Heimspiel gegen Saarlouis

Marburgs Trainer Patrick Unger erwartet im Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenletzten aus Saarlouis einen „heißen Fight“. Foto: Christoph Luchs

Erster gegen Letzter. Alles klar?

Damen-Basketball-Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – TV Saarlouis Royals (Samstag, 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle).

Am „Intersport Begro Gameday“ empfängt der BC Pharmaserv Marburg die TV Saarlouis Royals. Der Spieltagssponsor spendiert Freikarten und Gutscheine. Von der Gastmannschaft erwartet der BC-Coach allerdings keine Geschenke.

Es geht für den Tabellenführer gegen seinen Lieblingsgegner. Zumindest, was die Zahl der bisherigen Duelle angeht. Seit 1997, als in Marburg erstmals unter dem Namen Basketball-Club in der 1. Liga gespielt wurde, gab es in jedem Jahr ein Aufeinandertreffen beider Vertretungen. Klingt komisch, denn Saarlouis stieg zwischendurch ab, ist aber so! Der Spielplan machte es möglich.

Auch in diesem Jahr richtet sich der bange Blick der Royals-Fans nach unten. Denn mit einer Bilanz von 3:11 zieren die Saarländerinnen das Tabellenende. Das hätte nicht sein müssen, wäre nicht wegen eines Formfehlers ein Sieg aberkannt und deswegen ein zusätzlicher Punkt abgezogen worden. Ansonsten wären sie Neunter.

Die Hauptlast beim Punkten teilt sich ein US-Trio. Die Erfolgreichste, Ariel Hearn, liegt mit 17,7 Punkten im Schnitt auf Rang drei der Ligastatistik. Bronaza King Fitzgerald ist drittbeste Rebounderin der Liga, und Angela Rodriguez weist die drittbeste Dreierquote aller Spielerinnen mit mindestens 40 Versuchen auf. Auch drei junge deutsche Kaderspielerinnen tragen Verantwortung: Nadjeschda Ilmberger, Kimberly Pohlmann und die U18-Europameisterin Helena Eckerle.

Das Spiel wird präsentiert von Intersport Begro.

Die ersten 25 Interessierten, die von Freitag bis Samstag an der Kasse von Intersport Begro (Industriestraße 2, 35041 Marburg) einem dortigen Mitarbeiter die offizielle Blue-Dolphins-App auf ihrem Endgerät vorzeigen, erhalten je zwei Freikarten für das Spiel.

Außerdem: Alle Zuschauer, die sich am Samstag der Abendkasse in der Halle eine Eintrittskarte für das Saarlouis-Spiel kaufen, erhalten dort einen Rabattgutschein für Intersport Begro in Höhe ihres Eintrittsgeldes. Das heißt, dass sie Intersport Begro sozusagen zum Spiel einlädt. Der Gutschein ist vier Wochen lang gültig.

 

Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Welche Lehren zieht ihr aus eurem Spiel in Hannover (86:73-Sieg)?
Patrick: Dass wir mit viel Energie verteidgen müssen. Manche Teams können unser Tempo nicht die ganze Zeit mitgehen und versuchen das dann mit viel Physis auszugleichen. Das müssten wir eigentlich auch wissen. Aber sogar eine unserer Spielerinnen hat gesagt, dass wir manchmal noch überrascht wirken, wenn es passiert.

Wie sieht in dieser Woche die Vorbereitung aus?
Patrick: Wir haben immernoch viele angeschlagene Spielerinnen. Am Mittwoch waren nur sechs im Training. Wir haben Athletiktraining und konditionell etwas gemacht. Am Dienstag haben wir mit unserem Kooperationspartner aus Grünberg zusammen bei uns trainiert. Es ist gut, wenn man Fünf-gegen-fünf spielen kann. Aleks Heuser und ich arbeiten gut zusammen, wir besprechen vorher Themen, auf die wir eingehen wollen, und dann schauen wir uns jeweils unsere Spielerinnen an, wie sie das umsetzen. Wir werden im Trainerteam mit den Spielerinnen und der medizinischen Abteilung besprechen, wer Samstag auflaufen kann.

Warum läuft es bei Saarlouis nicht so gut?
Patrick: Ich würde nicht sagen, dass es bei denen nicht läuft. Die sind schon gut drauf. Gegen Meister Keltern zu verlieren ist kein Beinbruch, und vor Kurzem haben sie Pokalsieger Wasserburg geschlagen. Das war ein enges Spiel, und es spricht für die Nervenstärke von Saarlouis. Und der Sieg sollte ihnen Selbstvertrauen geben. Wenn man sie lässt, spielen sie verdammt schnellen Basketball, und wenn Rodriguez heißläuft, wird es für den Gegner richtig schwer.

Das Hinspiel vor drei Monaten in Saarlouis habt ihr mit 92:65 deutlich gewonnen. Wird das am Samstag wieder so klar?
Patrick: Saarlouis zu unterschätzen, wäre fatal. Nani Ilmberger hat im Hinspiel gefehlt. Es freut mich, wie sie nach ihrer Kreuzbandverletztung zurückgekommen ist. Sie bringt Saarlouis Präsenz unterm Korb. So wie ich den Trainer einschätze, wird er sich Chancen ausrechnen und sich einen Schlachtplan zurechtlegen, um uns zu schlagen. Ich erwarte einen heißen Fight, ein physisches Spiel. Unsere schwierige Personalsituation könnte aber sogar hilfreich für uns sein, dass wir den Tabellenletzten auch wirklich ernstnehmen. Denn jeder weiß, dass es nach so einer Trainingswoche mit vielen Verletzten nicht einfach wird.

In Hannover gab es insgesamt 159 Punkte von beiden Teams, wird das am Samstag wieder ein high-scoring Game?
Patrick: Ich bin nicht böse, wenn wir uns offensiv weiterentwickeln. Das haben wir die letzten Wochen auch getan. Ein 49:48 wäre mir aber lieber als ein 101:100. Wir wollen gut verteidigen und als Team eine Menge Spaß haben. Und das macht es momentan. Nicht nur, weil wir oft gewinnen, sondern weil sich alle voll reinhängen.

(von Marcus Richter)