzeitführung erzielt.

Umstellung bringt Entscheidung

Marburg spielte schnell und aggressiv, traf 55 Prozent aus dem Feld, Heidelberg nur 24. Dass das nicht ewig so weitergehen konnte, war klar. Aber was nach dem Seitenwechsel folgte, war ein bisschen zu viel des Guten aus Marburger Sicht. Die Gäste waren bissiger und konzentrierter, kamen Punkt um Punkt heran und glichen 5:10 Minuten vor Schluss aus (56:56).

In der folgenden Auszeit stellte der BC-Coach die Verteidigung um. Das half. Das Pharmaserv-Team traf drei Angriffe in Folge (Simon, Bertholdt, Bertholdt), auch weil es beim Gegner Ballverluste forcierte (62:56 bei 2:20 Minuten auf der Uhr). Ex-Marburgerin Franziska Worthmann brachte Heidelberg mit fünf Punkten auf einen heran (2:04 und 0:38 vor Schluss). Theresa Simon traf 20 Sekunden vor Ende zur Entscheidung 64:61.

Die Heidelbergerinnen können einem fast ein bisschen Leid tun. Nicht nur, dass sie auf dem letzten Platz bleiben (2:11). Wie am Freitag gegen Freiburg, so verloren sie am Sonntag auch in Marburg nach hohem Rückstand und furioser Aufholjagd, weil ein Dreier in der Schlussekunde sein Ziel verfehlte.

Christoph Wysocki (Marburg, Trainer):
„Dass wir guten Basketball spielen können, haben wir am Freitag gezeigt. Heute haben wir uns in der zweiten Halbzeit schwergetan. Leider musste Theresa [Simon] zwischendurch lange draußenbleiben [Magenprobleme]. Dadurch war unsere Rotation kleiner. Am Ende hat nochmal jede für jede gekämpft. Wir sind froh, dass wir diese beiden Siege geholt haben. Aber wir wollen sowieso in der Tabelle nicht nach unten schauen. Wir haben vier, fünf Nationalspielerinnen, da sollten wir nach oben schauen. Aber es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns.“

Marie Bertholdt (Marburg, Kapitänin und Topscorerin):
„Wir freuen uns über den Sieg, aber der war hart erkämpft. Wir hatten Höhen und Tiefen. Wir wussten, dass Heidelberg bis zum Ende kämpfen würde, trotzdem hat uns das in der zweiten Halbzeit aus dem Rhythmus gebracht. Da haben wir die Konzentration verloren. Dann haben wir aber unsere Stärken gezeigt und das bis zum Ende durchgezogen. Wir dürfen aber nicht so ein drittes Viertel haben und so einen großen Vorsprung hergeben. Aber wir können stolz sein nach den beiden Siegen an diesem Wochenende.“

Bildergalerie (Christoph Luchs)

Statistik:
Viertel: 16:15, 28:11, 9:17, 11:18.
Marburg: Arthur 10 Punkte / 2 Dreier (4 Assists), Baker 1 (4 Ass.), Bertholdt 23 (8 Rebounds, 4 Steals), Crymble 1, Kiefer 4, Klug 4 (Ass.), Lukow (n.e.), Reeh (n.e.), Simon 4, Wilke 17/1 (4 St.).
Heidelberg: Bagdanaviciene 10 (4 Ass.), Butina 7/1, Daub 7 (3 Ass.), Freije 13/1 (8 Reb.), Karavassilis 2, Kleinert, Moravcikova 8 (8 Reb.), Palenickova 2, Worthmann 12/3 (3 St.).
SR: D.Damm, E.Saeidi. Z: 0 (Corona).
Komplettes Scouting.

Fun Facts: Marie Bertholdt erzielt mit ihren 23 Punkten eine neue persönliche Bestmarke in der Bundesliga-Hauptrunde. / Marburg gelingt im vierten Versuch der erste Sieg an einem 24. Januar. / Marburg bleibt auch im vierten Heimspiel gegen Heidelberg siegreich. / 64:61 ist in dieser Spielpaarung in Marburg die jeweils niedrigste erzielte Punktzahl beider Teams und gleichzeitig der knappste Sieg in dieser Spielpaarung – unabhängig von Sieger und Spielort. / Trotz einer mit 15 Punkten Differenz verlorenen zweiten Halbzeit gewinnt Marburg seit dem Wiederaufstieg 1992 erst zum zweiten Mal das Spiel (11.03.2000; 30:45; 76:66 gegen Bonn).

Fail Facts: Marburg verspielt in 14:50 Minuten eine 18-Punkte-Führung (44:26 zur Halbzeit; 56:56 bei 5:10 Minuten vor Schluss). / Marburgs 20 Punkte in der zweiten Halbzeit sind zu Hause die wenigsten seit 21.12.2018 (20; 57:73-Niederlage gegen Keltern).

Nächstes Spiel:
Mittwoch, 27.01., 19.30 Uhr, Bundesliga-Auswärtsspiel beim Herner TC.

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(von Marcus Richter)